erster Schnee

Heute Abend hatte ich eine gebuchte Fahrt vom Bahnhof Stadelhofen zum Hauptbahnhof. Da um 18:00 Uhr die Weihnachtsbeleuchtung der Innenstadt in Betrieb genommen wurde, waren viele Geschäfte bis 22:00 Uhr offen und verschiedene Marktstände und kleine Bühnen waren entlang der Bahnhofstrasse eingebaut. Alles war also zur Anbetung des goldenen Konsumkalbs aufgebaut, so dass wir uns bis zu Weihnachten berauschen können...

Bevor ich in die Stadt fuhr musste ich noch einen Abstecher bei Mainstreet 42 machen um da Spezialwerkzeug auszuleihen, welches ich später brauchte um an Arjun's Rikscha einen Schaden zu beheben. Am späten Nachmittag regnete es noch leicht und es war deshalb klar, dass ich das Regenkombi zum Motorradfahren anziehen musste. Schon auf dem Weg in die Stadt begann es dann zunehmend zu schneien.

Für die Rikschafahrt musste ich also das Regenverdeck runterlassen, was etwas schade war, denn die Sicht für die Passagiere wird dadurch schon etwas eingeschränkt. Das kommt daher, dass bei diesem feuchtkalten Wetter das Verdeck von innen zu beschlagen beginnt und zudem die Schneeflocken aussen am Verdeck kleben bleiben. Na ja, das war nicht so schlimm. Das junge Paar fand die Fahrt durch die beleuchtete Innenstadt doch sehr schön und hat es genossen.

Meine Kleidung war wie folgt: Unten: kurze Radhose, lange Unterhose, lange Radhose, Regenhose. Oben: kurzes Funktionsshirt, langes Funktionsshirt, dünner Fleecepullover, Langarm-BikeButler-Shirt, Regenjacke. Langfingerhandschuhe und Mütze auf dem Kopf. Wahrlich: es ist Winter!

Nach der Fahrt traf ich dann wie vereinbart Arjun in der Garage und wir machten uns an die Reparatur seiner hinteren Bremse. Da war an einem Bremszylinder ein Befestigungsgewinde ausgenudelt und dieses musste nun mit einem Gewindeeinsatz ersetzt werden. Mit dem richtigen Werkzeug war das dann keine grosse Sache und nach einer halben Stunde war dann alles wieder tip top. Wir haben noch etwas geplaudert bevor wir uns verabschiedeten. Ich stieg also wieder ins Regenkombi und auf das Motorrad.

Auf dem Heimweg schneite es ziemlich heftig. Nachts bei Schneefall Motorrad zu fahren ist etwas beängstigend. Ich sehe von Natur aus nachts schon ziemlich schlecht und dann beschlägt es einem das Visier und Schneeflocken auf dem Visier sind dann noch das i-Tüpfelchen für den Blindflug. Ausserdem wird der Untergrund natürlich zunehmend rutschiger und all das zusammen macht die ganze Sache irgendwie zum Eiertanz. Ich fuhr deshalb ziemlich langsam und meist direkt hinter einem Auto. Dessen Rücklichter waren mein Wegweiser und so lange ich in seiner Fahrspur fahre, ist die Strasse auch nur nass und nicht plotschig-rutschig. Ich war dann froh, heil zu Hause angekommen zu sein. Sowas mag ich wirklich nicht. Nun kommt die Zeit, in der die Nachteile des Motorradfahrens sich zeigen.

20'000km

Heute auf dem Nachhauseweg sah ich zufällig, wie die Kilometeranzeige an meinem Motorrad von 19'999 auf 20'000 gesprungen ist. 

Seit dem 16. August 2011 besitze und fahre ich nun meine KTM 690 Enduro R. Dieser Töff hat sich als Auto-Ersatz wirklich gut geschlagen. Bisher hatte ich noch keine ernsthafte Panne, kriegte keine Busse und bin -glücklicherweise- noch nie gestürzt. Nach 1'000, 7'500 und 15'000 Kilometer war die KTM in der Garage zum Service, doch sonst musste nie ein Mechaniker Hand an sie legen. Das einzige kleine Manko ist, dass regelmässig, etwa alle 2'500km, die Glühbirne des Abblendlichts durchbrennt und deshalb ersetzt werden muss. Eine Sache von 10 Minuten mit 10 Franken Kosten.

Nach etwa 12'000 Kilometern ersetzte ich den Reifen am Hinterrad. Sonst ist alles noch Original. Als nächstes steht wohl eine neue Antriebskette an, denn diese längt sich in letzter Zeit kontinuierlich und beginnt auch zu scheppern. Ansonsten: Nichts! Einfach nur draufsitzen und fahren! Perfekt! Genauso habe ich mir das vorgestellt.

Ich sehe das Ganze ziemlich pragmatisch. Es ist optisch kein wirklich schönes Motorrad, doch es funktioniert einwandfrei. Die etwa 60 PS sorgen für ordentlich Bums und so bin ich meist recht zügig unterwegs. Vor allem im Stadtverkehr kann ich mir die Fahrt mit einem Auto gar nicht mehr wirklich vorstellen. Da schummle ich mich regelmässig an Autokolonnen vorbei nach vorne. Autos stehen viel zu oft und fahren zu wenig... Auch das ganze Parkplatzthema hat sich mit einem Motorrad erledigt. Da findet man immer einen Platz wo man parken kann, ohne dafür eine Busse zu kriegen. Ganz zu schweigen von den Kosten. Das Motorrad ist ein x-faches günstiger bei Versicherung, Strassenverkehrabgabe und im Unterhalt.

Natürlich gibt es (vor allem im Winter) auch Tage, an denen ich mich gerne in eine Blechbüchse setzen würde. Bei Minustemperaturen oder im strömenden Regen gibt es wirklich besseres als Motorrad zu fahren. Wenn man jedoch ehrlich ist, so sind dies vielleicht 65 Tage im Jahr. An all den übrigen 300 Tagen hat das Motorrad nur Vorteile. Halt, da fällt mir noch ein weiteres Manko ein: Grosseinkauf oder Transport von Gegenständen sind mit dem Töff auch eher ein Problem. In solchen Momenten bin ich natürlich froh, wenn ich auf das Auto meiner Frau zurückgreifen kann.

Alles in allem bin ich jedoch happy mit meiner Entscheidung, statt einem Auto einen Töff zu kaufen. Das hat sich wirklich gelohnt. Ich hoffe, dass mir meine KTM noch viele tausende von Kilometern Freude bereitet.

jetzt kommt der Winter

Der November war hier wettermässig ja sensationell schön und überdurchschnittlich warm. Da war das Motorrad als Transportmittel immer noch richtig gut. Bei Kälte muss ich mich zwar dick einpacken, doch so lange es nicht regnet, ist eigentlich alles o.k. Soweit so gut, doch ein Winter in unserer Gegend heisst halt meist etwa drei Monate Regen, Kälte, Schnee und Eis. Ja, Dezember, Januar und Februar dürften hier die garstigsten Monate sein. Ende Januar ist es oft am kältesten... nicht wirklich Töff-Wetter...

In den letzten zwei Wochen bin ich unterwegs mit dem Motorrad zwei, drei Mal heftig verregnet worden. An sich wäre das ja nicht so schlimm, denn man kann sich entsprechend kleiden, doch meist kann man am Zielort nicht so einfach die tropfenden Regenklamotten ausziehen und zum trocknen irgendwo aufhängen. Das ist ein echter Systemnachteil des Motorrads. (Genauso, wie die sehr beschränkte Gepäckmitnahmemöglichkeit.)

Ich will mir aber möglichst kein Auto mehr anschaffen. Ganz bestimmt so lange nicht, wie ich noch arbeits- und einkommenslos bin. Ich werde mich mal bezüglich Mobility-System informieren, damit ich zumindest bei Schnee nicht auf den Töff steigen muss. Das wäre vermutlich dann doch zu gefährlich. Mal sehen. Der Winter beginnt nun und irgendwie werde ich mich wohl organisieren...

Töff-Überziehhose

Das ist nun die Hose, welche ich gestern gekauft habe. Heute habe ich mir das gute Stück etwas genauer angesehen und ein paar Änderungen gemacht. Zuerst entfernte ich den Schneeschutz unten in den Hosenbeinen. Dann begutachtete ich die Isolation der Hose. Da ist nicht viel drin...  

Im Bastelfundus fand ich eine Filzfolie, die einseitig kuststoffbeschichtet ist. Das entspricht meinen Vorstellungen. Durch die Plastifizierung (aussen) wind- und wasserdicht und durch den Filz (innen) isolierend. Ich schnitt zwei so grosse Stücke, dass ich die Front der Beine, übers Knie, bis mitte Oberschenkel damit abdecken konnte. Diese Stücke nähte ich dann zwischen Aussenhose und Innenfutter ein. Das hat recht gut funktioniert und so war ich natürlich auf das Resultat gespannt. Rasch zog ich auch die übrigen Motorradkleider an und machte mich auf eine etwa halbstündige Testfahrt (bei etwa 5° Grad). Sehr gut! Die Beine sind nun gut geschützt! Nach der Testfahrt fror ich an die Finger und an die Zehen, doch nicht an die Beine. Ziel erfüllt! Dieser Kauf überzeugt mich. Vermutlich werde ich in den kommenden Wochen diese Hose oft tragen.

Herbstausfahrt mit dem Töff

Der Wetterbericht prophezeite eine Nebelobergrenze von etwa 700 Metern. Darüber sollte es einen sonnigen Herbsttag geben. Den Nachmittag nutzte ich deshalb für eine ausgedehte Töfftour durch das Zürcher Oberland und den Thurgau. Eigentlich wollte ich einer Vitaltrainer-Kollegin in ihrem Bioladen einen Besuch abstatten, doch ich konnte mich nicht mehr erinnern ob dieser in Sirnach, in Sulgen oder in Bürglen ist. Ich kreuzte alle drei Ortschaften auf, konnte aber nirgends einen entsprechenden Bioladen finden. Vor dem nächsten Versuch werde ich zuerst telefonieren und nachfragen, wo genau sich das Geschäft befindet.

Danach fuhr ich nach Zürich zum Universitätsspital um einem Freund einen Krankenbesuch abzustatten. Er wurde gestern zum zweiten Mal am Kopf operiert und dabei wurden ihm Krebstumore aus dem Hirn entfernt. Eine üble Sache. Ich war erstaunt, positiv überrascht und natürlich sehr dankbar, als ich ihn schon wieder ziemlich munter antraf. Glücklicherweise verspürt er keinerlei Einschränkungen und so wie es aussieht, kann er das Krankenhaus bereits Mitte nächster Woche wieder verlassen. Hoffen wir, dass sich keine weiteren Tumore mehr bilden... Die ganze Sache gibt einem schon zu denken...

Als ich dann abends in Richtung Fitnesscenter fuhr, leuchtete die Benzinanzeige am Motorrad bereits zum zweiten Mal auf. 200 Kilometer pro Tankfüllung, das heisst, ich war heute etwas über diese 200 Kilometer unterwegs. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so lange Töff gefahren bin. Das muss fast 20 Jahre her sein. Überhaupt. Einfach so, nur aus Lust und reiner Freude etwas in der Gegend herumgekurft, bin ich mit einem Motorrad schon ewig nicht mehr. Ich genoss dabei den herrlichen Herbsttag und auch die zunehmende Fahrroutine weiss ich durchaus zu schätzen. Nach etwa 2'500 gefahrenen Kilometern fühle ich mich zunehmend wohler im Umgang mit 140 Kilo und 65 PS.

Das bringt mich zum Schluss wieder einmal zum Wetter und zu einem ganz grossen Dankeschön an Petrus, den Wettergott. Dieser ist dieses Jahr ganz eindeutig auf meiner Seite und beschützt mich mit trockenem Wetter. Denn von den oben genannten 2'500 Kilometern bin ich keine 100 Kilometer bei Regen unterwegs gewesen. Bis jetzt klappt die Idee, Auto durch Töff ersetzen und dadurch Kosten sparen, ganz gut. Vor allem auch deshalb, weil eben das Wetter sehr gut mitspielt. Danke!

KTM 690 Enduro R

Heute Nachmittag war es also soweit und ich konnte das neue Motorrad abholen. Vater brachte mich mit seinem neuen Roller zu der Garage und da stand er schon abfahrbereit vor der Türe, mein neuer Töff. Dazu gab es noch ein paar Bedienungsanleitungen und Handbücher, dann konnte es losgehen. Mein Mobilitätsbarometer zeigte steil nach oben!

Ich fuhr nach Hause auf den Gartensitzplatz und schaute mir meine neue Errungenschaft genauer an. Als Zubehörteile fand ich die zwei hinteren Griffe, die ich gerne auch dranhaben wollte. Dazu musste ich die hintere Abdeckung demontieren und vier richtig grosse Löcher an genau den richtigen Stellen bohren/schneiden/wie auch immer. Immerhin waren die Mittelpunkte der Bohrungen auf der Innenseite markiert. 15mm grosse, runde Löcher waren gefragt. Wer hat schon einen 15mm Bohrer? Bei 10mm war bei mir Schluss. Hmmm... Im Alteisen finde ich ein dünnes Stahlrohr mit 15mm Aussendurchmesser. Dieses erhitzte ich mit dem Gasbrenner bis zur Glut und schmelzte die vier gewünschten Bohrungen aus dem zähen Kunststoff. Das hat wirklich sehr gut funktioniert und ich konnte beide Griffe danach passgenau montieren. Wirklich sehr gut hingebastelt...

Auf der rechten hinteren Seite möchte ich eine Befestigung für Rad-Seitentaschen anbringen. Dieses einfache Anbringen und Wegnehmen, zusammen mit dem guten Stauvolumen, das hat mich von den Taschen und dem System an und für sich überzeugt. (Regenzeug werde ich wohl immer mitführen). Die Tasche darf aber nicht nach innen zum Rad hin pendeln, deshalb braucht die Halterung eine Fixierung der Rückwand (Bügel nach unten). Wie man das stabil genug anbaut, weiss ich noch nicht. Bis ich eine gescheite Lösung habe, fahre ich einfach mit Rucksack.

Abends machte ich dann noch eine Einweihungstour durch das Zürcher Oberland. Das ist genau der richtige Töff für mich. Bis etwa 120, 130 geht er ab wie die Feuerwehr, darüber wird es eher ungemütlich und schwammig. Wenn man ausserorts Gas gibt, ist man schnell auf 100, aber nicht auf 140, wie mit der KTM 990 Supermoto T. Ein Einzylindermotorrad hat eine ganz eigene Charakteristik und die macht bei der gekauften 690 Enduro R richtig Spass. Der Motor ist durchzugsstark und gutmütig, im oberen Drehzahlbereich dann aber doch noch recht giftig und agressiv, so dass man die sechs Gänge speditiv durcharbeiten kann. Das leichte Gewicht des Töffs ist ein weiterer Pluspunkt. An Kreuzungen kann ich gut stehen und auch langsame Kurven sind einfach zu fahren. Die lange Sitzbank gefällt mir auch sehr gut. Zum heizen sitzt man besser etwas weiter vorne, beim gemütlichen Bummeln kann man auch einmal etwas nach hinten rutschen. Ja, durchaus praktisch.

Ich habe Freude an diesem Kauf und hoffe, dass viele unfallfreie Kilometer vor mir liegen. Wenn es das Auto wirklich ersetzen soll, wird dieses neue Motorrad häufig gebraucht. Zuverlässig soll es deshalb auch sein. Wir werden es sehen.

Mehr Mobilität

Auf meiner Reise konnte ich auch darüber nachdenken, was für ein Auto ich nach meiner Rückkehr kaufen will. Es schien mir klar, dass ich für meine Mobilitätsansprüche ein eigenes Auto brauche.

Schon seit längerem gefallen mir die Fiat Doblo Modelle und in Italien sieht man auch viele davon. So schlecht kann das Auto also nicht sein. Neu konnte ich es mir nicht leisten, also fragte ich das liebe Internet, wo in der Region Zürich denn solche Doblos zum Verkauf stehen und wie ich diese Händler mit dem Velo abfahren kann. Das machte ich dann gestern Freitag.

Es war frustrierend. Es gibt nur wenige Angebote und das was ich wirklich sah, hatte immer einen Fehler. Meist: falsche Farbe. Ich will blau oder rot. Eine wirkliche Farbe und nicht weiss, grau, antrazith oder schwarz. Das ist so langweilig. Aber schwer zu finden. Oder schon 130'000 Kilometer. Oder mit ziemlichen Kratzern im Lack. Oder...

In Italien, auf den Strecken über Pässe und Berge, da sieht man samstags und sonntags Motorräder vom Feinsten. Viele Gruppen, oft mit Rennsportmaschinen heizen durch die Gegend. Aber auch viele Tourenfahrer, Harley-Blubberer und schnelle Roller.

In allen Städten Italiens ist der Motorradroller ein schnelles und beliebtes Verkehrsmittel. Man schlängelt sich überall durch und parkiert wo's am einfachsten ist. Klar sieht man in Italien viel mehr Motorräder als in der Schweiz, weil es dort eben länger warm und trocken ist. Die Winter sind dort nicht so kalt, verregnet und verschneit, wie bei uns.

Wie auch immer. Die vielen Töfffahrer motivierten mich, auch mal in die Richtung nachzudenken. Ein Motorrad hat gegenüber einem Auto doch ein paar Vorteile und würde meine Mobilitätsansprüche genauso erfüllen.

Ich fahre also am Freitag mit dem Velo kreuz und quer durch die Vororte von Zürich, wo grosse Autohändler zu finden sind, suche nach besagtem Fiat Doblo und fand kein passendes Angebot. Gegen vier Uhr am Nachmittag war ich langsam Auto-müde. Ich hatte bestimmt schon 1'000 Autos gesehen und immer neue Varianten miteinbezogen, nur um dann doch nicht überzeugt zu sein. Das schien nicht zu klappen, wie geplant. Dann brannte mir eine Sicherung durch...

Plötzlich war mir bewusst, dass ich besser ein Motorrad kaufe. Hier hat es so viel Verkehr, dass ein leichtes, schnelles Motorrad das effizientere Verkehrsmittel ist. Falls ein harter Winter kommen würde, wäre ein günstiges Auto dann noch schnell gekauft. Genau, das war nun mein Plan.

Ich erinnerte mich an einen Trial-Freund aus der Jugendzeit, der ganz in der Nähe ein Motorradgeschäft betreibt und fuhr spontan mit dem Velo dahin. Ich sagte: "Emil, ich bruch en Töff!"

Er zeigte mir Modelle, die in etwa meinen Vorstellungen entsprachen und da wurde ich mutig. Wenn schon, denn schon! Ein schnelles Teil will ich einmal fahren. Die KTM 990 Supermoto T gefiel mir gut und davon hatte er auch ein Modell, welches ich für das Wochenende mieten kann, um die Sache einmal auszuprobieren. Das fand ich ein Spitzenargument! Ausprobieren über's Wochenende, ja das mache ich und wir schliessen spontan einen Mietvertrag ab. Kaum eine Stunde später begann dann der Spass!

Die KTM Supermoto T ist ein Killer! Ein V2-Motor mit 990ccm. Ein Geschoss! Diese Beschleunigung ist unglaublich. Dreht man etwas forsch am Gasgriff, muss man sich gut festhalten! Das Motorrad würde locker über 200 kmh gehen, doch das wollte ich dann doch nicht ausprobieren. Heute bin ich etwas über 100 Kilometer durch das Zürcher Oberland damit gefahren. Das Teil fährt sich wirklich super, doch ich bin damit oft viel zu schnell unterwegs. Ausgangs einer Ortschaft mal zwei, drei Gänge hochgeschaltet und man ist deutlich jenseits der Ausweisgrenze. Das macht zwar super Spass, ist aber eigentlich nicht zu verantworten. Dieses Motorrad ist zu schnell für mich (oder ich habe mich dafür zuwenig im Zaum).

Ich fuhr also wieder zu Emil und hatte zwei Kritikpunkte: Erstens sitze ich zu tief und zweitens fahre ich damit permanent zu schnell. Etwas weniger Motorrad würde mir reichen. Möglichst leicht, alltagstauglich und dennoch sportlich. So landeten wir beim Modell KTM Enduro R, ein 1-Zylinder mit 690 ccm. Davon hatte er auch ein Modell, welches ich gleich testen konnte und das mat mich dann absolut überzeugt. Das ist es! Dieses Motorrad baut hoch und passt deshalb gut für meine 192cm Grösse. Es ist leicht (ca. 140 kg), sehr wendig und hat einen guten Motor. Die fast 700 Kubikzentimeter beschleunigen auch ganz nett. Ja, so ein Dampfhammer entspricht auch einem früheren Jugendtraum. Der Entscheid war gefallen. Das kaufe ich mir!

Die Rennmaschine werde ich morgen Abend abgeben und mit dem Velo nach Hause fahren. Am Mittwoch kann ich dann meinen neuen Töff abholen. Ich wünschte mir andere Reifen mit weniger grobem Profil, da mein Einsatzzweck zu 100% auf der Strasse sein wird. Ansonsten wird es genau das Motorrad auf dem Bild sein. Da freue ich mich nun drauf! Da steckt noch einiges Verschönerungspotential drin... auch darauf freue ich mich.

Das Mobilitätsthema hat sich also vorerst mal erledigt. Nun hoffe ich natürlich auf viele sonnige Tage und einen milden Winter.