Schneeschuhtour Nr.14, Gfellen - Gründli - Schimbrig

Der Wetterbericht war für Donnerstag besser als für Freitag und deshalb suchte ich mir gestern Abend eine Schneeschuhtour für heute aus.

Kurz nach acht Uhr am Morgen fuhr ich mit dem Auto los in Richtung Innerschweiz. Der Startpunkt der Tour war etwa 110 Kilometer von zu Hause entfernt, was heute etwa 1:40 Std., Fahrzeit bedeutete. Bis ich loslaufen kann, ist es nahe an zehn Uhr. Die erste halbe Stunde geht es entlang der Glaubenbergpassstrasse (gesperrt) und ich laufe noch ohne Schneeschuhe. So ist es reines Nordic-Walking. Die Stockspitzen finden im festgefahrenen Schnee super halt und man kann gut Zug entwickeln. So zum Einlaufen fand ich das ganz o.k. Als der Bergweg von der Strasse abzweigte, war es Zeit für die Schneeschuhe. Der Schnee war schwer, nass und tief. Es gab fast keine Spuren und ich sank immer wieder bis zum Knie im Schnee ein. Es wird mir rasch klar, dass es heute anstrengend werden wird und schon bald muss ich wieder Kleider ausziehen, weil ich sonst zu stark schwitze. Die Sonne wärmt immer mehr und wieder ist es nahezu windstill. Sehr gute Bedingungen.

Die Zeit vergeht und ich kämpfe mich den Berg hoch. Obwohl im Tourenführer steht, dass die Route nur wenige steile Stellen enthält, so erfahre ich das heute ganz anders. Ich finde es stellenweise extrem steil und kraftraubend. Immer wieder muss ich stehen bleiben um zu Atem zu kommen und den Puls wieder etwas zu beruhigen. Der Vorteil des Stehen bleibens ist, dass man die prächtige Gegend und die herrliche Aussicht geniessen kann, denn hier ist es wirklich auch sehr schön.

Knapp unterhalb des Schimbrig-Gipfels machte ich dann Mittagsrast, wobei es schon ein Uhr mittags war. Die Sonne wärmte herrlich und ich war schon ziemlich erschöpft. Der richtige Moment um etwas zu essen und zu trinken, um die Speicher wieder etwas zu füllen. Das brauchte es auch, denn auch der Weg zurück hatte es in sich. Immer wieder traf ich auf grosse Schneeverwehungen und einmal bin ich darin mit beiden Beinen bis zur Hüfte eingesackt. Ich muss es nochmals sagen: Der Schnee war tief und schwer. Selbst bergrunter war es anstrengend.

Kurz nach 15:00 Uhr war ich dann wieder beim Auto. Ich war nun richtig müde und froh, im Auto sitzen zu können. Meine Beine waren nur noch gefühlslose Fleischmassen. Das GPS sagt: 12,6 km., 3:03 Std. in Bewegung, 800 Hm. Der gesamte Zeitbedarf lag bei fünf Stunden. Schön war's!

Schneeschuhtour Nr.44, Wägitalersee - Nüssen - Chli Mutzenstein

Irgendwie habe ich heute nach der Tour am Garmin GPS Gerät ein paar falsche Knöpfe gedrückt, auf alle Fälle konnte ich vorhin keine richtige Touraufzeichnung auf den PC übertragen. Da gab es nur eine kleine Datei, die die ersten zwei Kilometer anzeigt, danach kommt nichts mehr. Bevor ich das Gerät ausschaltete klickte ich die Tourdaten durch. Ich erinnere mich noch an 13,5 Kilometer und 770 Höhenmeter. Die reine Laufzeit habe ich nicht beachtet. Ich schätze mal so dreieinhalb Stunden. Insgesamt war ich 6 Stunden lang vom Auto weg. Während dieser Zeit sah ich 0,0 Menschen... ziemlich speziell.

Kurz nach halb zehn Uhr startete ich direkt am Ufer des Wägitalersees. Zuerst ging es entlang des Seeufers und ich trug die Schneeschuhe bis zum Einstieg in die verschneiten Hänge. Nach etwa einem Kilometer zweigte ich dann rechts auf den entsprechenden Wanderweg ab. Der Schnee war heute ganz anders als letzte Woche. Die Deckschickt war leicht angefroren und der Schnee war insgesamt schwerer und härter. Schon bald orientierte ich mich an Spuren von Vorläufern um etwas Kraft zu sparen, denn es ging wieder richtig steil los. Es war warm und ich musste anhalten und die Jacke ausziehen. Die Sonne schien direkt in die Bergflanke und es war absolut windstill. Mit jedem Höhenmeter wurde die Aussicht immer besser und das motivierte während des langen Aufstiegs. Ich versuchte Atem und Schritte zu verbinden. Drei Schritte durch die Nase einatmen, drei Schritte durch den Mund ausatmen... drei Schritte einatmen, drei Schritte ausatmen... eine Art Gehmeditation. Das klappt aber nur, wenn es nicht zu steil ist. Wenn ich mehr Kraft brauche, muss ich auf Mund-Mund-Atmung umschalten.

Auf dem Gipfel des Berges mit dem komischen Namen "Nüssen" eröffnete sich mir dann ein spitzenmässiges Panorama. Man sieht herrlich in die Alpen und Berge reihen sich hinter Berge. Sehr, sehr schön anzusehen. Kurz unterhalb des höchsten Punktes steht ein Kreuz und auf der Bank vor dem Kreuz war der Schnee schon fast geschmolzen und ich konnte mit wenig Aufwand mir einen Platz für meine Mittagsrast schaffen. Ich genoss den phantastischen Tag, die herrliche Ruhe, die strahlende Sonne, den glitzernden Schnee, einfach wunderbar.

Bergrunter laufe ich auf einer Strecke, die von Tourenskigehern scheinbar gerne als Aufstiegsroute gewählt wird. In ihren Spuren kann ich gut bergrunter gehen. Auf der letzten Kuppe bevor ich wieder ganz runter an den Wägitalersee komme, lädt mich erneut ein Kreuz mit Aussichtsbank zu einem letzten Halt ein. Ich setze mich nochmals hin, esse einen Apfel und freue mich über den gelungenen Tag. Kurz vor dem Auto habe ich dann nochmals ein Foto gemacht. Die letzten zwei Kilometer auf dieser kleinen Strasse habe ich die Schneeschuhe getragen.

Die heutige Tour war eine echte Panoramatour. Sehr empfehlenswert! Landschaftlich sensationell schön. Wenn man dazu noch einen so herrlichen Tag wie heute erwischt, dann bleibt die Tour bestimmt noch lange in bester Erinnerung....

Woche 3

Meine Arbeitswoche liegt nun schon wieder hinter mir und es folgen zum dritten Mal in diesem Jahr zwei freie Arbeitstage. In Woche 1 war ich angekränkelt und habe meinen neuen Gymnastikraum nutzbar gemacht. In Woche 2 realisierte ich, dass diese neue Freiheit nun ein andauernder Zustand sein wird. Kein Job, keine Schule, keine wirklich wichtigen Aufgaben - echte Freizeit!

Letzten Sommer dachte ich noch, dass ich unmittelbar nach der Schule (also jetzt) damit beginne, mir ein zweites Standbein als Vital-/Personal-Trainer/-Coach aufzubauen um die zwei freien Tage zu füllen. Da gab es Ideen wie eine neue Homepage, Erstellen von Mustertrainings, eigene Produkte definieren, Zielgruppe festlegen und Kontaktmöglichkeiten suchen, und und, und. Doch nun, wo die Schule fertig ist, bin ich Vitaltrainer-mässig wie in ein Loch gefallen. Ich habe zwar die Prüfungen bestanden, kriege das Diplom jedoch erst am 26. Februar. Das finde ich doof, obwohl ich weiss, dass dies eigentlich nebensächlich ist. Das hindert mich an gar nichts. Es stört mich höchstens etwas.

Bis dahin nehme ich mir nun eine Auszeit oder nein, ich fokusiere die gewonnenen Erkenntnisse auf mich und trimme in der Zwischenzeit mich selbst fit, als mein eigener Personaltrainer (klingt schon fast etwas schizophren). An mir selbst will ich die gelernte Theorie in die Praxis umsetzen. Mal sehen, ob es funktioniert. Als Erstes habe ich mir tägliche Gymnastikübungen verordnet und einmal pro Woche gibt es neu einen Ausdauertag. Letzte Woche war dies die Schneeschuhtour vom Donnerstag und weil diese Woche der Wetterbericht für Freitag besser ist, entschied ich, dass ich am Freitag in die Berge fahren werde. Ich möchte das schöne Erlebnis (und den guten Sport) wiederholen.

Ich suchte deshalb heute Abend im Buch "Schneeschuh-Tourenführer Zentralschweiz" eine schöne Tagestour und wurde auch schnell fündig. Am Freitag will ich die Tour Nr. 44 Wägital - Nüssen - Chli Mutzenstein laufen. Die Daten zur Tour: 12 km, 750 Hm, 5-7 Std. Die GPS-Daten habe ich von hier. Den Wägitalersee kenne ich von dieser Velotour, im August 2008 und er ist mir noch in bester Erinnerung. Im Winter, alles im Schnee, wird das bestimmt auch traumhaft schön werden. Ich freue mich schon sehr.

Morgen gibt es aber erst noch einen Haushalt- und Vorbereitungstag. Auch gut.

mit den Schneeschuhen auf den Tanzboden

Als ich gestern Abend den Wetterbericht überprüfte zeigte sich, dass heute Donnerstag wohl noch etwas besser Wetter ist, als morgen Freitag. Wenn ich also eine Schneeschuhtour machen will, dann heute.

Zu Weihnachten letztes Jahr schenkte mir Karin ja Schneeschuhe und einen Tourenführer. Ich wählte Tour Nummer 59: Tanzboden Rundtour, 11km, 750 Hm, 6-7 Std. Im Internet fand ich dann auch den entsprechenden Track, den ich mir auf GPS kopierte, damit ich wusste, wo es lang geht. Im Internet waren die Koordinaten zu dieser Tour dann schon 13km, 855 Hm, 6,5 Std. Mal sehen.

Ich packte also alles Nötige zusammen und fuhr am frühen Morgen mit dem Auto zum Startpunkt der Tour, nach Rieden, bei Gommiswald, im Kanton St. Gallen. Bis ich da alles in den Rucksack eingepackt oder angezogen hatte, war es dann gegen halb 10 Uhr, bis ich startete. Und es startete gleich heftig steil. Man kann es dem Höhenprofil entnehmen, es geht gleich richtig steil zur Sache. Ich werde sofort wieder an die gestrige Step-Aerobic Einheit erinnert. In tiefem Schnee steil berghoch zu laufen ist ähnlich wie Treppensteigen. Vielleicht noch etwas anstrengender.

Es war ein herrlicher Tag. Schon fünf Minuten nach dem Loslaufen kam ich aus dem Nebel und an die Sonne, die mich dann bis zum späten Nachmittag begleitete. Der Schnee war super. Etwa 30-40cm tief, pulverig, oft ohne Spur, wunderbar. Ich wählte oft meinen eigenen Weg und vermied Wege, die von Anderen schon gegangen wurden. Das ist zwar anstrengender, doch irgendwie richtiger. Ich denke, mit Schneeschuhen soll man im tiefen Schnee laufen und frei seine eigenen Spuren ziehen. Da muss man sich nicht an Wege und Pfade halten, wie in der schneelosen Zeit.

Der Strecke zog sich hin und wurde zunehmend anstrengender. Bis ich an meinem Tagesziel, dem Bergrestaurant Tanzboden ankomme, vergehen (mit Pause) über drei Stunden. Ich merke, dass die Angabe von 6-7 Stunden Gesamtzeit wohl zum Schluss schon hinkommt. Von da fotografierte ich den Säntis. Das Restaurant war voller Tourenskifahrer, welche hoch gelaufen sind und nachher mit den Skiern wieder ins Tal fahren. Ich schätze die Verteilung auf 70% Tourenskifahrer und 30% Schneeschuhgänger. Nach einer kurzen Stärkung machte ich mich dann wieder auf den Weg ins Tal.

Diesmal führte meine Route ziemlich steil nach unten und ich lief halb träumend vor mich hin. Dann denke ich: "Irgendwie laufe ich in die falsche Richtung...". Ich bleibe stehen und konsultiere das GPS. Tatsächlich. Ich hätte schon lange, ziemlich weiter oben, schon rechts abbiegen sollen. Dumm... Ich muss umdrehen und wieder hochlaufen, sonst entferne ich mich noch mehr. Das gibt dann noch ein paar zusätzliche Kilometer und Höhenmeter... Ich bin schon ziemlich platt, deshalb mache ich nochmals eine Pause. Ich esse mein am Morgen gemachtes Sandwich und blinzle der Sonne entgegen. Ich schaue auf das unter mir liegende Nebelmeer und denke, dass meine Freunde, zuhause im Zürcher Unterland, wohl den ganzen Tag nie Sonne gesehen haben. Der Nebeldeckel ging den ganzen Tag nie weg.

Der Tourschluss war dann nicht mehr so prickelnd. Ich musste lange einer Skipiste folgen, tauchte wieder in den Nebel ein und der letzte Kilometer war dann ganz auf Asphalt. Ich zog die Schneeschuhe aus, hängte sie an die Stöcke und schwang sie mir über die Schulter. So spazierte ich die letzten 20 Minuten zurück zum Auto. Ich war nun richtig platt. Es war kurz vor vier Uhr am Nachmittag. Macht eine Gesamtdauer von 6,5 Stunden. Das stimmt also. Nur, mit meinem Umweg bin ich auf total 15,9 Kilometer und ziemlich genau 1'000 Höhenmeter gekommen. Insgesamt war ich etwas über vier Stunden in Bewegung. Boah - nicht schlecht, Herr Specht!

Nach Dienstag Squash, Mittwoch Body Shape und heute dieser Monster- Schneeschuhtour, brauche ich den morgigen Freitag zur Erhohlung. (Denn am Samstag will ich wieder einmal mit Freunden eine Runde biken)...

Den heutigen Tag habe ich sehr gut genutzt und wurde dafür mit Prachtwetter belohnt. Es war super! Danke!

Schneeschuhlaufen zum Hochstuckli

Heute stand meine erste Tour mit den Schneeschuhen auf dem Programm. Um 9:00 Uhr morgens traf ich Peter und wir machten uns mit dem Auto auf den Weg nach Brunni, im Kanton Schwyz. Eigentlich rechneten wir mit Sonne über dem Hochnebel, doch dem war nicht so. Wir waren zwar über dem Nebel, doch über uns lag dennoch eine geschlossene Wolkendecke. Schade.

Wir schnallten uns die Schneeschuhe an und gingen los. Die ersten Meter sind natürlich ungewohnt, wenn man so wie ich, vorher noch nie in Schneeschuhen gelaufen ist. Man muss etwas breitbeinig gehen. Der Klappmechanismus funktioniert wirklich gut und schon bald merke ich die grosse Auflagefläche fast nicht mehr. Die Griffigkeit ist sensationell. Die Eisenkrallen unter dem Schuh beissen sich förmlich im Untergrund fest. Entlang der harten Skipiste hat man optimale Haftung und kann ziemlich gerade nach oben gehen. In unberührtem, tiefem Schnee läuft sich klarerweise etwas schwerer und dennoch war ich positiv überrascht, wie gut das funktioniert.

Schon bald hatte ich ziemlich warm und musste eine Schicht Oberbekleidung in den Rucksack packen. Berghoch ist Schneeschuhlaufen ein ausgezeichnetes Herz-Kreislauf-Training. Mit kräftigem Stockeinsatz kann man die Beine ziemlich gut unterstützen. Dadurch werden auch Rücken, Schultern und Arme trainiert. Geht man dann eine längere Strecke in gleichmässigen Schritten, stellt sich bald ein angenehmer Bewegungsrhythmus ein. Der ganze Körper ist in Bewegung. Man atmet frische Bergluft. Alles ist ruhig und gleichmässig fliessend. Entspannend. Wirklich schön. Das GPS sagt: 10,7 km., 3:12 Std., 640 Hm.

Doch, das hat mir sehr gut gefallen und so denke ich schon, dass ich noch öfters mal Schneeschulaufen werde. Die Kombination Bike und Schneeschuhe kann ich mir gut vorstellen. So wie am Donnerstag, mit dem Bike so hoch wie möglich fahren und von da weg ein Schneeschuhtour starten. Das kann ich mir auch gut vorstellen. Dies auch deshalb, weil ich heute mit meinen Winterbikeschuhen (mit Neopren-Überziehern)unterwegs war. So könnte man die zwei Sachen gut kombinieren.