dumm gelaufen

Nach Karins Feierabend hatte ich mit ihr im Büro abgemacht, weil wir noch Serienbriefe auf dem Laserdrucker ausdrucken wollten. Tagsüber regnete es meist und so überlegte ich mir im Laufe des Nachmittags, wie ich denn da hin komme. Mit dem Motorrad hatte ich keine Lust und fürs Velo war's mir zu nass. Die 12 Kilometer sollten doch auch zu Fuss machbar sein. Das hätte zudem den Vorteil, dass ich nach getaner Arbeit mit ihr nach Hause fahren könnte.

Als es dann Zeit zum aufbrechen war, holte ich die Wanderschuhe aus dem Schrank und überlegte noch kurz, was für Socken ich tragen will. Nicht zu dick dachte ich, denn es ist ja nicht wirklich kalt. Das war dann eine ziemliche Fehlentscheidung, denn die Wanderschuhe kaufte ich einst um damit Schneeschuh zu laufen und deshalb wählte ich sie eine Nummer grösser, damit ich auch Thermosocken darin tragen kann.

Das Ergebnis nach etwa zwei Stunden zügigem wandern kann man oben bestaunen. Tja, das ist wirklich dumm gelaufen.

OUT - Muskelentzündung

Seit Anfang Woche plagten mich zunehmend Schmerzen am rechten Oberschenkel. Nachdem der gestrige Auffahrtstag erfolgreich, deshalb aber auch sehr anstrengend war, ging abends, als ich von der Rikscha stieg, dann gar nichts mehr. Ich konnte kaum noch gehen und bei jeder Bewegung schmerzte mich der Oberschenkel und die Hüfte ganz heftig. Es war mir klar, dass ich heute den Arzt aufsuchen musste um der Sache auf den Grund zu gehen.

Wie ich selbst schon vermutete, bestätigte der Arzt eine starke Muskelentzündung am Ansatz zum Hüftknochen. Behandlungsmethode: Mindestens 3-4 Tage Schonung, Wärmeumschläge und Einnahme entzündungshemmender Medikamente oder den Einsatz einer Kortison-Spritze, mit zusätzlichen Entzündungshemmern. Wer mich kennt, kennt auch meine Angst vor Spritzen. Lieber ein paar Tage aussetzen, als mit der Kortison-Keule dreinschlagen.

Es ist etwas schade, denn das kommende Wochenende verheisst recht schönes Wetter und dadurch, dass meine Frau in den Ferien ist, hätte ich genug Zeit gehabt um viel Rikscha zu fahren. Montag und Dienstag soll es dann (schon wieder) regnen. So gesehen verliere ich nur die zwei Weekend-Tage und eine gute Heilung ist mir das wert. So spekuliere ich halt nun einfach darauf, dass das daurauffolgende Pfingstwochenende richtig schön wird und ich dann wieder voll fit viele Leute durch die Zürcher Innenstadt fahren kann.

Schon beim Projektstart war mir bewusst, wie wichtig meine Gesundheit für die ganze Rikscha-Taxi-Geschichte sein wird. Keine Gesundheit = kein Einkommen. Ganz einfach. Deshalb versuchte ich mich immer ausgewogen zu ernähren und den ständig wechselnden Wetterbedingungen im April und Mai mit passender Kleidung zu begegnen. Bis anhin klappte das ansprechend gut. Der jetztige Ausfall ist der erste dieser Art und wird hoffentlich für lange Zeit der Einzige bleiben... Holz anfassen...

hart aber herzlich


Diese Woche war das Wetter richtig gut und Donnerstag, Freitag, kamen mit gegen 20° Grad auch wirklich erste Frühlingsgefühle auf. So erstaunt es auch nicht wirklich, dass der Freitag mein bisher bester Tag mit dem Velotaxi war.

Die fünf Arbeitstage waren richtig hart. Ich muss mich erst noch an die körperliche Belastung gewöhnen. Auch die Sitzposition stimmt noch nicht richtig, denn gegen Ende der Woche bekam ich Taubheitsgefühle an der Aussenseite der linken Hand und am kleinen Finger. Auch der Gel-Sattel ist noch zu überdenken. Abends schmerzt mich mein Hintern doch ziemlich heftig. Dazu kommen natürlich die schweren Beine und der Druck auf die Knie, was vor allem auf das hohe Gesamtgewicht zurückzuführen ist. Das gehört wohl alles zum Anfangs- und Trainingsprozess...

So war ich abends jeweils so platt, dass ich nicht noch Lust hatte um einen Blogeintrag zu schreiben oder sonst wie vor dem PC zu hängen. Meist ging ich früh zu Bett, weil ich einfach hundemüde war und ausreichend Schlaf zur Erholung brauchte.

Was gibt es sonst noch zu sagen?

Ah ja: Am Freitag konnte ich erstmals Rundfahrten verkaufen. Zuerst eine stündige Fahrt mit einem Libyer, der seinem Sohn die Stadt zeigen wollte und danach gleich noch eine halbstündige Fahrt mit einem Paar aus Appenzell, welche sich etwas dem See entlang  kutschieren lassen wollte. Ihnen hat die Fahrt dann so gut gefallen, dass sie eine Visitenkarte mitnahmen und mich nach dem Abendessen anriefen, damit ich sie noch zum Bahnhof fahre. Das war natürlich super nett.

Wie erhofft war also die zweite Woche besser als die erste. Das Wetter war vor allem besser, was bestimmt der Hauptgrund war. Die bisherigen Erfahrungen zeigen aber auch, dass vor 12 Uhr mittags kaum jemand mitfährt. Ich muss meinen Zeitplan also überdenken und überlegen, ob ich abends nicht länger fahren soll, dafür erst kurz vor zwölf starten. Geschäftsmässig würde das vermutlich Sinn machen, auch wenn mich das persönlich nicht so richtig anmacht. Die eigenen sozialen Kontakte beginnen darunter natürlich zu leiden. Die gemeinsamen Samstagsbiketouren mit Freunden fallen schon weg, wenn ich dann auch noch abends lange arbeiten muss, wird es langsam schwierig. Ich will mir dazu aber noch nicht allzuviele Gedanken machen, sondern einfach sehen, wie sich alles weiter entwickelt.

Zahnoperation

Heute musste ich eine Operation im Mund über mich ergehen lassen. Um eine abgestorbene Zahnwurzel bildete sich in den letzten Jahren ein Bakterienherd, der sich etwa einmal im Jahr entzündet und so zu heftigen Zahnschmerzen führt. Da im Zahn bereits eine Titannadel steckt (von einer früheren Wurzelbehandlung), konnte nur noch von aussen vorgegangen werden. Dafür musste das Zahnfleisch aufgeschnitten und zur Seite geklappt werden. Der bakteriell befallene Teil des Zahns wurde entfernt und der Zahnstumpf von unten verschlossen. Danach kam das Zahnfleisch wieder darüber, zunähen und verwachsen lassen. Und hoffen, dass alles positiv abheilt und die Bakterien weg sind. Das heisst Aua und teuer.

wieder gesund

So sah es heute Abend aus, wenn man aus meinem PC geschaut hätte.

Unser Kater Tigi hat mächtig angeschmust und gemeinsam surften wir etwas durch die Weiten des Internets... Seit seinem Autounfall Anfang November und der anschliessenden Beinoperation macht er langsame, doch stetige Fortschritte. Mittlerweile läuft er schon richtig gut. Auch der rasierte Pelz wächst langsam nach und in ein paar Monaten wird man nichts mehr vom Unfall erkennen.

Ich selbst bin ja Anfang Dezember heftig vom Bike geflogen und habe mir dabei eine Bandscheibe gequetscht. Das hat heftige Rücken-, Schultern- und Nackenbeschwerden ausgelöst, die nun schrittweise verschwinden. Die bisherigen Physiotermine haben mir gut getan und langsam aber sicher bin ich wieder so fit wie zuvor.

Auch um mich herum genesen Mitmenschen und Vielen geht es heute besser als vor ein paar Tagen oder Wochen. Das ist eine schöne Momentaufnahme. Danke!

Vorbereitung für die verschiedenen Weihnachtsessen

Heute Abend feiern wir -wie immer an Heiligabend- Familienweihnachten. Dieses Jahr treffen wir uns bei meiner Schwester, essen gemeinsam, singen ein paar Weihnachtslieder und tauschen ein paar kleine Geschenke aus. Ganz traditionell, ganz familiär, ganz normal. 

Da nun ein paar kalorienreiche Tage bevorstehen, studierte ich das Groupfitnessprogramm des Fitnesscenters und entschied mich spontan, über Mittag an einer Stunde Spinning teilzunehmen. Zur Feier des Tages zog ich mein "La Ritz"-Veloshirt an, was bei den Beteiligten auch promt gut ankam. Wir verlebten eine lustige und schweisstreibende Stunde bei guter Musik, auch wenn wir heute mit nur fünf TeilnehmerInnen ein eher kleines Grüpplein waren.

Nach dem Spinning gönnte ich mir nochmals je eine Runde Dampfbad und Sauna. Das tut meiner verspannten Rückenmuskulatur sehr gut. Die Schmerzen haben in den letzten Tagen nicht wirklich nachgelassen und die Reduzierung der Schmerzmittel lässt mich das auch spühren. Egal, für heute vergesse ich die Schmerzen ganz einfach und freue mich auf den besinnlichen Abend.

Allen Lesern dieses Blogs wünsche ich natürlich auch ganz schöne Weihnachten, im Kreise Eurer Lieben.

s'bessert

Gestern war ich noch einmal beim Arzt. Die Beschwerden, respektive die Schmerzen, lassen langsam nach, obwohl ich mir schon einen schnelleren Heilungsverlauf gewünscht hätte. So ganz ohne Schmerzmittel geht es noch nicht und gemäss dem Herrn Doktor braucht es auch noch "ein paar" Wochen, bis ich wieder beschwerdefrei bin...

Gegen Abend besuchte ich dann seit längerem wieder einmal das Fitnesscenter. Hauptsächlich um ins Dampfbad und in die Sauna zu gehen. Wärme tut den verspannten Muskeln gut und mit einem guten Buch bewaffnet kann ich schon so zwei Stunden in der Wellnesslandschaft rumlümmeln. Die Situation motivierte mich dann soweit, dass ich um 18:30 Uhr an einer Lektion Power-Yoga teilnahm, was dann auch erstaunlich gut ging. Natürlich musste ich mich vorsichtig bewegen und die eine oder andere Übung etwas langsamer angehen, doch ich war erstaunt wie gut ich es vertragen habe.

Ja, in den letzten zwei Wochen habe ich seit längerer Zeit wieder einmal ein paar Bücher gelesen. Vorwiegend Bücher über Yoga und dessen körperlichen und geistigen Aspekte. Das hat mir gut getan und motiviert mich wieder vermehrt, an meiner Körperwahrnehmung zu arbeiten. Ich denke, dass ich dieses Jahr diesbezüglich ein gutes Jahr hinter mir habe und möchte nun einen weiteren Schritt unternehmen. Vielleicht hat mir dieser Unfall genau die Ruhe und Zeit gegeben die es braucht um zu reflektieren, den eigenen Standort zu bestimmen und die nächsten Schritte zu planen.

no sports!

Die Rückenschmerzen haben leider noch nicht wirklich nachgelassen und so verbrachte ich nun eine Woche ohne jegliche sportliche Betätigung. Das ist einerseits schade, denn so werde ich die 6'000km-Grenze dieses Jahr wohl nicht mehr knacken, auch wenn dazu nur noch wenige Kilometer fehlen. Andererseits glaube ich jedoch daran, dass solche Zwangspausen auch etwas Gutes haben und man daran wachsen kann. 

Glücklicherweise ist derzeit bei uns eh kein Bikewetter, denn die etwa 20cm Neuschnee, die seit Mittwoch gefallen sind, machen Biken hierzulande eh fast unmöglich. Ich überlegte also, ob ich eine Runde Nordic-Walking als Samstagsprogramm wählen soll. Hmmm. Doch eher nicht. Die Rotation des Oberkörpers durch den Stockeinsatz hätten mir vermutlich noch zu sehr zugesetzt. Also Walking ohne Nordic, was dann so etwas wie Spazieren darstellt.

Kurz nach dem Mittag lockerte sich die Bewölkung zusehens auf und ich holte die Wanderschuhe, die Winterjacke, Mütze und Handschuhe aus dem Keller. Die Luft war kalt, der Schnee knirschte unter den Schuhen und ich konnte das schöne Winterwetter richtig geniessen.  Es braucht nicht immer Leistung, nein, Langsamkeit und die Ruhe im Wald, sind auch ganz schön. So verging die Zeit wie im Flug und als ich nach der Rückkehr auf die Uhr schaute stellte ich fast etwas verdutzt fest, dass ich ganze drei Stunden durch den Schnee gegangen bin. Ich war so in Gedanken, dass mir das gar nicht aufgefallen ist.

Zuhause dann machte ich mir dann einen heissen Kaffee und belohnte micht mit ein paar Weihnachtsguetsli (mit bestem Dank an die freundliche Nachbarin). Schön war's.