Stadtrad

Wenn ich in der Stadt bin und nur kurz was erledigen will, so wäre ich schon öfters froh gewesen, ich hätte ein normales Fahrrad zur Verfügung und müsste dafür nicht entweder den Töff oder die Rikscha nehmen. Deshalb überlegte ich mir, ob ich ein günstiges Strassenvelo kaufen soll, welches ich dann in der Garage parkiere.

Irgendwann stellte ich mir jedoch die Frage, weshalb ich wieder ein Fahrrad kaufen sollte, wenn doch das Nöll-Rennrad seit Jahren zuhause rumsteht und nicht gebraucht wird. Berechtigte Frage...

Gestern habe ich es also entstaubt und in Schuss gebracht. Es brauchte nicht allzuviel. Ein Schlauch war mittlerweile undicht und das Lenkerband fehlte. Kleinigkeiten, Ersatzteile dafür waren auch vorhanden, also eine recht kurze Sache. Eine Probefahrt auf der Strasse und ja, alles funktioniert tip-top. Ich überlegte noch kurz, ob ich die 35mm-Cross-Reifen durch 25mm-Rennradreifen tauschen sollte (denn die liegen ja auch schon fast 10 Jahre im Keller), konnte mich dann aber doch nicht dafür begeistern. Ich brauche ja nicht wirklich ein schnelles Stadt-Rad und dickere Reifen geben etwas mehr Komfort.

Heute packte ich dann das Velo ins Auto und fuhr es in die Stadt. Da steht es nun für Gelegenheitsfahrten zur Verfügung. Gut so. Eine gute Lösung, die erst noch nichts gekostet hat. So zehre ich immer wieder von den Zeiten als ich noch mehr Geld zur Verfügung hatte und mir Dinge anschaffte, die ich dazumal gar nicht wirklich brauchte...

Umbau

Nachdem ich heute Nachmittag am INTENSE Spider 29 Kette und Kassette gewechselt hatte, stellte ich eher zufällig fest, dass das NÖLL S6cross hinten platt in der Garage stand. O.K: Wenn ich das repariere, kann ich auch gleich die schon lange geplanten Umbauten starten. Ich habe nämlich schon vor Monaten Schutzbleche und einen Gepäckträger gekauft mit der Absicht, das Nöll Rennrad mehr in Richtung Touring/Reiserad zu verändern. Dies auch darum, weil mein Plan bezüglich Vitaltrainer-Schule dahingehend ist, dass ich jeweils freitags zur Schule mit dem Rad -und nicht mit Auto oder Zug- fahren will. Das Schulgebäude befindet sich direkt beim Bahnhof und das INTENSE oder das KISH würde ich da tagsüber nie stehen lassen. Das NÖLL ist am Unauffälligsten und mit zwei Schlössern gesichert wird es hoffentlich nicht gleich geklaut werden.

Wie auch immer.

Nachdem ich das hintere Schutzblech und den Gepäckträger montiert hatte, wollte ich das Hinterrad wieder einbauen, was aber einfach nicht funktionieren wollte. Ich stellte fest, dass ich die Luft aus dem Reifen lassen muss, damit ich das Rad überhaupt noch hineinkriege. Das finde ich irgendwie unschön. Im Pannenfall muss ich zukünftig also das Rad zuerst wieder einbauen, bevor ich den Reifen wieder aufpumpen kann... hmmm... na ja.

vorher

nachher

Dann spendierte ich auch dem NÖLL eine neue Kette (Campagnolo, 10-fach). Das ist der erste Kettenwechsel, nach etwas über 5'000 Kilometern. Trotz der mehr als doppelt so vielen Kilometern, ist die Rennradkette deutlich weniger gelängt, als die Mountainbikekette. Weniger Dreck und fast nur trockene Fahren, machen das wohl aus. Danach montierte ich noch das vordere Schutzblech und stellte zum Schluss noch beide Bremsen ein. Eine kurze Testrunde auf der Strasse bestätigt mir, dass alles richtig funktioniert. Perfekt. Nur... mit diesem langen Vorbau ist der Lenker schon ziemlich weit weg. Ausserdem sieht das Ganze auch nicht sonderlich schön aus. So beschliesse kurzerhand, noch den Vorbau zu wechseln und wieder den schönen TTT-Alu-Vorbau zu montieren. Ja, das sieht einfach besser aus. Der nächste Schul-Freitag kann kommen! ;-)

Tag der Arbeit

Ich bin zwar politisch schon eher links orientiert, doch an Gewerkschaften oder an 1. Mai Umzügen und -feiern war ich noch nie interessiert. So politisch bin ich dann doch nicht. Ich bin ja nocht nicht mal in einer Partei. Meist geniesse ich einfach den zusätzlich freien Tag.

Dieses Jahr ist es ein ganz klein wenig anders, denn dieses Jahr liegt vor mir ein offenes, weites Feld an Zeit. Ich sehe schöne Tage vor mir, genussreiche Biketouren, Yoga, lernen, durchatmen. anhalten, nachdenken, korrigieren. Und dann aber auch: starten, weiter gehen, dran bleiben. Schöne Aussichten.

Den heutigen Tag nutzte ich um alle meine Fahrräder zu putzen und zu warten. Das NÖLL Rennrad war schnell geputzt. Das KISH Hardtail brauchte dann etwas mehr Zeit. Am kommenden Sonntag will ich damit ans Titanium-Treffen am Bodensee. Da bin ich natürlich super gespannt drauf und werde bestimmt viele Bilder von schönen Bikes mitbringen. Und deshalb musste mein Titan-Schätzchen natürlich auch glänzen.

Das INTENSE Fully braucht aber immer am längsten. All die Rohre, Wippen, schwierig zugängliche Stellen... und dann noch weiss... da sieht man den kleinsten Dreck... pfff. Zudem habe ich mir im Tessin ein fremdes Kettenöl auf die Kette gegeben und das bindet Staub und haftet recht extrem. Mittlerweile war die Kette und das Ritzelpaket schon ganz schön zugesaut. Das musste ich gründlich putzen und neu schmieren. Dann wechselte ich an der hinteren Scheibenbremse noch die Bremsbeläge, nachdem damit am letzten Sonntag erste Probleme aufgetreten sind. O.K. Dann kontrollierte ich an allen Bikes den Reifendruck, machte eine kurze Testrunde auf der Strasse vor dem Haus und war dann fertig. Alles ist wieder sauber und einsatzbereit. Sehr schön. Noch schnell ein paar Fotos und dann ab in die Garage mit den Pferdchen ;-) ...

Vorbereitung

Morgen steht eine erste Nordic Walking Stunde auf dem Programm und gleichzeitig will ich mit dem Nöll Rennrad zur Schule fahren. Das heisst also, dass ich die NW-Stöcke irgendwie transportieren muss. Im Rucksack geht es wohl eher nicht, weil die Stöcke zu lang sind. Bleibt eigentlich nur die Befestigung am Fahrrad. Ich begann etwas zu basteln und reduzierte nach und nach die unnötigen Teile... ein interessanter Prozess. Die Stöcke sollen nicht am Rahmen scheuern und dennoch möglichst sicher halten. Zum Schluss blieben nur noch 3 verschieden lange Gummibänder übrig, die die Stöcke am Oberrohr und an der Sattelstütze festklemmen. Ein schönes Ergebnis... an so etwas kann ich mich freuen. Wenn es sich morgen bewährt kann ich behaupten: Simpel, einfach, leicht, -> gut.

Sonntagsausfahrt

Für heute war der Wetterbericht recht gut und so gegen Mittag war es fast überall sonnig. Es war zwar kalt aber schön.

Eigentlich wollte ich mit Peter etwas biken, doch das hat dann doch nicht geklappt und so überlegte ich, was ich unternehmen will. Die Tour von gestern steckte mir noch ziemlich in den Knochen und so wollte ich nur ganz locker etwas rollen. Rund um den Zürichsee wäre eine Variante, doch das sind auch über 60km. Moment. Ich könnte mit der Fähre zwischen Meilen und Horgen abkürzen. Gute Idee. Fähre fahren ist Abwechslung. 100% Strasse auch.

Das ist die Gelegenheit um das NÖLL wieder einmal aus dem Keller zu nehmen! Seit dem 15 April 2007 bin ich nun nie mehr auf diesem Fahrrad gesessen (eine Schande!). Ich pumpte die Reifen auf 5 bar und putzte mit einem Lappen den Staub vom Rad. Eine Trinkflasche, die Pumpe und die Satteltasche kommen noch dran und eine kurze Probefahrt auf der Strasse vor dem Haus bestätigt, dass alles bestens funktioniert.

Ich zog mich um, lud das Fahrrad ins Auto und fuhr ins Stadtzentrum von Zürich, wo ich das Auto abstellte und aufs Rad stieg. Ich will auf der rechten Seeseite aufwärts bis nach Meilen, mit der Fähre rüber nach Horgen und dann auf dieser Seeseite zurück nach Zürich. Dabei wollte ich möglichst 100% auf ausgeschilderten Velowegen fahren. Das autofreie Limmatquai gleich zu Beginn ist ein echter Genuss. Via Bahnhof Stadelhofen geht es in Richtung Tiefenbrunnen. Alles auf Nebenstrassen, viele davon verkehrsberuhigt oder 30km/h Zone. Super um gemütlich Rad zu fahren.

Man fährt durch Zollikon und Küssnacht, immer zwischen Villen und Herrschaftshäusern. Luxuswohnungen mit Seesicht. Anwesen, die mehrere Millionen kosten. Cool! Schön, mal so etwas zu sehen. Ich hätte gleich mehrere Traumhäuser gefunden ;-) . Bei Erlenbach führt dann der Radweg an das Seeufer runter. Man fährt entlang der Hauptstrasse. Teils direkt entlang des Sees mit wunderschönen Ausblicken. Die beiden Fotos habe ich ausgangs Erlenbach geknipst. Im Hintergrund sieht man die Kirche von Meilen und die Anlegestelle der Fähre. Das Bergpanorama war nicht so klar zu sehen.

Die Überfahrt mit der Fähre war dann schön. Schön kalt. Es windete stark und die gemessenen 3° Grad fühlten sich doch deutlich kälter an. Trotzdem blieb ich die ganze Zeit vorne auf dem Schiff. Ich wollte es geniessen und ein paar Fotos schiessen. Die Fähre kostet übrigens für eine Person mit Fahrrad 3 Franken. Das fand ich richtig günstig. Die Fahrt dauert etwa 20 Minuten. Auf dem Bild links sieht man im Hintergrund die Goldküste des Zürichsees, von wo ich gekommen bin. Das Bild rechts, auf der anderen Schiffseite, versucht das Bergpanorama festzuhalten ;-) .

Auf der linken Seeseite führt der Radweg ab Thalwil dann meist entlang der Hauptstrasse nach Zürich zurück. Es rollt sehr gut und ist völlig flach. So macht Rennradfahren Spass! Die Kilometer fliegen dahin und schon bald bin ich an der roten Fabrik vorbei schon wieder in Zürich und beim Auto. Das ging jetzt aber schneller als gedacht. Ich hatte keinen Tacho und so schätze ich mal: 35 km., 1:30 Std., 50 Hm

Das war genau richtig. Nicht zu lang, nicht zu anstrengend, mit hohem Erholungswert. Eine richtige Sonntagsausfahrt halt ;-)

aktuelle Bikesammlung

  • Nöll S6cross, Querfeldeinrennrad, Gr. 61cm, 28-Zoll, 2006
  • KISH 29er, MTB-Hardtail, Gr. 21-Zoll, 29-Zoll, 2006
  • ARROW Sirius Red Racing, MTB-Fully, Gr. XL, 26-Zoll, 2001
  • INTENSE Spider29, MTB-Fully, Gr. L, 29-Zoll, 2007
  • (nun reicht es...)  ;-)

KISH mein neuer 29er Rahmen...

Ich warte ja nun schon über 5 Monate auf die Lieferung des INTENSE Spider 29 Rahmens aus den USA. Das zerrt ganz schön an meinen Nerven. Dazu kommt noch die eher mässige Begeisterung für das Nöll S6cross. Na ja, und plötzlich gab es da diese Möglichkeit in Bezug auf einen 29er-Titanrahmen. ;-) Welch Zufall ;-) Ein Traum von Handwerkskunst, in der passenden Grösse... ich konnte einfach nicht widerstehen

Heute abend nun konnte ich den KISH-Rahmen mitsamt Steuersatz, Federgabel und zwei Radnaben abholen. Wieviel Geld ich dafür dalassen musste, habe ich zum Glück schon wieder vergessen...

  

Nun stellen sich natürlich ein paar Fragen. Ein Rahmen allein ist ja noch kein fertiges Fahrrad. Soll ich die Spiderteile nun an das KISH schrauben lassen und gleich wieder neue Teile für das Spider bestellen? Oder soll ich erstmal zuwarten bis das Spider wirklich geliefert wird und dann entscheiden? Durch diesen Rahmenkauf stehen nun plötzlich noch erhebliche neue Kosten im Raum. Das INTENSE wird schon nicht günstig und dann gleich nochmals investieren? Wenn das KISH quasi das Nöll als Alltags- Strassenrad ersetzen soll, könnte ich ev. von da Teile übernehmen. Generell muss ich mir überlegen, wie es bezüglich Nöll S6cross weitergehen soll. Da darf man ruhig ein paar mal drüber schlafen. ;-) (schöne Probleme).

Duathlon

Am Treffen der Gigathlonteilnehmer merkte ich, dass andere Leute viel polisportiver sind als ich. Jemand sagte so locker: "Ich kann jede Disziplin. Wenn jemand also eine Etappe tauschen will, so könnte ich helfen." Schön, dachte ich. Ich kann radfahren oder radfahren. Aber Laufen, Inline skaten oder schwimmen, nein, das ist alles nichts für mich. Immerhin: ich kann rennradfahren oder mountainbiken :-) .

Nach dem Frühstück zog mich die strahlende Sonne am blauen Himmel förmlich nach draussen. Es ist schön warm, so um die 20° Grad und ich habe Zeit für eine Runde radfahren. Nach den vielen MTB-Einsätzen in letzter Zeit wollte ich wiedereinmal aufs Rennrad steigen und ein paar Asphaltkilometer schrubben. Angedacht war der Radweg von Saland immer der Töss entlang bis Kollbrunn und bei Lust von da noch hoch zur Kyburg und danach zurück. Ich startete ansprechend gut, das Nöll läuft perfekt über den Asphalt und glücklicherweise hatte es heute nur sehr wenig Autoverkehr. Weil alles so schön passte, kriegte ich Lust auf einen Anstieg und dachte dabei an den Sternenberg. Bei Saland wählte ich also den Weg tössaufwärts nach Bauma. Dort entdeckte ich gleich den entsprechenden Wegweiser Richtung Sternenberg und bog über die Bahngeleise nach links ab. Was dann kam, war richtig, richtig hart. Die Strasse steigt unvermittelt steil und lange an. Es gilt etwa 200 steile Höhenmeter zu meistern. Ich fuhr kilometerweise im allerkleinsten Gang und wenn ich noch hätte runterschalten können, hätte ich es getan. Ich zwang mich durchzufahren und nicht anzuhalten um eine Verschnaufpause einzulegen. Heftig, richtig heftig! Ich pfeiffe aus dem letzten Loch. Zum Glück ist hier null Verkehr und sehr gute Luft. Endlich wird es etwas flacher, auch wenn es bis Sternenberg stets berghoch geht. Oben angekommen wähle ich den Weg in Richtung SItzberg, wollte jedoch bald mal eine Pause einlegen und die Aussicht etwas geniessen. Nach zwei, drei Kurven fand ich die Wiese für meinen Halt. Wunderbar. Ich ass eine Banane und legte mich dann in der Blumenwiese in die pralle Sonne. So etwas sollte man öfter tun. Nicht immer nur Kilometer fressen. Auch mal bewusst absteigen, anhalten und den Augenblick geniessen.

Vom Sitzberg nach Turbental runter fällt die Strasse steil ab und ich müss über längere Zeit hart bremsen. Plötzlich streift am Hinterrad etwas und ich muss anhalten und nachsehen, was los ist. Eine Speiche ist samt Öse aus der Felge herausgerissen und deshalb kriegte das Rad dort eine so grosse Unwucht, dass das Rad an der Kettenstrebe streifte. Ich kramte also den Speichenschlüssel aus dem Rucksack, drehte das Fahrrad auf Sattel und Lenker und begann ein paar Speichen zu lösen und andere etwas anzuziehen, bis das Rad wieder einigermassen rund lief. (Ich war sogar erstaunt, wie gut mir das gelungen ist). Von Turbental bis Kollbrunn fuhr ich dann auf dem geplanten Radweg und stellte fest, dass sehr viele Andere auch diese Idee hatten. Deshalb war mir bald klar, dass ich lieber die Steigung hoch zur Kyburg anpacke, als noch länger im Getümmel Schlangenlinien fahre. Und siehe da, kaum gehts berghoch, ist man alleine ;-) . Von da weg nahm ich's etwas gemütlicher und cruiste mehr oder weniger nach Hause. Der Tacho sagt: 95 km., 4:04 Std., 1'110 Hm.

Ich schaltete den Fernseher ein und kam gerade richtig. Die Direktübertragung des Radrennens Paris-Roubaix war bei 30km. vor dem Ziel. Ich konnte also die letzten 45 Minuten des Rennens live mitansehen und den Sieg von Stuart o Grady bewundern. Eine ideale Erholung ;-) . Nach der Übertragung wollte ich eigentlich duschen, da klingelte das Handy. Dran war Jürg. Er hätte noch etwa 2 Stunden Zeit für eine flache Bikerunde um den Flughafen. Ob ich mitkommen würde...  Na ja, wieso denn nicht. Die Bikekleider habe ich ja noch an. Ich muss nur wieder in die Schuhe steigen und kann das ARROW aus der Garage nehmen. Auf dieser leichten Runde genossen wir das warme Abendwetter und die flachen Kilometer gingen wirklich noch gut auf die Rennradkilometer drauf. Der Tacho sagt: 45 km., 2:03 Std., 410 Hm.

Die heutigen Kilometer kann ich gut gebrauchen. Ich bin müde und zufrieden. Das war ein gelungenes Wochenende.