Winterzeit

Von Samstag auf Sonntag wurden die Uhren um eine Stunde, von Sommer- auf Winterzeit zurück gestellt. Weil ich nun heute Abend nach der Arbeit wieder in den gleichen Stau, am gleichen Ort, wie am letzten Mittwoch gefahren bin, fiel mir der Lichtunterschied am Abendhimmel deutlich auf (man scrolle nach unten, zum Bild von letztem Mittwoch). Nun ist es um 17:46 Uhr schon fast dunkel. Feierabendtouren mit dem Bike sind nun also definitiv vorbei.

Ich muss zuhause mal nach einer Stirnlampe suchen, so könnte ich auch mal nach dem Abendessen noch eine Stunde Nordic walken, damit ich doch noch zu meiner Portion Bewegung komme. Das wäre bestimmt noch interessant. In der kühlen Dunkelheit, ohne viel visuelle Ablenkung. Mal sehen, das mache ich bestimmt mal.

Traumtour auf den Chasseral

Matthias und ich mussten heute früh aufstehen um noch frühstücken zu können, bevor uns Jürg und Geri mit dem Bus abholten. Schon vor 8 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Biel wo ich um 09:40 Uhr die GPS-Aufzeichnung startete. Ich hatte mir diese Strecke auf das GPS geladen und wir freuten uns auf eine prächtige Tour. Das Wetter war wirklich prächtig! Ein fast wolkenloser, blauer Himmel und das Thermometer sollte noch auf bis zu 27° Grad klettern. Wirklich der perfekte Tag für eine schöne Tour.

Schon der Aufstieg zum Chasseral war beeindruckend. Meist hatte man auf der einen Seite beste Sicht über die Berner Seenlandschaft und auf der anderen Seite konnte man schon früh den höchsten Punkt der Tour, den Sendeturm auf dem Chasseral, erkennen. Die gewählte Strecke war zudem recht angenehm gestaltet. Berghoch war es nirgends extrem steil und man konnte über lange Zeit in einem angenehmen Rhythmus hochkurbeln.

Kurz vor dem Hotel Chasseral sind dann diese zwei Fotos entstanden. Links Jürg und Geri vor dem Bieler- Murten- und Neuenburgersee. Dahinter (vermischt mit leichten Wolken) die waadtländer Alpen. Rechts dann die Aussicht frontal von der Aussichtsterrasse des Restaurants. Zwei Gleitfallschirmflieger vor den Berner Alpen.

Apropos Gleitfallschirme: Der Chasseral scheint ein bevorzugtes Gebiet für Gleitschirmflieger zu sein. Einerseits herrschen gute thermische Bedingungen und andererseits kann man mit dem Auto bis zum Hotel hochfahren und gleich von da weg starten. Wir haben bestimmt über zwanzig Gleitschirmflieger gesehen. Nach der Mittagspause sind wir dann zum Sendeturm gefahren und haben uns nochmals an der tollen Aussicht satt gesehen, bevor dann der eigentliche Mountainbiketeil begann.

Über eine Distanz von ca. 10 km fuhren wir in östlicher Richtung immer dem Bergrücken entlang. Herrliche Wanderwege/Singletrails führten über Bergwiesen und durch Wälder. Immer wieder genoss man tolle Ausblicke ins Flachland, bevor dann der steile und technische Abschnitt runter nach Frinvillier volle Konzentration und gute Fahrtechnik erforderte. Nun wurden auf 4 km glatte 700 Höhenmeter vernichtet und viele enge Kehren und Serpentinen sind dabei zu bewältigen. Das Bild rechts gibt eine gute Vorstellung davon. Das war wirklich Spitze.

Es folgten die letzten Höhenmeter des Tages, hoch nach Evilard und von da durch den Wald Richtung Magglingen. Zum Schluss wurde uns dann mit dem "Bieltrail" noch das Sahnehäubchen der Tour präsentiert. Ein stark ausgefahrener und trotzdem noch anspruchsvoller Downhill runter bis zu den ersten Häusern von Biel. Das war wirklich die Krönung. Viele Anlieger, kleinere Sprünge und steile, steinige Passagen, wo eine gute Linie gefragt war. Der Bieltrail hat wirklich viel Fluss und hat uns nicht nur ein zufriedenes, sondern ein glückliches Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Zum Tourabschluss setzten wir uns in der Bieler Altstadt in ein schönes Gartenrestaurant und genossen den selbstgemachten Früchte-Eistee. Wir liessen dabei nochmals die Highlights der Tour vor unserem geistigen Auge Revue passieren und tauschten unsere Erfahrungen und Emotionen aus. Herrlich. Das GPS sagt: 57 km., 4:27 Std., 1'830 Hm

ruhiges Wochenende

Gestern Samstag habe ich das neue Santa Cruz Bike tiptop geputzt und für eine kommende Tour bereit gemacht. Die fliessenden Formen der Carbonkonstruktion sind deutlich einfacher zu reinigen als das Intense Spider29 Alu Bike. Dann nahm ich das Kish Titan Bike aus der Garage und pützelte noch etwas drum herum.  

Laut Wetterbericht sollte es öfters mal regenen, doch bei uns im Flachland war es zwar wolkig, doch trocken und mit etwa 25° Grad auch angenehm warm. Ich nutzte deshalb den Nachmittag um mit dem Kish wiedereinmal eine genüssliche Strassenrunde zu fahren. Ich bin dabei immer wieder begeistert, wie geräuschlos und einfach das Kish rollt. Man damit so richtig dahin gleiten, über den Asphalt schweben. Leicht und beschwingt, das macht wirklich Spass. So wie jedes Jahr, so gibt es auch diesmal wieder ein Bild mit Sonnenblumen. Das GPS sagt: 46 km., 2:19 Std., 520 Hm

Den heutigen Sonntag verbrachten wir zuerst auf dem Gartensitzplatz, bis wir dann doch noch etwas unternehmen wollten. Wir entschieden uns, wieder einmal gemeinsam mit den Velos um den Flughafen Kloten zu fahren. Am Pistenende bei Oberglatt gibt es einen kleinen Gelati-Verkäufer, der sensationell gutes Eis anbietet und das war eine gute Motivation für diese Sonntagsrunde. An diesem schönen Tag waren natürlich auch viele andere Menschen unterwegs. Es war eine zufriedene Stimmung, ohne Hektik, schon fast mediterran. Ja, schönes und warmes Wetter lässt auch uns alle etwas auftauen... Schön war's. Das GPS sagt: 18 km., 1:12 Std., 30 Hm.

Schächental

Bereits um 06:15 Uhr fuhr ich mit dem Auto zu Jürg um mit ihm zusammen eine schöne Mountainbiketour in Angriff zu nehmen. Ich wählte eine Tour von Vital Eggenberger aus und suchte den entsprechenden GPS-Track im Internet. Ich wurde auch schnell fündig und habe die Schächentaltour auf mein Garmin GPS geladen.

Kurz vor acht Uhr sind wir beim Bahnhof in Altdorf/SZ in Richtung Klausen gestartet. Es war noch angenehm frisch, doch die lange Steigung heizte uns schon bald kräftig ein. Wir entschieden uns, bis zum Pass der Hauptstrasse zu folgen um die Belastung gleichmässig halten zu können. Kurz vor der Passhöhe zweigte dann unsere Strecke auf eine kleine Schotterstrasse ab und es folgte -wie in der Tourenbeschreibung versprochen- ein wunderbarer Höhenweg mit toller Aussicht und vor genauso tollem Hintergrund.

Wir fuhren bis zum Restaurant Edelweiss (passend zu Jürgs Edelweiss-Bike), wo wir genau mittags um 12:00 Uhr ankamen. Das war genau richtig für eine Monsterportion Älplermagronen. Die Anstrengungen lagen nun zu 80% Prozent hinter uns und wir konnten uns auf ein schönes Finale freuen.

Nach dem Essen folgte der letzte Abschnitt des Höhenwegs bis hoch zum Fleschseeli, einem malerischen Tümpel und von da weg ging es dann nur noch bergab. Und zwar steil bergab. Alles technisch einfach, auf Schotter aber immer mit einer Traumaussicht. Kurz vor den Eggbergen dann das Aussichts-Highlight des Tages. Unten sieht man den Vierwaldstättersee, dahinter der Seelisberg und liks davon der Surenenpass (der auch noch auf meiner Wunschliste steht). Eigentlich sind wir da runter gefahren, doch für's Foto habe ich kurz gewendet.

Es folgte eine rassige Schlussabfahrt auf der man die Scheibenbremsen ausglühen konnte und schon bald waren wir wieder zurück beim Auto. Kurz nach 14:00 Uhr machten wir uns schon wieder auf den Heimweg und kamen so, noch ohne Berufsverkehr, zügig nach Hause. Es war ein sehr schöner Tag und eine sehr schöne Tour. Im Gegensatz zu letzter Woche musste ich Null Meter schieben oder tragen und das fand ich ganz angenehm. Die 2'000 Höhenmeter absolvierten wir auf durchwegs gutem Untergrund und hatten dabei fast immer ein Superaussicht. Das Schächental ist wirklich eine Reise wert und wer eine schöne Tour ohne grosse technische Schwierigkeiten fahren will, dem kann ich diese Tour wirklich sehr empfehlen. Das GPS sagt: 54 km., 4:06 Std., 2'010 Hm.

Sommersonntag

Nach der gestrigen Grill-Schlemmerei und dem Juli-Rekordgewicht auf der Waage war klar, dass ich mich heute noch etwas bewegen wollte. Es war nicht mehr ganz so drückend heiss wie gestern, doch die 30° Grad Grenze wurde auch heute wieder geknackt.

Ich hatte Lust auf eine Sonntagsrunde und wollte dabei mein neues biciclista-Bikeshirt ausführen. Ich hatte mir schon vor Monaten ein oranges Shirt bestellt, passend zum orangen Santa Cruz Tallboy. biciclista hat eine Shirt-Kollektion als Hommage an den Spaghetti-Western The good, the bad and the ugly aufgelegt und da passte mir natürlich die Abbildung von Clint Eastwood, als the good. Übrigens, die deutsche Übersetzung des Streifens hiess "Zwei glorreiche Halunken".

Ich bin dann gemütlich etwas in der Gegend rumgekurvt und habe einfach den schönen Tag genossen. Dreimal habe ich einen kleinen Verpflegungshalt gemacht und zum Schluss der Tour besuchte ich noch kurz meine Eltern. Wir plauderten etwas im Garten, bevor ich mich dann auf den Heimweg machte. Schön war's, heiss war's, das hat mir wirklich gut gefallen. Das GPS sagt: 54 km., 2:27 Std., 510 Hm.

PS: Heute Morgen demontierte ich den Hinterradreifen und putzte die Reste der Dichtmilch weg, damit ich danach einen passenden 29er-Schlauch montieren konnte. Somit ist zumindest das Hinterrad wieder mit Schlauch und nur noch das Vorderrad schlauchlos. Ich sehe das Problem beim Racing Ralph Reifen, der einfach zu dünne Seitenwände hat. Ein eingelegter Schlauch festigt die Flanke noch etwas, während schlauchlos hier doch sehr pannenanfällig ist. Wenn im Herbst der Reifen abgefahren ist, werde ich einen erneuten tubless-Versuch starten. Vorest bleibt's nunmal beim Schlauch.

kurze Samstagsrunde

Morgens um neun Uhr traf ich mich mit Jürg für eine nicht allzu lange Trainingstour. Karin und ich waren mittags/abends an einem "Räbbärg-Fäscht" eingeladen und dafür mussten wir um zwölf Uhr losfahren. Für eine Zweistundentour fahren wir am besten einige unserer Standardtrails, da können wir den Zeitbedarf am besten abschätzen.

Nach etwa einer Viertelstunde wollte ich einen Schluck aus dem Trinkrucksack nehmen und merkte tatsächlich erst da, dass ich den Rucksack in der Garage stehen gelassen hatte. Kein Trinkwasser, kein Werkzeug, kein Fotoapparat, kein Handy, kein Geld... Wir besprachen kurz ob wir nochmals zurück fahren wollten, doch auf unserer Strecke gibt es mehrere Brunnen mit gutem Trinkwasser und sollte ich eine Panne haben, muss mir halt Jürg aushelfen. Und so kam es dann auch. Auf einem schnellen Singletrail streifte ich mit dem Hinterrad einen spitzen Stein und schon wieder zischte es.

Es war nicht das Loch von Donnerstag sondern es blubberte an einer anderen Stelle, wieder an der Reifenflanke. So ein Käse, was machen wir jetzt? Jürg hatte zwar nur einen 26-Zoll Schlauch dabei, doch das war unsere einzige Chance. Wir bauten also das Hinterrad aus, schraubten das Ventil heraus, öffneten den Reifen und zogen den etwas zu kurzen Schlauch ein. Das Aufpumpen war dann zwar etwas mühsam, doch es hat letztendlich alles gut funktioniert und wir konnten weiterfahren. Ich war überrascht, wie wenig Sauce sich im Reifen befindet. Ich hätte erwartet, dass es eine grössere Sauerei gibt.

In den Morgenstunden zu biken war eine gute Idee, denn es wurde stetig wärmer und als wir kurz nach elf Uhr nach Hause kamen, war es wieder über 30° Grad. Tolle Sommerwochen! Das GPS sagt: 36 km., 2:06 Std., 810 Hm.

Seblengrat

Um es gleich vorneweg zu nehmen: Glarner sind beinharte Typen! Was für viele Biker als unfahrbar gilt, ist für Glarner immer noch ein schwarz gepunkteter Trail. Doch schön der Reihe nach.  

Ich war wie geplant sehr früh unterwegs und wie man an der GPS-Aufzeichnung ablesen kann, startete ich schon um 07:41 Uhr beim Bahnhof Schwanden, im Kanton Glarus. Ich bin die rote Linie im Uhrzeigersinn gefahren. Anfangs war es mit 15° Grad noch ziemlich frisch, doch der wolkenlose Himmel kündigte einen schönen Sommertag an.

Die etwa 10 Kilometer bis nach Linthal steigen nur ganz leicht an und sind ideal um etwas einzurollen. Es gibt einen meist asphaltierten Radweg, welchen ich vor drei Wochen auf der Klausen-Pragel-Strassentour in die entgegengesetzte Richtung fuhr, doch ich hatte in der Karte gesehen, dass direkt entlang der Linth ein Wanderweg angelegt ist und mit dem Mountainbike wollte ich natürlich da entlang fahren. Das war eine super Idee. Wunderschön führt der Weg immer direkt am Wasser nach hinten ins Tal und ehe man sichst versieht, ist man schon am Fusse der Klausenpassstrasse.

Es folgen 600 Höhenmeter auf etwa acht Kilometer direkt auf der Passstrasse und ich bin froh, dass nur wenig Fahrzeuge unterwegs sind. Kurz vor Urnerboden zweigt dann eine kleine Nebenstarsse ab. Nebst vielen Wanderwegweiser ist da auch gut sichtbar ein Bikeschild. Strecke Nr.7. Da bin ich richtig. Die Strasse wird immer steiler, ich schalte auf das kleine 20er Kettenblatt und kurble die knapp dreihundert Höhenmeter bis zum ersten Bergpreis des Tages eher gemütlich hoch. Die Morgensonne knallt richtig an den Hang und ich bin wirklich froh, so früh unterwegs zu sein. Dann folgt ein erster schwarz gepunkteter Downhill. Was auf den ersten Metern noch gemütlich beginnt, wird unvermittelt sehr steil und steinig. Ausserdem ist der Weg enorm von Kühen zertreten und hat teils tiefe Löcher. Ich musste anhalten und den Sattel absenken um etwas mehr Bewegungsfreiheit und Sicherheit zu erhalten. Ja, nicht schlecht der Weg! Das war doch schon mal was. Vor der Hauptsteigung des Tages wollte ich in Braunwald eine Pause einlegen und schon von weit her sah ich die schöne Aussichtsterasse des Hotels Tödiblick. Ideal. Ich setze mich in den Schatten und bestelle ein zwei Rivella. Dazu esse ich ein Gipfeli und geniesse die tolle Aussicht. Quizfrage: Wie heisst der Berg im Hintergrund?

Die ersten 1'000 Höhenmeter waren geschafft und ich wusste, dass nun der schwere Teil noch kommen wird. Von Braunwald bis zur Bergstation auf dem kleinen Gumen sind es etwas über 500 Höhenmeter, alles auf kleinen Schotterwegen. Zwar steil, doch durchwegs fahrbar. Von der Bergstation weg, bis zum Höhepunkt des Tages, dem Seblergrat sind es dann noch etwa 100 Höhenmeter, die ich fast vollständig schieben muss. Es ist einfach zu steil und zu ausgesetzt. Als ich dann direkt am Seblergrat stand musste ich natürlich ein Gipfel-Foto machen. Schon während des fotografierens fragte ich mich, wie es denn dahinter weitergehen wird, denn irgendwie blickte man in ein leeres Nichts und dann bereits wieder an die Felswände des Glärnischmassivs. Geht man ein paar Schritte weiter und blickt nach rechts, kann man sich den weiteren Tourenverlauf vorstellen. Ich habe dafür eine rote Linie in das Foto gezeichnet. Es geht gleich furchtbar steil bergrunter und Steinstufen wechseln sich mit tiefen Kuhtritten ab. Heftig. Ich muss ein paar Mal absteigen, einmal davon unfreiwillig. In einer tiefen Wanderwegrinne bin ich mit dem Pedal an einer Wurzel hängengelieben, worauf das Bike unvermittelt stehen blieb und ich mich nicht oben halten konnte. Ein langsamer Überschlag ohne Bike nach links war die Folge. Zum Glück traf ich einen Busch mit Alpenrosen und nicht einen grossen Stein. Es war nichts passiert und ich konnte gleich weiterfahren.

Kurz vor dem Oberblegisee, da wo das Profil von bergab nach bergauf wechselt, kam ich an einer schmucken Alphütte mit Bewirtung vorbei. Es sassen bereits ein paar Wanderer unter den Sonnenschirmen und da es mittlerweile schon nach zwölf Uhr war, nutzte ich den Moment für eine längere Pause. Ich bestellte mir einen Glarner-Hirsch-Salsiz mit Brot und trank dazu 1 1/2 Liter Mineralwasser.

Mir war schon aufgefallen, dass der offizielle Bikeweg hier talwärts nach Luchsingen führt, doch ich hatte ja noch weitere Pläne. Ich wollte am Oberblegisee vorbei hoch bis zum Leuggelstock, wieder etwas runter und dann bis zum oberen Guppen. Dabei stellte ich fest,dass meine Einschätzung vom Seblergrat gestimmt hatte. Das war unfahrbar. Das heisst: Bis zum Oberblegisee konnte ich noch abschnittsweise fahren, dann war schieben und später auch tragen angesagt. Lange und heftig! Eineinhalb Stunden schieben und tragen, mittags von 13 bis etwa 14:30 Uhr, ohne Schatten, ohne Wind. Das fand ich hart (was man mir wohl auch ansieht). Das Bild rechts ist ein Blick zurück, vom Leuggelstock über den Oberblegisee zum Seblengrat. Noch härter fand ich dann jedoch die Tatsache, dass ich auch die ersten etwa 100 Höhenmeter bergrunter das Bike tragen musste. Hier fragte ich mich dann, wer auf die Idee gekommen ist, diesen Weg in der Swiss Singletrail Map einzuzeichnen. Ein Wanderer? Sicher gibt es technisch bessere Biker als mich, doch unter einer Stunde schieben/tragen, kommt da auch ein Crack nicht weg. Wie auch immer. Endlich folgte der Schlussdownhill, auf dem 900 Höhenmeter innert vier Kilometer vernichtet werden, was theoretischen 25% Gefälle entspricht. Also richtig steil und demzufolge fast permanent auf der Bremse.

Die Scheibenbremsen begannen zu glühen und zu quitschen und ich glaube, dass auch das Öl in den Federelementen kräftig warm gekriegt hat, doch es hat alles tip-top gehalten. Fast alles, denn irgendwann hatte ich das Gefühl, hinten Luft zu verlieren. Ich habe angehalten und tatsächlich, da war vielleicht noch etwa 1 bar drin, mehr nicht. Ich drehte das Rad und sah, wie an einer Stelle der Reifenflanke, die Dichtflüssigkeit nach aussen drückt und Blasen bildet. (Simon hat mich davor gewarnt. Der Racing Ralph Reifen hat papierdünne Seitenwände und schrammt man damit an einem scharfkantigen Stein entlang, gibt es schon mal Plattfüsse). Einem Schlauch hätte das vermutlich nichts ausgemacht. Ich überlegte, was ich tun konnte. Soll ich gleich den Reifen öffnen und einen Reserveschlauch montieren oder soll ich erst einmal nachpumpen und schauen, wie lange es hält? Eigentlich sollte die Dichtmilch das Loch verschliessen können (wünsche ich mir). Ich pumpe also kurz nach und fahre weiter. Das klappt recht gut und erst am Fusse des Downhills pumpe ich ein zweites Mal. Das hält dann locker noch bis zum Auto.

Kurz vor halb vier Uhr bin ich dann zurück beim Auto. Ich war gesamthaft sechseinhalb Stunden unterwegs, wovon das GPS fünfeinhalb Stunden Bewegung registrierte. Ich denke mir, dass ich etwa dreieinhalb Stunden fahren konnte und fast zwei Stunden geschoben und getragen habe... Dieser hohe Schiebe-Anteil führt dazu, dass ich diese Tour wohl kaum wiederholen werde. Bis zum Seblengrat ist die Tour wirklich sensationell schön und empfehlenswert. Danach sollte man besser auf der offiziell ausgeschilderten Bikestrecke bleiben. Die Variante Leuggelstock oberer Guppen lässt man besser sein. Landschafts- und Panoramamässig hat diese Tour aber wirklich die Note 1A verdient. Das GPS sagt: 49 km., 5:42 Std., 2'200 Hm.

Noch ein paar Worte zum Tallboy. Berghoch auf Asphalt fährt es sich super. Auf der Passstrasse hatte ich Dämper und Gabel blockiert und konnte so recht effizient hochkurbeln. Extreme Singletrail-Steigungen, wo ich die kleinsten Gänge fahre, sind nicht so der Hit. Das Vorderrad will deutlich rascher abheben, als am Spider29. Ich muss zudem ganz kosequent nach vorne auf die Sattelspitze rutschen, sonst bin ich einfach zu hecklastig und so lassen sich zum Beispiel Serpentinenkehren berghoch fast nicht bewältigen. Wie gesagt. Es ist nicht schlecht, doch ich muss mich daran gewöhnen. Bergrunter fährt es sich dafür wirklich sicherer als das Intense. Dabei merke ich vor allem die deutlich steifere Front. Das Tallboy-Vorderrad lässt sich punktgenau steuern und auch beim starken Bremsen oder in engen Bergab-Sepentinen verwindet sich nichts. Das ist wirklich ein Unterschied. Wäre also noch das Schlauchlos-Thema. Hmm... Was soll ich sagen? Eigentlich finde ich schlauchlos gut, doch der Racing Ralph Reifen ist dafür weder gebaut, noch sonderlich geeignet. Ich muss morgen mal schauen, wie ich das wieder richtig dicht kriege.

Tour-Vorbereitungen

Die letzten zwei Abende habe ich mir eine schöne Biketour für morgen Donnerstag gesucht und für die Verwendung auf dem GPS am PC gezeichnet. Der Wetterbericht ist schon lange gut und ich will richtig in die Berge. Eine schöne Mountainbiketour mit allem, wovon man auf kalten Wintertrainingsrunden träumt: Panorama, blauer Himmel, Hitze, Sonne, Berge, Wälder, Seen, Einsamkeit, Wanderwege, Singletrails, schieben/tragen, technische Downhills...

All das wird es morgen geben. Ich habe mir aus der Swiss Single Trail Map Glarus-Heidiland eine knackige Tour zusammengestellt. Ich starte in Schwanden im Kanton Glarus und fahre zuerst der Linth entlang und dann später die Klausenpassstrasse hoch, bis etwa Höhe Urnerboden. Dann wendet die Strecke und führt via Braunwald, den Seblengrat zum Oberblegisee, wo ich bestimmt einen Halt machen werde. Man befindet sich hier direkt südlich des Glärnisch-Massivs und ich freue mich auf diese Umgebung. Dann folgt nochmals eine Wanderweg-Steigung über den Leuggelstock bis zum mittleren Guppen. Da beginnt dann der 1'000-Höhenmeter-Schlussdownhill nach Schwändi und das Ausrollen nach Schwanden. Das PC-Programm errechnete nach dem Zeichnen der Tour eine Distanz von knapp 47 Kilometer und eine Höhendifferenz von etwas mehr als 2'200 Höhenmeter. Der höchste Punkt wird der Seblengrat sein, etwa 1'920 m.ü.m. Auf der Karte sind etwa 15 Kilometer schwarz gepunktet eingezeichnet was soviel bedeutet wie "schwieriger Singletrail" das heisst, ich muss mich unter Umständen auf längere Schiebe- und Tragepassagen gefasst machen.

Ich habe nun schonmal das Bike ins Auto gepackt und die Kleider für morgen bereit gelegt. So um etwa sechs Uhr will ich mit dem Auto losfahren, damit ich vor dem grossen Berufsverkehr an Zürich vorbei in Richtung Glarnerland komme. Wenn alles klappt, bin ich schon um etwa acht Uhr auf dem Bike und habe den ganzen Tag Zeit um alles zu geniessen. Ich freue mich riesig und ich bemühe mich, ein paar schöne Bilder mitzubringen.

Diese Tour wird eine erste echte Prüfung für das neue Bike. Ich bin gespannt, wie sich der Tallboy in schwierigem Gelände fährt und auch, wie ich damit die über 2'000 Höhenmeter berghoch verkrafte. Stay tuned.

you can get it, if you

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Heute bin ich nach Feierabend rasch nach Hause um den schönen Abend für eine Bikefahrt in den Sonnenuntergang zu nutzen. Unterwegs bin ich eher zufällig an einer Mauer mit Graffities vorbei gekommen und die Zeichnungen haben mich zu zwei Fotos animiert. Das Bild oben gefällt mir, doch werde ich ein ander Mal da wieder hinfahren und das Bike in die andere Richtung hinstellen. Etwas weiter nach links, so dass man den Schriftzug vollständig lesen kann. Das wäre vermutlich noch besser.
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Dieser freundliche Kobold scheint zum ersten Mal einen Twentyniner in der Hand zu halten. "Was sollen denn diese grossen Räder?" oder "ist das ein Trekking-Rad?" Haha... immer die selben Sprüche... Immerhin, bei dem orangen Rahmen fällt es etwas besser auf, als beim weissen Intense Spider29.
Ja, ich genoss den herrlichen Abend in nahen Wäldern und Hügeln.
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Vor der letzten Abfahrt machte ich noch eine kurze Pause. Ich kramte einen Apfel aus dem Rucksack und blinzelte in die tiefstehende Abendsonne. Es war schon nach 21 Uhr und der gerötete Abendhimmel verstärkte die Rottöne noch mehr. Man sieht, dass die Kamera Mühe hat, mit so viel rotem Licht umzugehen. Es war fast kitschig schön. Ich geniesse diese warmen und langen Sommertage sehr... Das GPS sagt: 33 km., 2:15 Std., 830 Hm

heiss, heiss, heiss

Um elf Uhr war ich mit Jürg auf eine Samstagstrainingsrunde verabredet. Als ich das Santa Cruz Tallboy aus der Garage nahm war es schon drückend warm und es war klar, dass es noch richtig heiss wird. Schon an der ersten Steigung zum Treffpunkt begann ich kräftig zu schwitzen.

Wir wollten wieder einmal den "alte Züri-Weg" in den Wäldern zwischen Glattfelden und Höri abfahren und starteten deshalb in Richtung Bülach. Im Industriequartier gibt es einen berüchtigten Drop über eine Treppe auf einen Vorplatz, den wir heute auch mitnehmen wollten. Berüchtigt deshalb, weil man bei der Landung auf Asphalt meist hart aufsetzt und wir da schon manchen Plattfuss durch Durchschlag produziert hatten. Ich fuhr voraus und entschied mich mit viel Speed die Sache anzugehen um etwas flacher zu landen. Dennoch rumpelte es zügig und ich hatte auch das Gefühl, dass die Felge bis auf den Reifen durchdrückte, doch ich hatte noch Luft in beiden Reifen. Nicht so Jürg. Plattfuss hinten, man kennt es ja... ;-) . Während der Reparaturpause philosophierten wir darüber, ob ich nun dank tubless/schlauchlos pannenfrei geblieben bin. Ich weiss es nicht, es könnte jedoch schon sein, denn ich hatte da auch schon einen Plattfuss gefahren.

Bei den kleinen Sprungschanzen auf dem Hoh-Chi-Ming Trail gab es dann das einzige Foto des Tages. Leider lag der Fokus auf dem Hintergrund und nicht auf dem Fahrer oder, ich war für die Digitalkamera einfach zu schnell... Der "alte Züri-Weg" war dann super zu fahren, weil die Bedingungen wirklich staubtrocken und dadurch sehr schnell waren. Nur, so um die Mittagszeit wurde die Hitze immer drückender und auch das Atmen viel etwas schwerer. Ich denke wieder an Ozon oder so etwas. Egal. Wir wollen etwas Kühles trinken und steuern deshalb das Velobeizli in Höri an.

Nach der Erfrischung überlegten wir, was wir noch fahren wollten, doch eigentlich war es uns Beiden fast zu heiss. Wir fuhren deshalb eher flach und einfach in Richtung Kloten und von da nach Hause.