zur Burg Hohenklingen

Heute packten wir fünf Leute und fünf Bikes in einen VW-Transporter und fuhren nach Ramsen im Kanton Schaffhausen. Beat hatte eine "Supertour mit sehr hohem Singletrailanteil" im Internet entdeckt und mir den entsprechenden GPS-Track zugemailt, so dass ich sie auch auf mein Garmin GPS laden konnte. Wir alle waren noch nie in dieser Gegend biken und waren gespannt, was da auf uns zukommt.  

Das Wetter war nicht schlecht. Etwas windig, die versprochenen 16° Grad wurden vermutlich nicht erreicht, dazu viele Wolken und nur ab und zu mal etwas Sonnenschein. Der Untergrund war jedoch perfekt trocken und das Laub knisterte nur so unter den Reifen. Wirklich ideale Bedingungen für eine schöne Herbsttour.

Die Strecke hat dann unsere Erwartungen eigentlich noch übertroffen. Da gab es wirklich kilometerlange Singletrails, die sich durch den Wald schlängelten. Oft befahrene Strecken, nicht allzu schwierig aber mit viel Flow. Dazu das viele Herbstlaub, ja, das war wirklich Spitzenklasse! Zwischendurch gab es aber auch ziemlich heftige Steigungen, die alle Kraft erforderten. Wirklich abwechslungsreich und interessant. An den drei höchsten Stellen der Runde gab es auch immer wieder tolle Ausblicke ins flache Land oder an das Ende des Bodensees, da wo der Rhein in Richtung Schaffhausen und Basel beginnt. Sehr schön.

Unsere wohlverdiente Rast legten wir erst gegen Ende der Tour, im Restaurant der Burg Hohenklingen, ein und genehmigten uns Kuchen und heisse Schokolade. Das hat gut getan, denn das stete auf und ab hat doch Substanz gekostet. Zum Abschluss bestiegen wir noch den Burgturm und genossen die tolle Aussicht runter nach Stein am Rhein. Dazu dann noch ein Gruppenfoto mit Selbstauslöser. ;-)

Der Rückweg bot noch einen letzten superschönen Singletrail und dann ein gemütliches Ausrollen bis zum Auto. Das war eine wirklich superschöne Herbsttour. Besten Dank für die Organisation, das Fahrzeug und den tollen Tag. Diese Tour wird in Erinnerung bleiben. Das GPS sagt: 38 km., 3:30 Std., 1'070 Hm.

doch noch eine Tour auf den Palfries

Am 13. Oktober stellte ich ja fest, dass ich zwei meiner Lieblingstouren dieses Jahr noch nicht gefahren bin. Pizol und Palfries. Auf dem Pizol war dann am 14. Oktober (vor genau drei Wochen) und heute bot sich mir ganz unverhofft doch noch die Chance die Palfries-Tour auch 2010 abhaken zu können. Unverhofft deshalb, weil nach den Schneefällen vor zwei Wochen lange nicht klar war, ob man mit dem Velo nochmals auf über 1'500 m.ü.m. fahren kann. Das schöne Wetter der letzten Woche hat diesen ersten Schnee jedoch schon sehr weit wieder weg geputzt.

Gestern Abend lud ich mir die Daten der Tour vom 14.06.2008 auf das GPS. Damals bin ich mit Peter diese Runde gefahren und heute bin ich also (fast) genau gleich gefahren. Nur, irgendwie hatte ich die Steigung via Kurhaus Alvier auf den Palfries nicht mehr so streng in Erinnerung, wie sie mir dann heute gefallen ist. Schon nach etwa einer halben Stunde uphill begannen mich die hinteren Oberschenkel zu schmerzen und dabei fühlte ich mich auch ziemlich kraftlos. Nur ist kraftlos nicht wirklich gut für über 1'500 Höhenmeter. Das tolle Wetter und die schöne Herbststimmung haben mir zum Glück über diese kleinen Krisen hinweg geholfen.

Es war wirklich sehr, sehr schön. Obwohl nun schon November ist, war es kurz nach zehn Uhr, als ich mit dem Bike in Sargans gestartet bin, etwa 12° Grad und im Laufe des Tages wurde es noch bis 16° Grad warm. Einfach super! Ich konnte echt in kurzen Hosen fahren. Dies auch, obwohl ab etwa 1'500 m.ü.m.   Schneeresten und an schattigen Stellen, kleine Schneefelder zu sehen und zu bewältigen waren. Farblich war das alles super. Dunkelgrüne Wiesen, gelb-braune Bäume, weisser Schnee, blauer Himmel.

Ein kleiner Wehrmutstropfen gab's dann doch noch. Obwohl an der Strecke drei Bergrestaurants liegen, waren alle drei geschlossen. Die Sommersaison ist vorbei und die Wintersaison hat noch nicht angefangen, scheinbar ideal um den Laden ein paar Wochen dicht zu machen. Ich war deshalb froh, dass ich genügend Proviant dabei hatte und ich mich aus dem Rucksack gut verpflegen konnte. Daran hat es nicht gemangelt. Genauso wenig an schönen Rastgelegenheiten mit Traumaussicht.

Der Downhill vom Kurhaus Sennis runter bis nach Heiligkreuz hat dann wieder richtig Spass gemacht (genau so, wie ich das in Erinnerung hatte). Für die letzten flachen Kilometer zurück zum Auto war ich noch dankbar. Ich konnte so leicht auskurbeln und die müden Beine schon mal etwas lockern. Das war wieder eine Supertour! Ich weiss, weshalb das eine meiner Lieblingsrunden ist und ich denke, dass ich auch 2011 wieder hierher kommen werde. Das GPS sagt: 42 km., 3:47 Std., 1'650 Hm.

100 Kilometer Herbsttour

Die heutige Tour ist eigentlich rasch erzählt. Ich bin die genau gleiche Tour gefahren, wie am 8. April 2010. Damals war Frühling, diesmal Herbst. Damals war das Bike weiss, dieses Mal orange. Soweit die Unterschiede... Gemeinsames gab es jedoch viel mehr. Die Temperatur lag wieder so um 10° Grad herum, wie damals, und es war zwar schön, doch wieder nur zeitweise sonnig. Ein prächtiger Biketag, für eine prächtige Biketour, damals wie heute.

Diese Runde ist lang, dafür nicht sonderlich schwer. Die ersten 70 Kilometer sind meist wellig und doch nahezu flach. Viele Kilometer auf "Simpletrails", auf einfachsten Wanderwegen oder Kiesstrassen. Über weite Strecken ein angenehmes und gemütliches dahin fahren, nun im Herbst ganz ohne Trainingsstress, bei herrlichen Herbstfarben, heute sogar ganz ohne Wanderer. Sehr schön.

Es folgte der Anstieg des Tages, von Ennetbaden via Lägernweid auf die Lägern Hochwacht. Auf etwa 10 Kilometer sind an die 500 Höhenmeter verpackt, wobei sich flachere Abschnitte munter mit steilen Rampen abwechseln. Ziemlich bissig. Ich musste mehrfach aufs kleine Kettenblatt schalten und fühlte mich nun doch schon ziemlich matt. Doch die Schinderei hat sich heute wirklich gelohnt, denn eine leichte Südwindstimmung sorgte für fast klare Sicht auf den Alpenkamm. Auf dem Bild rechts erkennt man im Vordergrund Buchs/ZH und Dällikon. Es folgt der Hügelzug von Altberg (rechts) und Gubrist (links). Dahinter die Stadt Zürich, gut zu erkennen der Zürichsee, rechts davon der Üetliberg (mit dem Turm) und dahinter die frisch verschneiten Gipfel des Alpennordkamms. Wirklich sehenswert.

Auf dem Nachhauseweg schaltete ich den Eco-Mode ein. Im Kopf hörte ich Whitney Housten "The greatest love of all" singen und dazu liess ich die Beine drehen. Ich hätte auch die Augen schliessen und um die arme Whitney weinen können. Sie hatte einst eine derart wundervolle Stimme. In meinem Kopf singt sie natürlich mit dieser, ihrer besten Stimme und ihre Augen funkeln dabei. Natürlich sieht sie bezaubernd aus. So vergeht die Zeit und schon bald bin ich beim Besucherparkplatz beim Pistenende bei Oberglatt. Ich hatte nun wirklich Hunger und für die letzte Kuppe wollte ich mich noch stärken.

Der Tacho zeigte 92 Kilometer. Bis nach Hause waren es noch deren zehn, mit etwas mehr als 100 Höhenmetern. Das war kein wirkliches Problem mehr. Whitney Housten hat mich bis vor die Garage begleitet. Komisch, wie ich gerade auf sie und dieses Lied gekommen bin...

Das war eine sehr schöne, lange und anstrengende Tour. Im Herbstgewand vielleicht fast noch eine Spur schöner, weil farbiger als im Frühling. Ich brauchte diesmal gut 20 Minuten länger, war aber auch wie gesagt eher gemütlich untergwegs. Das GPS sagt: 102 km., 6:07 Std., 1'240 Hm.

Pizolhütte in herrlichem Sonnenschein

Nach der gestrigen Routenplanung bin ich heute Morgen entsprechend früh mit dem Auto nach Bad Ragaz gefahren, wo ich beim Bahnhof parkierte. Das Wetter war wie vorausgesagt: tristes, feuchtes Grau, unter einer dichten Nebeldecke, kaum 10° Grad.

Na ja, kalt war mir nicht lange, denn schon nach einem Kilometer beginnt die Strasse hoch nach Valens ganz kräftig anzusteigen. Generell lässt sich die Tour ganz einach beschreiben: Ein Berg, fertig. Oder: 1km flach, dann 17km berghoch, 11km bergrunter und 5km flach zurück zum Auto. Insgesamt also nur 34 Killometer Strecke, dafür mit kräftigen 1'800 Höhenmetern.

Ich nahm mir vor, dass ich meinen ersten Halt erst dann mache, wenn ich die Sonne sehe, wenn ich also über die Nebeldecke komme. Gemäss Wetterbericht sollte diese auf etwa 1'500 Metern über Meer liegen und so hoffte ich, dass dieser Halt bei der Alp Braggis auf 1'561 Metern über Meer sein würde. Dem war aber nicht so, denn da war ich mitten in dichtem und kaltem Nebel. Die ersten 1'000 Höhenmeter lagen da bereits hinter mir und so langsam hatte ich schon etwas Hunger, doch eine Pause im Nebel? Nein, lieber noch etwas beissen und dranbleiben. Weit kann es ja nicht mehr sein. Die Alp Obersäss liegt auf 1'820 Metern über Meer und wirklich erst kurz davor wurde es etwas heller und man konnte den darüberliegenden, blauen Himmel langsam erahnen. Bis ich dann wirklich in der Sonne war und das Nebelmeer überblicken konnte, zeigte mein Höhenmesser genau 1'900 Meter über Meer. Endlich!

Die Pause hatte ich wirklich nötig und ich verputzte ein Sandwich und einen Apfel und blinzelte dabei genüsslich in die Sonne. An dieser windgeschützten Stelle war es gleich ganz angenehm warm und so konnte ich mein durchgeschwitztes Trikot auch gleich etwas trocknen. Vor mir lagen nun nur noch etwa 300 Höhenmeter, wovon ich aber wusste, dass ich mindestens die letzten 200 mein Bike schieben und tragen musste. Kein Problem. Bei dem herrlichen Wetter macht man das gerne, zumal als Belohnung ein feines Restaurant in der Pizolhütte auf mich wartete.

Etwa 100 Meter von der Pizolhütte entfernt kam ich dann auf den Hauptkamm und war gleich erschlagen ob der vielen Wanderer und Spaziergänger. MMMMMist! So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Nichts war mit Ruhe und Aussicht geniessen, das war der pure Rummel. Das hat man davon, wenn eine Gondelbahn direkt auf den Berg führt und man nach 300 Metern Fussmarsch schon zum Restaurant kommt. Mir war das aber gleich zu viel. Ich stellte das Bike nur kurz an den 2'222 M.ü.M. Pfosten um das Tagesfoto zu schiessen und machte mich dann gleich wieder auf den Weg (man beachte das schöne Nebelmeer und die dahinterliegenden Bergspitzen der Bündner Alpen).

Ich zweigte auf die Nordseite der Bergflanke auf herrliche Wanderwegen talwärts ab. Bereits 100 Höhenmeter tiefer war ich wieder alleine und machte während meiner Pause das nebenstehende Foto. Man sieht, wie hoch und ausgedehnt die Nebeldecke ist. Im Bildhintergrund erkennt man die Spitzen der Churfirsten und ich konnte auch rüber zum Palfris sehen, der aber im dichten Nebel lag. Zum Glück habe ich mich für den Pizol entschieden, denn es hätte mich schon etwas geärgert, wenn ich so lange berghoch gefahren und dann trotzem nicht aus dem Nebel gekommen wäre. Die sicherere Variante war heute die Richtige.

Der nachfolgende Downhill war dann einfach nur absolute Spitzenklasse. Ich fuhr eine volle Stunde bergrunter und vernichtete auf 11 Kilometern ganze 1'750 Höhenmeter, was einem durchschnittlichen Gefälle von fast 16% Prozent entspricht. Unglaublich. An zwei, drei kniffligen Stellen musste ich kurz absteigen und tragen, doch 99% konnte ich fahren. Dabei fühlte ich mich gut und recht sicher, ja, heute hatte ich ein sehr gutes Gefühl auf dem Bike. Zwischendurch bemerkte ich, wie ich zu zittern begann, weil ich so von Adrenalin durchflutet wurde und deshalb habe ich kurz angehalten um mich etwas zu beruhigen. Die Mundwinkel kriegte ich jedoch nicht mehr runter. Ein berauschtes Grinsen lag auf meinem Gesicht.

Da kamen die letzten fünf flachen Kilometer bis zum Auto gerade richtig. Da konnte ich mich etwas normalisieren. Das war eine Prachtstour und ich bin wirklich froh, dass ich es auch dieses Jahr einmal auf den Pizol schaffte. Für diesen herrlichen Tag bin ich sehr dankbar und ich werde ihn in guter Erinnerung behalten. Das GPS sagt: 34 km., 4:02 Std., 1'800 Hm.

Herbsttour zum 5'000sten Kilometer

Den heutigen freien Tag nutzte ich für eine schöne Herbstfahrt. Dabei hoffte ich, dass der Hochnebel sich noch lichten werde und dass ich dann diese wunderbaren Herbstfarben bei Sonnenschein erleben kann.

Damit ich etwas meinen Gedanken nachhängen konnte, entschied ich mich für eine mir wohlbekannte Strecke. Zuerst nordwärts an den Rhein, da etwas dem Wanderweg auf der schweizer Seite folgen und bei Kaiserstuhl südwärts in Richtung Lägern Hochwacht. Eine ähnliche Runde also, wie ich sie schon öfters dieses Jahr gefahren bin. Die Anfahrt zu den Rheinufertrails wählte ich etwas anstrengender als sonst, denn ich fuhr über die Hügel Rhinsberg und Laubberg. Auf dem Laubberg kommt man an einen Punkt vorbei, der sich Paradiesgärtli nennt, was ich jedesmal speziell schön finde. Einerseits hat man von da eine gute Sicht über den Rhein nach Deutschland und andererseits finde ich schon den Namen alleine super. So quasi die Steigerung des Paradieses. Ein kleiner Garten inmitten des Paradieses. Dies stimmt mich natürlich froh und dankbar.

Leider verzog sich der Hochnebel nicht und als ich später den Anstieg auf die Lägern Hochwacht in Angriff nahm hatte ich die leise Hoffnung (oder den Wunsch), dass ich über die Nebeldecke stossen würde, doch dafür reichten die 856 m.ü.m. nicht. Ich befand mich da mitten im Nebel, bei Null Aussicht. Es war sogar kühler als unterhalb des Nebels und so zog ich für die Abfahrt ein Langarmtrikot aus dem Rucksack an.

Gegen Ende der Tour merkte ich langsam die Beine und nahm es deshalb etwas gemütlicher. Mit Temperaturen um die 20° Grad war es sehr angenehm und die sich verfärbenden Bäume mit fallendem Laub sind immer wieder schön anzusehen. Ich bin mir bewusst wie privilegiert ich bin, an einem solchen Tag so viel Zeit zu haben um Rad fahren zu können. Dabei genoss ich es auch, alleine zu sein, Ruhe zu haben und nichts zu müssen, sondern alles zu dürfen.

Als ich später die Daten aus dem GPS ausgelesen und in meine Excel-Tabelle übertragen habe bemerkte ich, dass heute der füntausendste Kilometer gefallen ist. Mit zusätzlichen 30 Höhenmetern wäre auch gleichzeitig die 100'000 Höhenmeter-Marke gefallen. Somit sind eigentlich meine Jahresziele erreicht und alles was nun noch kommt, ist Zugabe. Sehr schön. Das GPS sagt: 69 km., 4:21 Std., 1'540 Hm.

Top of Zürcher Oberland

Heute nutzte ich den letzten Tag des Altweibersommers für eine schöne Biketour. Dabei entschied ich mich für die "Top of Zürcher Oberland"-Tour mit den drei Bergen Bachtel, Schnebelhorn und Hörnli. Dafür bin ich schon früh aufgestanden und mit dem Auto an den Bahnhof bei Steg/ZH gefahren, wo ich parkierte. Kurz vor neun Uhr startete ich die Aufzeichnung am Bikecomputer und bin losgefahren. Wobei, schon nach ein paar Hundert Metern machte ich meinen ersten Halt, bei der nächsten Bäckerei. Ich kaufe mir Sandwiches und einen Nussgipfel für unterwegs und einen Kaffee mit Gipfeli für sofort, so quasi als Frühstück.

Ich habe heute nur drei Fotos gemacht, denn es war genau so schön wie am 25.10.2008, wo ich mit Freunden diese Tour zum ersten Mal gefahren bin. Einfach herrlich. Sonne satt, den ganzen Tag. Trockene Wege, freundliche Leute... ein Traumtag.

Natürlich erinnere ich mich an die Tour von vor zwei Jahren und deshalb wusste ich, dass diese Top of Tour ein paar knackige Anstiege, mit teils fiesen Rampen bereithält. Es galt also die Kräfte gut einzuteilen, zumal der letzte Anstieg, hoch zum Hörnli, noch so ziemlich der Härteste ist. Nach etwas mehr als einer Stunde war ich auf dem Bachtel, wo ich eine erste Pause machte. Das macht dann minus ein Sandwich und minus ein Nussgipfel. Der folgende Downhill nach Gibswil hatte es dann ziemlich in sich. Der steile Wanderweg ist immer wieder mit Treppen verbaut, an denen links wie rechts scheinbar schon tausende von Bikern vorbei gebremst sind. Zusammen mit dem regelmässigen Regen ist der Weg weitgehend wegerodiert, tiefe Rinnen und wurzelübersäte Furchen führen steil nach unten. Da bin ich zweimal kurz abgestiegen und habe ein paar Meter getragen. Das war mir zu riskant.

Der zweite Anstieg, von Gibswil via Schindelberg auf das Schnebelhorn, ist das eigentliche Haupthindernis des Tages. Auf einer Schotterstrasse habe ich mir einen Nagel in den hinteren Reifen gefangen, was mich zu einem Reparaturhalt zwang. Weil das Loch so einfach zu lokalisieren war, flickte ich den Schlauch und montierte ihn gleich wieder. So kann ich den neuen Ersatzschlauch noch etwas aufsparen. Alles kein Problem.

Am höchsten Punkt der Tour, auf dem Schnebelhorn, traf ich dann auf eine Schulklasse und so war natürlich nichts mit einer ruhigen Pause und Aussicht geniessen. Ich fuhr deshalb etwa 300 Meter weiter und setzte mich dann etwas in die Wiese. Da verputzte ich dann mein zweites Sandwich und blickte in Richtung Hörnli, dem letzten Berg der Tour.

Diese steilen Rampen hoch zum Restaurant auf dem Hörnli bin ich wie in Zeitlupe hochgekrochen. Ich habe eigentlich nur nicht geschoben, weil ich vor zwei Jahren alles hochgefahren bin. Da konnte ich mir heute doch keine Blösse geben. Doch es war wirklich beinhart und ich wunderte mich ehrlich, dass ich das schon einmal gepackt hatte. Jeder der die Stelle kennt, weiss wovon ich rede. Zur Belohnung gönnte ich mir dafür Mereinge mit Glacé, ein wahres Zucker-Feuerwerk. Ich genoss noch etwas die Aussicht und das herrliche Wetter. Die aufgestellten Strandkörbe waren ideal und eigentlich war alles perfekt.

Die Rückfahrt war dann nur noch ein Klacks. Ich glaube, man könnte vom Restaurant auf dem Hörnli bis zum Bahnhof Steg einfach alles runter rollen und bräuchte nie in die Pedale zu treten. Es geht einfach nur noch bergab. Das GPS sagt: 47 km., 3:56 Std., 1'700 Hm.

Das war eine wirklich schöne Tour an einem sehr schönen Herbsttag. Ich fands richtig anstrengend und bin nun auch entsprechend müde und zufrieden. Danke.

rund ums Stanserhorn

 
Die Owaldner-Biketour Anfang September ist ein Fixpunkt in meinem Bikekalender (hier die Berichte von 2009, 2008 und 2007). Der Wetterbericht war gut und so starteten Jürg und ich gutgelaunt schon frühmorgens mit dem Auto in Richtung Innerschweiz. Treffpunkt war wie immer die Firma Sika in Sarnen, um 09:00 Uhr. Da gab es dann Kaffe und Gipfeli und man lernte sich kennen. Einige Gesichter kannte ich schon aus den Vorjahren und einige waren neu. Dieses Jahr waren wir insgesamt 12 Biker/innen, die unter der Leitung von Jörg und Markus zu einer schönen Tour rund um das Stanserhorn aufbrachen.
 
Das Streckenprofil war ziemlich einfach. Auf den ersten 15 Kilometer gab es gleich 1'000 Höhenmeter, dann geht es runter und mit ein paar Gegensteigungen werden insgesamt etwa 1'400 Höhenmeter auf 48 Kilometer zu bewältigen sein. Eine schöne Tagestour für eine Gruppe in dieser Grösse.
 
Die ersten 15 Kilometer hatten es dann wirklich in sich. Wie nennt man diese geometrische Form? Eine Parabel? Zuerst steigt es noch wenig, doch dann rasch immer mehr, bis es fast senkrecht nach oben geht? In etwa so war es. Die Steilstücke waren oft betonierte Fahrspuren, die super Halt boten. Es war also nur eine Frage der Kraft (und des Ehrgeizes), ob man hochfahren konnte oder nicht. Echte Prüfungen. Leider sind wir ab etwa 1'200 in eine Nebelwolke gefahren und so konnten wir am höchsten Punkt, auf 1'450 Metern über Meer leider nicht viel sehen. Keine Aussicht. Schade. Nach der kurzen Abfahrt nach Wirzweli machten wir im Restaurant Waldegg Mittagspause.
 
Später folgten sehr schöne Streckenabschnitte rund um das Stanserhorn. Dabei kreuzten wir auch die Strecke der Stanserhorn Standseilbahn. Ein Unikum aus dem letzten Jahrtausend befördert noch immer Ausflugstouristen von Stans auf das Stanserhorn. Auch die schönen Wanderwege durch den Kernserwald werden mir noch in guter Erinnerung bleiben. Zum Tourausklang besuchten wir noch ein schönes Gartenrestaurant in Sarnen und genossen die wärmenden Spätsommerstrahlen. Das war wieder eine sehr schöne Tour. Vielen Dank an Jörg und Markus für die Organisation, für die schöne Strecken und das gute Essen. Da komme ich immer wieder gerne! Das GPS sagt: 48 km., 3:45 Std., 1'440 Hm.

mal wieder: Lägern Hochwacht

Ich bin heute zeitig aufgestanden, denn ich wollte einen grossen Teil des Tages für eine Bikerunde nutzen. Abends stand noch ein geschäftlicher Termin auf dem Programm und dazwischen sollte ich mal noch Lebensmittel einkaufen. Keine Zeit also um bis nach neun Uhr liegen zu bleiben...

Nach einem ausgedehnten Zeitungs-Frühstück zog ich mich um und machte mich abfahrfertig, um 09:17 Ur startete ich die Aufzeichnung am GPS. Es war noch ziemlich kühl und deshalb fuhr ich mit Knielingen und einer leichten Jacke, was durchaus angebracht war.

Wie schon öfters dieses Jahr entschied ich mich für die Rheinufer-Wanderwege. Moment, ich suche kurz. Ja. Hier! Am 25. Mai bin ich praktisch die gleiche Tour gefahren. Eine eher lange, denn schwere Bikerunde, die aber vieles zu bieten hat. Vor allem bietet sie an einem unbedeutenden Donnerstagmorgen durchaus auch Ruhe und Einsamkeit.

Bei der Tössegg, wo die Töss in den Rhein fliesst, machte ich dann die ersten Fotos. Einige Schwäne schwammen Tössaufwärts und suchten nach Futter. Als ich das Bike ansah, fielen mir die Tau-Tropfen auf, die von den Reifen hochgeschleudert wurden und nun wie kleine Diamanten in der Sonne glitzern... Deshalb dieses Bild des Tages. Generell finde ich die orange Farbe und die fliessende Rahmenform schon ziemlich SEXY!

Auf der Lägern-Hochwacht machte ich dann ein Selbstauslöserfoto, welches belichtungsmässig jedoch nicht so der Hit ist. Deshalb versuchte ich noch ein Selbstportrait mit Blitz... Na ja, ich bin halt nicht schöner... links von mir die Kugel der Flugraumüberwachung vom Flughafen Zürich.

Ich nahm es gemütlich und gönnte mir auf dem Heimweg noch eine Kaffepause mit Kuchen. Wiedereinmal bei der Imbisbude am Pistenende bei Oberglatt. Alles war war wie gewohnt. Meine Welt ist noch gleich wie vor den Ferien. Schön, das mag ich. Das GPS sagt: 65 km., 3:45 Std., 1'220 Hm

Fotoalbum - Top of Graubünden

Es sind nun zwei Wochen vergangen, seit ich von der Top of Graubünden Biketour nach Hause gekommen bin. Weil ich ja in Italien war hatte ich keine Zeit um meine Fotos etwas zu sortieren doch als ich in der Post die Foto-CD von Peter entdeckte, war mir klar, dass ich bald an den PC sitzen wollte um mir die Bilder anzusehen.

ICH BIN BEGEISTERT! Was für sensationelle Bilder! Was für eine Traum-Umgebung!

Es hat mich ein paar Stunden gekostet, doch ich habe nun fast 130 Bilder in einem Fotoalbum online gestellt. Seht selbst.

Traumtour auf den Chasseral

Matthias und ich mussten heute früh aufstehen um noch frühstücken zu können, bevor uns Jürg und Geri mit dem Bus abholten. Schon vor 8 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Biel wo ich um 09:40 Uhr die GPS-Aufzeichnung startete. Ich hatte mir diese Strecke auf das GPS geladen und wir freuten uns auf eine prächtige Tour. Das Wetter war wirklich prächtig! Ein fast wolkenloser, blauer Himmel und das Thermometer sollte noch auf bis zu 27° Grad klettern. Wirklich der perfekte Tag für eine schöne Tour.

Schon der Aufstieg zum Chasseral war beeindruckend. Meist hatte man auf der einen Seite beste Sicht über die Berner Seenlandschaft und auf der anderen Seite konnte man schon früh den höchsten Punkt der Tour, den Sendeturm auf dem Chasseral, erkennen. Die gewählte Strecke war zudem recht angenehm gestaltet. Berghoch war es nirgends extrem steil und man konnte über lange Zeit in einem angenehmen Rhythmus hochkurbeln.

Kurz vor dem Hotel Chasseral sind dann diese zwei Fotos entstanden. Links Jürg und Geri vor dem Bieler- Murten- und Neuenburgersee. Dahinter (vermischt mit leichten Wolken) die waadtländer Alpen. Rechts dann die Aussicht frontal von der Aussichtsterrasse des Restaurants. Zwei Gleitfallschirmflieger vor den Berner Alpen.

Apropos Gleitfallschirme: Der Chasseral scheint ein bevorzugtes Gebiet für Gleitschirmflieger zu sein. Einerseits herrschen gute thermische Bedingungen und andererseits kann man mit dem Auto bis zum Hotel hochfahren und gleich von da weg starten. Wir haben bestimmt über zwanzig Gleitschirmflieger gesehen. Nach der Mittagspause sind wir dann zum Sendeturm gefahren und haben uns nochmals an der tollen Aussicht satt gesehen, bevor dann der eigentliche Mountainbiketeil begann.

Über eine Distanz von ca. 10 km fuhren wir in östlicher Richtung immer dem Bergrücken entlang. Herrliche Wanderwege/Singletrails führten über Bergwiesen und durch Wälder. Immer wieder genoss man tolle Ausblicke ins Flachland, bevor dann der steile und technische Abschnitt runter nach Frinvillier volle Konzentration und gute Fahrtechnik erforderte. Nun wurden auf 4 km glatte 700 Höhenmeter vernichtet und viele enge Kehren und Serpentinen sind dabei zu bewältigen. Das Bild rechts gibt eine gute Vorstellung davon. Das war wirklich Spitze.

Es folgten die letzten Höhenmeter des Tages, hoch nach Evilard und von da durch den Wald Richtung Magglingen. Zum Schluss wurde uns dann mit dem "Bieltrail" noch das Sahnehäubchen der Tour präsentiert. Ein stark ausgefahrener und trotzdem noch anspruchsvoller Downhill runter bis zu den ersten Häusern von Biel. Das war wirklich die Krönung. Viele Anlieger, kleinere Sprünge und steile, steinige Passagen, wo eine gute Linie gefragt war. Der Bieltrail hat wirklich viel Fluss und hat uns nicht nur ein zufriedenes, sondern ein glückliches Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Zum Tourabschluss setzten wir uns in der Bieler Altstadt in ein schönes Gartenrestaurant und genossen den selbstgemachten Früchte-Eistee. Wir liessen dabei nochmals die Highlights der Tour vor unserem geistigen Auge Revue passieren und tauschten unsere Erfahrungen und Emotionen aus. Herrlich. Das GPS sagt: 57 km., 4:27 Std., 1'830 Hm