Polit-Promis

Heute traf ich zufällig auf eine Schar Politiker, die sich für ein Gruppenbild zurecht machten. Es sind dabei all die Politiker, die gegen die 1:12 Initiative sind, über die am 22. November abgestimmt wird. Man könnte etwas böse auch sagen, dass es diejenigen sind, die immer noch an selbstregulierende Märkte glauben und neoliberales Gedankengut über das Gemeinwohl stellen... Ich will hier gar nicht lange darüber debatieren. Ich werde für 1:12 stimmen im Bewusstsein, dass sich selbst bei der Annahme der Initiative nicht viel ändern wird. Die Verteilgerechtigkeit wird kaum zunehmen, sondern die betroffenen Firmen werden sich eher unter einer Holdingstruktur in Teilfirmen aufgliedern, in denen dann dann das geforderte Lohnverhältnis von 1:12eingehalten werden kann. (Eine kleine Bemerkung am Rande: Auf Facebook habe ich das Foto auch gepostet. Da schrieb ich jedoch, dass es sich dabei um die Befürworter der Initiative handelt. Hi hi hi, mal sehen, ob das jemand merkt.)

Für mich war es wichtiger, dass es heute ein schöner und warmer Herbsttag war. Mittags um 2 Uhr war es etwa 17° Grad und ich konnte tatsächlich in kurzen Hosen fahren. Das hat natürlich Spass gemacht. Zudem hatte ich noch zwei gebuchte Rundfahrten und so war also alles tip top für einen Montag.

Morgen soll es noch etwas wärmer werden, bevor dann am Mittwoch eine Regenfront über die Schweiz ziehen wird. Schon ab Donnerstag soll es aber wieder besser werden und wieder gegen 18° Grad warm werden. Herrlich dieser Altweibersommer! Das hilft mir natürlich, die Saison positiv abzuschliessen. Am 2. November habe ich endlich Ferien und darauf freue ich mich natürlich riesig.

Genussausfahrt

Nach dem verfrühten Wintereinbruch wurde es nun wieder wärmer und sonniger. Für heute waren gegen 13° Grad angesagt und deshalb wollte ich den Tag nutzen um wiedereinmal eine etwas ausgedehntere Strassenrunde mit dem Kish zu drehen.

Die Strassen war zwar mehrheitlich trocken, doch viele Schmelzwasserpfützen liessen immer wieder das Wasser unangenehm hochspritzen. Deshalb werde ich über kurz oder lang das Kish wohl noch mit vernünftigen Schutzblechen ausrüsten. Momentan ist jedoch die Verfügbarkeit von 29er-Schutzblechen hier in der Schweiz noch nicht gegeben. Normale 28"-Schutzbleche passen leider nicht, weil die 50mm breiten Reifen darunter nicht Platz finden. Im Internet habe ich aus Holland oder England zwar schon entsprechende Schutzbleche gesichtet, doch schrecken mich bis anhin noch die Transport- und Zollkosten vor einem möglichen Kauf ab. Kommt Zeit, kommt Rat (oder Angebot).

Meine heutige Tour führte mich via Kyburg ins Tösstal, von wo ich eigentlich auf den Sternenberg hoch wollte. Ich fühlte mich aber nicht sonderlich wohl und machte deshalb beim Bahnhof Turbental eine längere Pause. Auf dem Tacho standen 35 Kilometer und es war schon nach ein Uhr Mittag. Mit dem Sternenberg würden es wohl gegen 100 Kilometer, was etwa 3 Stunden Fahrzeit und mit Pausen etwa 4 Stunden Bruttozeit entspricht. 13:15 + 4 = 17:15 = Dunkelheit. Nein. Ich fühlte mich nicht fit genug und in die Dunkelheit wollte ich auch nicht fahren. Also Planänderung.

Ich fuhr dann über den Wildberg nach Russikon und von da via Fehraltdorf, Volketswil, Wallisellen nach Bassersdorf. Da machte ich dann nochmals ein Pause und nutzte die Gelegenheit um gleich auch noch ein feines Abendessen einzukaufen. Die Packtasche am Kish bietet dafür ja den nötigen Stauraum. Danach fuhr ich noch hoch nach Gerlisberg, wo ich die letzten Sonnnenstrahlen genoss, bevor sich die Abendsonne hinter Wolken verzog. Als ich dann kurz nach vier Uhr zu Hause vom Rad gestiegen bin, fielen bereits erste Regentropfen. Ein super Timing! Statt kalter Regen bevorzuge ich die warme Dusche! Es war eine schöne Tour. Hat Spass gemacht. Das GPS sagt:3:41 Std. 74 km., 600 Hm

verdammt lang her...

Vor genau fünf Monaten, am 26. Mai, sass ich das letzte mal auf einem Mountainbike. Man kann sogar sagen auf einem zweirädrigen Fahrrad, denn in der Zwischenzeit bin ich nur mehr mit der dreirädrigen Rikscha gefahren. Phua, ist das lang her... Nie hätte ich mir vorstellen können, dass ich einen ganzen Sommer an mir vorbei ziehen lasse, ohne schöne Radtouren zu unternehmen. Es sei denn, ich wäre irgendwie verletzt gewesen. Seit fast 20 Jahren ist das ein fester Bestandteil meines Lebens.  

Das hat sich nun aber geändert. Natürlich ist Rikschafahren auch irgendwie radfahren. Sozusagen radfahren für Anfänger, denn mit drei Rädern kann man nicht umkippen. Dafür ist es mit Fahrgästen beladen manchmal ziemlich anstrengend. Wie auch immer. In diesen fünf Monaten bin ich also auch "irgendwie" etwas über 3'000 Kilometer Velo gefahren.

Heute war es aber wieder einmal soweit, dass ich das schöne SANTA CRUZ Mountainbike aus der Garage nahm. Der Wetterbericht hat für die kommenden Tage eine drastische Wetterverschlechterung angesagt, die sogar den ersten Schnee bis ins Flachland bringen soll. Da ich wegend dem dauernden Nebel die letzten Tage vorwiegend zuhause rumgelümmelt bin, war es also durchaus wieder einmal an der Zeit um mich etwas zu bewegen.

Kurz nach neun Uhr startete ich in dichtem Nebel, welcher genau so zäh war wie in den letzten Tagen. Bei einer Nebelobergrenze von 1'200 Metern über Meer bestand auch keine Hoffnung, dass ich je aus dem Nebel und an die Sonne kommen würde. Solche Erhebungen gibt es in meiner Umgebung ganz einfach nicht. Aber das war mir auch irgendwie egal. Ich wollte einfach wieder einmal in den Wald, an die frische Luft, aufs Mountainbike... ganz alleine.

Weil es schon so "verdammt lang her" war, konnte ich locker die frühere Standardroute fahren und ganz gemütlich den Spätherbst geniessen. Natürlich wollte ich beim Irchelturm ein Standardfoto schiessen, doch als ich da ankam stellte ich erstaunt fest, dass die Holzliege, auf die ich mich immer hinsetzte, gar nicht mehr da war. Ich erinnere mich, dass die besagte Holzliege zu modern und zu verfaulen begann und dies wird auch der Grund sein, weshalb es sie nun nicht mehr gibt. Meine bisherigen Standardfotos haben nun also auch ein Ende gefunden. Nicht nur weil ich da kaum mehr vorbeikomme, sondern vor allem auch, weil sich die Standard-Umgebung verändert hat. Tja, "time is changing", alles verändert sich und ist im Fluss. Nichts wird je wieder sein, wie es einmal war...

Durch den feuchten Nebel und die fehlende Sonne war es natürlich ziemlich kühl, weshalb ich auf halber Strecke einen Kaffehalt einlegte um mich etwas aufzuwärmen. Ja, der Sommer und die warmen Tage sind für dieses Jahr wirklich passé. Irgendwie war aber dennoch heute alles sehr stimmig und es fühlte sich richtig und gut an. Diese vier Stunden an der frischen Luft haben mir gut getan. Dafür bin ich dankbar... Das GPS sagt: 3:14 Std., 40 km., 1'000 Hm.

Herbstausfahrt mit dem Töff

Der Wetterbericht prophezeite eine Nebelobergrenze von etwa 700 Metern. Darüber sollte es einen sonnigen Herbsttag geben. Den Nachmittag nutzte ich deshalb für eine ausgedehte Töfftour durch das Zürcher Oberland und den Thurgau. Eigentlich wollte ich einer Vitaltrainer-Kollegin in ihrem Bioladen einen Besuch abstatten, doch ich konnte mich nicht mehr erinnern ob dieser in Sirnach, in Sulgen oder in Bürglen ist. Ich kreuzte alle drei Ortschaften auf, konnte aber nirgends einen entsprechenden Bioladen finden. Vor dem nächsten Versuch werde ich zuerst telefonieren und nachfragen, wo genau sich das Geschäft befindet.

Danach fuhr ich nach Zürich zum Universitätsspital um einem Freund einen Krankenbesuch abzustatten. Er wurde gestern zum zweiten Mal am Kopf operiert und dabei wurden ihm Krebstumore aus dem Hirn entfernt. Eine üble Sache. Ich war erstaunt, positiv überrascht und natürlich sehr dankbar, als ich ihn schon wieder ziemlich munter antraf. Glücklicherweise verspürt er keinerlei Einschränkungen und so wie es aussieht, kann er das Krankenhaus bereits Mitte nächster Woche wieder verlassen. Hoffen wir, dass sich keine weiteren Tumore mehr bilden... Die ganze Sache gibt einem schon zu denken...

Als ich dann abends in Richtung Fitnesscenter fuhr, leuchtete die Benzinanzeige am Motorrad bereits zum zweiten Mal auf. 200 Kilometer pro Tankfüllung, das heisst, ich war heute etwas über diese 200 Kilometer unterwegs. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so lange Töff gefahren bin. Das muss fast 20 Jahre her sein. Überhaupt. Einfach so, nur aus Lust und reiner Freude etwas in der Gegend herumgekurft, bin ich mit einem Motorrad schon ewig nicht mehr. Ich genoss dabei den herrlichen Herbsttag und auch die zunehmende Fahrroutine weiss ich durchaus zu schätzen. Nach etwa 2'500 gefahrenen Kilometern fühle ich mich zunehmend wohler im Umgang mit 140 Kilo und 65 PS.

Das bringt mich zum Schluss wieder einmal zum Wetter und zu einem ganz grossen Dankeschön an Petrus, den Wettergott. Dieser ist dieses Jahr ganz eindeutig auf meiner Seite und beschützt mich mit trockenem Wetter. Denn von den oben genannten 2'500 Kilometern bin ich keine 100 Kilometer bei Regen unterwegs gewesen. Bis jetzt klappt die Idee, Auto durch Töff ersetzen und dadurch Kosten sparen, ganz gut. Vor allem auch deshalb, weil eben das Wetter sehr gut mitspielt. Danke!

zur Burg Hohenklingen

Heute packten wir fünf Leute und fünf Bikes in einen VW-Transporter und fuhren nach Ramsen im Kanton Schaffhausen. Beat hatte eine "Supertour mit sehr hohem Singletrailanteil" im Internet entdeckt und mir den entsprechenden GPS-Track zugemailt, so dass ich sie auch auf mein Garmin GPS laden konnte. Wir alle waren noch nie in dieser Gegend biken und waren gespannt, was da auf uns zukommt.  

Das Wetter war nicht schlecht. Etwas windig, die versprochenen 16° Grad wurden vermutlich nicht erreicht, dazu viele Wolken und nur ab und zu mal etwas Sonnenschein. Der Untergrund war jedoch perfekt trocken und das Laub knisterte nur so unter den Reifen. Wirklich ideale Bedingungen für eine schöne Herbsttour.

Die Strecke hat dann unsere Erwartungen eigentlich noch übertroffen. Da gab es wirklich kilometerlange Singletrails, die sich durch den Wald schlängelten. Oft befahrene Strecken, nicht allzu schwierig aber mit viel Flow. Dazu das viele Herbstlaub, ja, das war wirklich Spitzenklasse! Zwischendurch gab es aber auch ziemlich heftige Steigungen, die alle Kraft erforderten. Wirklich abwechslungsreich und interessant. An den drei höchsten Stellen der Runde gab es auch immer wieder tolle Ausblicke ins flache Land oder an das Ende des Bodensees, da wo der Rhein in Richtung Schaffhausen und Basel beginnt. Sehr schön.

Unsere wohlverdiente Rast legten wir erst gegen Ende der Tour, im Restaurant der Burg Hohenklingen, ein und genehmigten uns Kuchen und heisse Schokolade. Das hat gut getan, denn das stete auf und ab hat doch Substanz gekostet. Zum Abschluss bestiegen wir noch den Burgturm und genossen die tolle Aussicht runter nach Stein am Rhein. Dazu dann noch ein Gruppenfoto mit Selbstauslöser. ;-)

Der Rückweg bot noch einen letzten superschönen Singletrail und dann ein gemütliches Ausrollen bis zum Auto. Das war eine wirklich superschöne Herbsttour. Besten Dank für die Organisation, das Fahrzeug und den tollen Tag. Diese Tour wird in Erinnerung bleiben. Das GPS sagt: 38 km., 3:30 Std., 1'070 Hm.

doch noch eine Tour auf den Palfries

Am 13. Oktober stellte ich ja fest, dass ich zwei meiner Lieblingstouren dieses Jahr noch nicht gefahren bin. Pizol und Palfries. Auf dem Pizol war dann am 14. Oktober (vor genau drei Wochen) und heute bot sich mir ganz unverhofft doch noch die Chance die Palfries-Tour auch 2010 abhaken zu können. Unverhofft deshalb, weil nach den Schneefällen vor zwei Wochen lange nicht klar war, ob man mit dem Velo nochmals auf über 1'500 m.ü.m. fahren kann. Das schöne Wetter der letzten Woche hat diesen ersten Schnee jedoch schon sehr weit wieder weg geputzt.

Gestern Abend lud ich mir die Daten der Tour vom 14.06.2008 auf das GPS. Damals bin ich mit Peter diese Runde gefahren und heute bin ich also (fast) genau gleich gefahren. Nur, irgendwie hatte ich die Steigung via Kurhaus Alvier auf den Palfries nicht mehr so streng in Erinnerung, wie sie mir dann heute gefallen ist. Schon nach etwa einer halben Stunde uphill begannen mich die hinteren Oberschenkel zu schmerzen und dabei fühlte ich mich auch ziemlich kraftlos. Nur ist kraftlos nicht wirklich gut für über 1'500 Höhenmeter. Das tolle Wetter und die schöne Herbststimmung haben mir zum Glück über diese kleinen Krisen hinweg geholfen.

Es war wirklich sehr, sehr schön. Obwohl nun schon November ist, war es kurz nach zehn Uhr, als ich mit dem Bike in Sargans gestartet bin, etwa 12° Grad und im Laufe des Tages wurde es noch bis 16° Grad warm. Einfach super! Ich konnte echt in kurzen Hosen fahren. Dies auch, obwohl ab etwa 1'500 m.ü.m.   Schneeresten und an schattigen Stellen, kleine Schneefelder zu sehen und zu bewältigen waren. Farblich war das alles super. Dunkelgrüne Wiesen, gelb-braune Bäume, weisser Schnee, blauer Himmel.

Ein kleiner Wehrmutstropfen gab's dann doch noch. Obwohl an der Strecke drei Bergrestaurants liegen, waren alle drei geschlossen. Die Sommersaison ist vorbei und die Wintersaison hat noch nicht angefangen, scheinbar ideal um den Laden ein paar Wochen dicht zu machen. Ich war deshalb froh, dass ich genügend Proviant dabei hatte und ich mich aus dem Rucksack gut verpflegen konnte. Daran hat es nicht gemangelt. Genauso wenig an schönen Rastgelegenheiten mit Traumaussicht.

Der Downhill vom Kurhaus Sennis runter bis nach Heiligkreuz hat dann wieder richtig Spass gemacht (genau so, wie ich das in Erinnerung hatte). Für die letzten flachen Kilometer zurück zum Auto war ich noch dankbar. Ich konnte so leicht auskurbeln und die müden Beine schon mal etwas lockern. Das war wieder eine Supertour! Ich weiss, weshalb das eine meiner Lieblingsrunden ist und ich denke, dass ich auch 2011 wieder hierher kommen werde. Das GPS sagt: 42 km., 3:47 Std., 1'650 Hm.

one more time

Heute Nachmittag kriegte ich ganz unverhofft ein paar Stunden frei und da wollte ich nochmals nach Draussen gehen. Nordic Walking oder Mountainbike, das war nun die Frage. Die Reihe war eigentlich wieder beim walken und ich hätte dazu auch Lust gehabt und trotzdem habe ich mich fürs Bike entschieden. (Es ist heute der letzte Tag im Oktober. Biken bringt mehr Kilometer und mehr Aktivitätszeit als walken. Das tut der Statistik gut).

Eigentlich wollte ich eine Runde um die Kyburg fahren, doch unterwegs änderte ich meine Meinung. Es zogen mehr und mehr Wolken auf, der Wind verstärkte sich und in die Richtung, in die ich fahren sollte, da sah es am Dunkelsten aus. So drehte ich schon vor Winterthur ab und überlegte mir eine entsprechend neue Variante.

Ich wollte nochmals hoch nach Brütten, weil man von da so fantastisch in die Berge sehen konnte. Die verschneiten Berggipfel scheinen in dieser Föhnstimmung wirklich zum Greifen nah, obwohl sie mehr als 80 Kilometer entfernt sind. Zusammen mit dem Wind und den, durch die Luft wirbelnden Blättern, ergab sich eine eigentümliche Stimmung. Man hatte zwar gute Fernsicht dabei aber das Gefühl, es braue sich "Etwas" zusammen.  

Weil ich nicht mehr sonderlich motiviert war, wählte ich eine eher einfache Route, mit Windunterstützung. Es ist immer angenehm wenn man merkt, wie einem der Rückenwind anschiebt. Schade war nur, dass das Wetter am Besten war, als ich losfuhr. Später wurde es zunehmend grauer und kühler. Die frische Luft hat mir trotzdem gut getan und der kurze Abstecher zu meinen Eltern war auch sehr angenehm. Das GPS sagt: 37 km., 2:32 Std., 850 Hm.

noch mehr Herbst

Heute war ich schon um zehn Uhr zum biken verabredet und bis zum Treffpunkt brauchte ich auch noch 30 Minuten. Wollte ich also noch in Ruhe frühstücken und Zeitung lesen, musste ich um halb neun Uhr aus den Federn.

Als ich losfuhr fühlte ich mich noch ungelenk und steif. Mein Hintern meldete sofort, dass er diesen Sattel kannte. Ich musste mich zuerst wieder etwas einbewegen und einsitzen, bis ich mich halbwegs wohl fühlte. Letzte Nebelschwaden zogen durchs Tal, es war noch ziemlich kühl, genau so fühlte sich mein Körper an. Da kam mir der erste Hügel des Tages natürlich genau richtig. Puls 150 heizt nun mal besser als Puls 130! ;-)

Die Idee war heute, auf die Lägern-Hochwacht zu fahren um bei möglichem Föhn ein tolles Panorama sehen zu können. Damit die Anfahrt zu den Lägern nicht zu flach und langweilig ausfällt entscheiden wir uns, mit Stadlerberg und Schöfflisdorfer-Höhe, noch zwei Hügel in die Strecke einzubauen. Das Wetter ist gut, wir haben Zeit, alles perfekt! Nicht ganz perfekt, denn als wir oben auf der Aussichtsplattform der Lägern ankommen, ist die Sicht nicht überragend. Dunst und dünne Schleierwolken nehmen die Sicht auf die Berge. Das tut unserer guten Laune jedoch keinen Abbruch.

Die bekannten Singletrails runter nach Buchs sind heute trocken und super schön zu fahren. Überall liegt Laub, die Sonne scheint in die bunten Bäume. Grün, gelb, orange, braun, noch etwas rot, das sind die dominierenden Farben. Sehr schön! Wir machen nochmals einen Fotohalt um die tolle Stimmung festzuhalten, bevor wir dann eher gemütlich nach Hause rollten.

Eigentlich wollte ich am Kiosk beim Pistenende bei Oberglatt noch einen Kaffee trinken, doch die Menschenmenge vor der Theke war schlicht abschreckend. Wir wollten nicht 15 Minuten anstehen und entschliessen uns deshalb auch heute wieder in Seeb im Restaurant Hecht (Stützli50) einzukehren. Da wurden wir bedient und konnten sogar draussen in der Sonne sitzen. Eine gute Entscheidung. Ich konnte die Beine unter dem Tisch ausstrecken und in die Herbstsonne blinzeln, dazu etwas essen und trinken, wunderbar.

Der Heimweg war dann nur noch eine Kleinigkeit. Ich fand's eine sehr schöne Herbsttour. Danke. Das GPS sagt: 62 km., 3:54 Std., 1'250 Hm.

schöner Herbsttag

Nachmittags um 15:30 Uhr war ich mit einer Vitaltrainerkollegin auf eine Stunde Nordic Walking verabredet. Das Wetter war ideal dazu, Sonne, blauer Himmel, fast 15° Grad. Perfekt!

Wir zwei haben uns schon länger nicht mehr gesehen und so hatten wir einiges zu erzählen. Job, Familie, Vitaltrainer, und, und, und. Ja, es stimmt schon. Nordic Walking eignet sich hervorragend um zu schwatzen (und sich dabei gleichzeitig zu bewegen). Schön war's. Danke. Das GPS sagt: 6,4 km., 1:03 Std., 70 Hm.

100 Kilometer Herbsttour

Die heutige Tour ist eigentlich rasch erzählt. Ich bin die genau gleiche Tour gefahren, wie am 8. April 2010. Damals war Frühling, diesmal Herbst. Damals war das Bike weiss, dieses Mal orange. Soweit die Unterschiede... Gemeinsames gab es jedoch viel mehr. Die Temperatur lag wieder so um 10° Grad herum, wie damals, und es war zwar schön, doch wieder nur zeitweise sonnig. Ein prächtiger Biketag, für eine prächtige Biketour, damals wie heute.

Diese Runde ist lang, dafür nicht sonderlich schwer. Die ersten 70 Kilometer sind meist wellig und doch nahezu flach. Viele Kilometer auf "Simpletrails", auf einfachsten Wanderwegen oder Kiesstrassen. Über weite Strecken ein angenehmes und gemütliches dahin fahren, nun im Herbst ganz ohne Trainingsstress, bei herrlichen Herbstfarben, heute sogar ganz ohne Wanderer. Sehr schön.

Es folgte der Anstieg des Tages, von Ennetbaden via Lägernweid auf die Lägern Hochwacht. Auf etwa 10 Kilometer sind an die 500 Höhenmeter verpackt, wobei sich flachere Abschnitte munter mit steilen Rampen abwechseln. Ziemlich bissig. Ich musste mehrfach aufs kleine Kettenblatt schalten und fühlte mich nun doch schon ziemlich matt. Doch die Schinderei hat sich heute wirklich gelohnt, denn eine leichte Südwindstimmung sorgte für fast klare Sicht auf den Alpenkamm. Auf dem Bild rechts erkennt man im Vordergrund Buchs/ZH und Dällikon. Es folgt der Hügelzug von Altberg (rechts) und Gubrist (links). Dahinter die Stadt Zürich, gut zu erkennen der Zürichsee, rechts davon der Üetliberg (mit dem Turm) und dahinter die frisch verschneiten Gipfel des Alpennordkamms. Wirklich sehenswert.

Auf dem Nachhauseweg schaltete ich den Eco-Mode ein. Im Kopf hörte ich Whitney Housten "The greatest love of all" singen und dazu liess ich die Beine drehen. Ich hätte auch die Augen schliessen und um die arme Whitney weinen können. Sie hatte einst eine derart wundervolle Stimme. In meinem Kopf singt sie natürlich mit dieser, ihrer besten Stimme und ihre Augen funkeln dabei. Natürlich sieht sie bezaubernd aus. So vergeht die Zeit und schon bald bin ich beim Besucherparkplatz beim Pistenende bei Oberglatt. Ich hatte nun wirklich Hunger und für die letzte Kuppe wollte ich mich noch stärken.

Der Tacho zeigte 92 Kilometer. Bis nach Hause waren es noch deren zehn, mit etwas mehr als 100 Höhenmetern. Das war kein wirkliches Problem mehr. Whitney Housten hat mich bis vor die Garage begleitet. Komisch, wie ich gerade auf sie und dieses Lied gekommen bin...

Das war eine sehr schöne, lange und anstrengende Tour. Im Herbstgewand vielleicht fast noch eine Spur schöner, weil farbiger als im Frühling. Ich brauchte diesmal gut 20 Minuten länger, war aber auch wie gesagt eher gemütlich untergwegs. Das GPS sagt: 102 km., 6:07 Std., 1'240 Hm.