übler Abflug

Auf unserer heutigen Trainingstour bin ich ganz übel gestürzt. Auf einem schnellen Singletrail ist mir plötzlich das Vorderrad nach links weggerutscht, worauf ich mit dem rechten Pedal Bodenkontakt hatte und so einen veritablen Highsider produzierte. Ich bin in hohem Bogen über das Bike gestürzt und wäre da nicht ein Baum im Weg gestanden, wäre ich vermutlich mit ein paar Schürfungen davon gekommen. Bei der Rolle vorwärts bin ich kopfüber mit dem Rücken ganz heftig gegen eben diesen Baum geknallt. 

Einen kurzen Moment war ich echt benommen und im Nachhinein muss ich schon dankbar sein, dass ich mir dabei nichts gebrochen habe. Auf der linken Seite habe ich nun Schürfwunden am Schienbein, am Knie, an der Hüfte, am Ellbogen und an der Schulter. Doch das ist alles nicht so gravierend, wie die starken Rückenschmerzen, die mich seither plagen. Ein vernünftiger Mensch wäre vermutlich gleich zum Arzt oder zur Notaufnahme im Spital gefahren, doch ich bin halt nicht so vernünftig... Das wird schon wieder... mein Lieblingsmotto nach Stürzen.

Seit meinem Schlüsselbeinbruch 2001 war dies der heftigste Sturz an den ich mich erinnern kann. Alles ging so schnell. Ich hatte überhaupt keine Chance. Genau wie damals.

Abends konnte ich mich dann kaum mehr richtig bewegen. Das Heben der Arme verursacht stechende Schmerzen im oberen Rücken und ohne Muskelsalbe und Schmerzmittel war an Schlaf gar nicht zu denken. Hoffentlich bessert das wieder. Wenn die Schmerzen bis Montag nicht zumindest etwas nachlassen, muss ich wohl doch noch den Arzt aufsuchen. 

Mann trifft Baum

So sieht es aus, wenn ich an meiner rechten Seite das Hemd hochziehe.

Und das kam so: Auf dem letzten flüssigen Singletrail der gestrigen Tour knallt mir plötzlich ein Ast rechts an den Helm. Ich zucke und lenke instinktiv nach links, touchiere aber nur einen Sekundenbruchteil später mit dem Lenkerende und dem linken Unterarm einen Baum. Es schlägt mich dadurch nach rechts über den schmalen Weg und nur mit Mühe kann ich dem nächsten Baum noch ausweichen. Also das heisst, mit dem Lenker, dem Arm und der Schulter konnte ich noch ausweichen, doch weil ich den hinteren Teil des Bikes nicht mehr unter Kontrolle hatte, knallte ich mit der Hüfte heftig gegen eine kräftige Buche. Zum Glück konnte ich mich auf dem Bike halten und bin ich nicht noch gestürzt. Ich war zwar nicht schnell unterwegs, vielleicht 10 bis 15 kmh, doch Bodenkontakt wäre bestimmt noch ärger herausgekommen.

Dieser Aufprall hat mich ganz heftig durchgerüttelt. Mir hat es dabei die Zähne heftig aufeinander geschlagen und direkt danach ich hatte das Gefühl als seien ein paar Rückenwirbel verschoben. Ich beugte und streckte mich auf dem Bike um mich irgendwie wieder zu sortieren und stellte dabei immerhin zufrieden fest, dass ich mich nicht ernsthaft verletzt hatte. Ich konnte das Becken gut rotieren und bewegen. Es knackte und zwickte zwar, doch es funktionierte noch alles richtig. Für mich Grund zur Entwarnung.

So ganz entwarnt bin ich einen Tag später nun aber doch nicht. Mich dünkt, mein Nacken knackt bei jeder Bewegung. Es schmerzt Nichts, doch ich höre jedes Drehen des Kopfs, jedes Ja und jedes Nein. Das ist doof, denn bewege ich den Kopf nicht, fühle ich mich steif und bewege ich mich, höre ich es knacken. Zudem hatte ich heute Abend in der Pilates-Lektion immer noch das Gefühl, als sei meine Wirbelsäule nicht mehr so im Lot wie vorher. Ich werde das ich den nächsten Tagen bei sanfter Rückengymnastik weiter beobachten und in mich hineinhorchen.

Bodenprobe

Heute morgen schwang ich mich bei Temperaturen knapp unter Null aufs Bike und nahm die 45 Minuten Arbeitsweg unter die Stollen. Im Tal lag dichter Nebel, doch die 130 Höhenmeter auf den Hügel meines Weges reichten um über den Nebel zu kommen und einen herrlichen Sternenhimmel zu erblicken, welcher im Osten bereits leicht rot gefärbt den kommenden Tag ankündigte. Es war kalt, der Atem war gut sichtbar und ich überlegte gar nicht so viel, als ich auf die Asphaltstrasse einbog. Es folgte ein 90°Grad-Knick und ehe ich ich mich versah, rutschte ich gleichzeitig mit beiden Rädern weg und konnte nichts mehr gegen den kommenden Sturz tun. Es war derart eisig, dass ich auch beim aufstehen Mühe hatte, sicher zu stehen und das Bike wieder aufzustellen. Wie nennen das die Meteorologen? "Überfrierende Nässe". Das Regenwasser von gestern ist in den Spurrillen der Strasse festgefroren und deshalb hatte ich keine Chance.

Zum Glück ist man im Winter dick eingepackt und verletzt sich deshalb nicht so leicht, dennoch spürte ich warmes Blut an Knie und Ellenbogen. Nur nicht nachsehen! Aufsteigen und weiterfahren! Autsch, das atmen fällt schwer. Ich habe mir beim Sturz wiedereinmal den Ellenbogen in die Rippen gedrückt und deshalb schmerzte der Brustkorb bei jedem tiefen Atemzug. Mist! Jetzt bin ich das ganze Jahr ohne nennenswerte Stürze über die Runden gekommen und nun haut's mich doch noch richtig hin. Wie immer in solchen Situationen denke ich: "Das wäre nicht nötig gewesen".

Im Geschäft angekommen stand ich unter die Dusche und bilanzierte den Schaden. So schlimm war es nun doch nicht. Zwei Schürfwunden am Knie, eine an der Hüfte, eine am Ellenbogen und eine am kleinen Finger. Dazu noch die schmerzenden Rippen. Glücklicherweise bin ich ein guter Selbstheiler (wenn man das so sagen kann). Am Morgen störte beim Sitzen das Knie in der Jeans noch etwas, doch sobald die Wunde abtrocknete wurde es besser. Jetzt, 15 Stunden nach der Bodenprobe, stören mich die schmerzenden Rippen noch am meisten. Die Schürfungen sind nur marginal und werden wohl in einer Woche schon verheilt sein. Erfahrungsgemäss brauchen Rippen etwas länger... aber auf alle Fälle ist glücklicherweise nichts Ernsthaftes passiert. Die andersgelagerten Bewegungen des morgigen Squashabends werden mir guttun.