etwas radeln

Heute war das Wetter bedeutend besser als ich dachte und so bot sich der freie Nachmittag geradezu für eine Strassenrunde mit dem Fahrrad an. Etwas Bewegung konnte nach den zwei Festessen der letzten Tage ja nicht falsch sein.

Ich fuhr in die Stadt um da einen Kaffee zu trinken. Auf bekannten Wegen, so dass ich genügend Zeit hatte um etwas den Kopf durchzulüften, die Sonne und die kalte frische Luft zu geniessen. Das tut immer wieder gut. Ich habe schon oft davon geschrieben und auch heute genoss ich diese Freiheit und das geräuschlose Rollen durch die Welt. Zeitweise hatte ich die Idee, dass die Erde unter mir durchrollt, wie auf einer freien Trainigsrolle. Eigentlich blieb ich stehen, doch es zog immer weiter Strasse und Landschaft an mir und unter mir vorbei. Die runde Erde dreht sich mir entgegen und ich sitze oben auf meinem kleinen Fahrrad und lasse die Welt an mir vorbeiziehen... alles wickelt sich ab wie ein Film...

Eigentlich ist das meditive Radfahren ein Widerspruch in sich. Während der Fahrt gibt es pausenlos neue Abwechslung und Ablenkung. Man beurteilt die Strasse und den übrigen Verkehr, bewegt die Muskeln, beobachtet die Umgebung und fühlt das Wetter, die Sonne, die Temperatur, den Fahrtwind, die wechselnde Anstrengung. Man ist also mit allen Sinnen engagiert und trotzdem kriegt man dadurch freie Zeit im Kopf. All das physische Erleben verläuft nahezu automatisch und unterbewusst, irgendwie wie an den Rand gedrängt. Ja, machmal denke ich sogar, dass dadurch wie eine Art Tunnel entsteht, durch den man fährt. Gedanken kommen und gehen, sie tauchen am Horizont auf, rollen an einem vorbei und verfliegen im Hintergrund. Man braucht sich nicht mit ihnen zu befassen oder sie zu bewerten sondern man sieht und fühlt einfach, wie sie auftauchen und vorbeiziehen. Fremde oder unnütze Gedanken werden immer weniger und der Himmel des Geistes klart zunehmend auf. Dann hat man Zeit für Intuition und das Spielen mit Gedanken und Ideen. Ich mag das wirklich sehr...

So wurde also nichts mit "Baumärkte abklappern"... Ich bin einfach überall dran vorbei gefahren...

lang ist's her

Am 5. Januar benutzte ich zum letzten Mal mein SANTA CRUZ Mountainbike... So wunderte es nicht, dass ich vor der heutigen Tour zuerst einmal die Reifen aufpumpen und die Spinnweben vom Lenker entfernen musste. 

Ich war mit Jürg für eine Samstagstour verabredet und freute mich richtig, wieder einmal ein Fahrrad ohne Stützräder zu fahren. Über Nacht hat es etwas geschneit und das Thermometer zeigte nur wenig über Null Grad an. Schutzbleche am Bike und warme Kleider am Mann waren also angesagt. Wir sind dann eine Tour gefahren, von der ich früher gesagt hätte "Standard". Wenn man am letzten Novembertag jedoch erst zum zweiten Mal auf dem Mountainbike sitzt, ist jedoch nichts mehr wirklich Standard. Natürlich kannte ich die Strecke und doch... es ist einfach schon so lange her...

Es war ganz angenehm, dass wir nur zu zweit waren. So hatten wir Zeit um etwas zu plaudern und wohl auch deshalb waren wir nicht allzu schnell unterwegs. Es war ein echter Genuss. Trotz der zunehmend kälter werdenden Füsse. Ja, das habe ich wirklich vermisst. Überhaupt: Ich war dieses Jahr kein einziges Mal in den Bergen... auch das habe ich vermisst. Wobei, es war kein schmerzliches Vermissen sondern einfach die Feststellung, dass ich das früher wirklich oft und gerne gemacht habe und nun in der schönsten Jahreszeit einfach keine Zeit mehr dafür habe. Die Zeiten ändern sich...

erster Schnee

Heute Abend hatte ich eine gebuchte Fahrt vom Bahnhof Stadelhofen zum Hauptbahnhof. Da um 18:00 Uhr die Weihnachtsbeleuchtung der Innenstadt in Betrieb genommen wurde, waren viele Geschäfte bis 22:00 Uhr offen und verschiedene Marktstände und kleine Bühnen waren entlang der Bahnhofstrasse eingebaut. Alles war also zur Anbetung des goldenen Konsumkalbs aufgebaut, so dass wir uns bis zu Weihnachten berauschen können...

Bevor ich in die Stadt fuhr musste ich noch einen Abstecher bei Mainstreet 42 machen um da Spezialwerkzeug auszuleihen, welches ich später brauchte um an Arjun's Rikscha einen Schaden zu beheben. Am späten Nachmittag regnete es noch leicht und es war deshalb klar, dass ich das Regenkombi zum Motorradfahren anziehen musste. Schon auf dem Weg in die Stadt begann es dann zunehmend zu schneien.

Für die Rikschafahrt musste ich also das Regenverdeck runterlassen, was etwas schade war, denn die Sicht für die Passagiere wird dadurch schon etwas eingeschränkt. Das kommt daher, dass bei diesem feuchtkalten Wetter das Verdeck von innen zu beschlagen beginnt und zudem die Schneeflocken aussen am Verdeck kleben bleiben. Na ja, das war nicht so schlimm. Das junge Paar fand die Fahrt durch die beleuchtete Innenstadt doch sehr schön und hat es genossen.

Meine Kleidung war wie folgt: Unten: kurze Radhose, lange Unterhose, lange Radhose, Regenhose. Oben: kurzes Funktionsshirt, langes Funktionsshirt, dünner Fleecepullover, Langarm-BikeButler-Shirt, Regenjacke. Langfingerhandschuhe und Mütze auf dem Kopf. Wahrlich: es ist Winter!

Nach der Fahrt traf ich dann wie vereinbart Arjun in der Garage und wir machten uns an die Reparatur seiner hinteren Bremse. Da war an einem Bremszylinder ein Befestigungsgewinde ausgenudelt und dieses musste nun mit einem Gewindeeinsatz ersetzt werden. Mit dem richtigen Werkzeug war das dann keine grosse Sache und nach einer halben Stunde war dann alles wieder tip top. Wir haben noch etwas geplaudert bevor wir uns verabschiedeten. Ich stieg also wieder ins Regenkombi und auf das Motorrad.

Auf dem Heimweg schneite es ziemlich heftig. Nachts bei Schneefall Motorrad zu fahren ist etwas beängstigend. Ich sehe von Natur aus nachts schon ziemlich schlecht und dann beschlägt es einem das Visier und Schneeflocken auf dem Visier sind dann noch das i-Tüpfelchen für den Blindflug. Ausserdem wird der Untergrund natürlich zunehmend rutschiger und all das zusammen macht die ganze Sache irgendwie zum Eiertanz. Ich fuhr deshalb ziemlich langsam und meist direkt hinter einem Auto. Dessen Rücklichter waren mein Wegweiser und so lange ich in seiner Fahrspur fahre, ist die Strasse auch nur nass und nicht plotschig-rutschig. Ich war dann froh, heil zu Hause angekommen zu sein. Sowas mag ich wirklich nicht. Nun kommt die Zeit, in der die Nachteile des Motorradfahrens sich zeigen.

Schlitteln

Heute hat es nun mit dem Schlitteln geklappt! Zwar war das Wetter nicht ganz so prächtig wie am letzten Sonntag, doch ein schöner Sonntagsausflug war es ganz bestimmt.

Wir trafen uns um 10 Uhr in Hinwil mit Freunden und fuhren dann gemeinsam in einem Auto in die Nähe der Alp Scheidegg. Der Fussmarsch bis hoch zum Bergrestaurant auf genau 1'200 Metern über Meer dauerte heute nur etwa 45 Minuten und schon bald sassen wir gut gelaunt in der schönen Gaststube, von wo man eine sehr schöne Aussicht in Richtung Westen geniesst. Wir genehmigten uns eine schöne Zvieri-Platte, tranken etwas Feines und unterhielten uns gut.

Die Schlittelfahrt runter zum Parkplatz machte dann mächtig Spass. Eine schnelle Unterlage und stetes Gefälle sorgen für eine flotte Fahrt und wie immer in solchen Fällen, ist man dann viel zu schnell unten. Ja, schön war's!

etwas radfahren

Schon seit fast zehn Tagen ist es bei uns eigentlich viel zu warm. Meist liegen die Temperaturen zwischen 5 und 12° Grad. Zwar regnete es ab und zu, doch für heute Samstag war schönes und trockenes Wetter angesagt. Genau richtig um noch etwas Rad zu fahren und die eine oder andere angefressene Kalorie wieder zu verbrennen.

Ich fuhr mit dem Kish ins Stadtzentrum von Zürich und flanierte etwas durch die Stadt, bevor ich mir dann am Seebecken einen Kaffee gönnte. Das schöne Wetter lockte sehr viele Menschen nach Draussen und es war eine friedliche und schöne Stimmung.

Ende November dachte ich eigentlich, dass ich dieses Jahr die 7'000-Kilometer-Marke noch knacken werde, doch mit dem Schnee Anfang Dezember und dem Regen gegen Mitte Monat lag nicht viel drin. Nebst drei Mal Rikschafahren war ich heute das einzige Mal wirklich auf dem Bike und so wird es also nicht reichen. Das ist mir egal. Wär's mir das nicht, so hätte ich bestimmt noch die eine oder andere Tour reingequetscht, einfach um über die 7'000 zu kommen.

Die heutige Ausfahrt habe ich sehr genossen. Das sanfte dahinrollen mit dem Kish gefällt mir immer wieder ausgezeichnet. Schade, dass ich das nicht öfters tun kann. Denn, die Kilometer verteilen sich dieses Jahr sehr einseitig. Knapp 6'000 Kilometer war ich mit der Rikscha in Zürich unterwegs. Die restlichen Kilometer verteilten sich auf das Santa Cruz Mountainbike und das Kish Strassenrad. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich ziletzt so wenig mit dem Mountainbike unterwegs war wie dieses Jahr. Tja, die Zeiten ändern sich... Und 2013 wird es wieder ähnlich sein...

zweiter Schnee

Vor ziemlich genau einem Monat fiel der erste Schnee, welcher sich erwartungsgemäss nur ein paar wenige Tage halten konnte. Über Nacht und heute Morgen schneite es dann zum zweiten Mal bis hier ins Flachland runter. Auch diesmal wird es wohl nicht allzulange halten, denn es ist mehr Matsch als Schnee. Pünktlich zum Winteranfang soll es aber empfindlich kühl werden und für Samstag sind sogar Temperaturen angesagt, die nicht mehr über Null Grad steigen sollen.

Ich seh's locker. Erfahrungsgemäss hält früher Schnee nicht wirklich lang. Weisse Weihnachten sind hier mehr die Ausnahme als die Regel und erfahrungsgemäss ist es bei uns Ende Januar und im Februar am kältesten. So gesehen ist der heutige Schneefall einfach ein Zeichen dafür, dass der Winter wirklich kommt.

Nachdem ich mir ja am Montagabend ordentliche Blasen an den Fersen geholt hatte, blieb ich die letzten beiden Tage vorwiegend zu Hause und widmete mich Büro- und Internet-Arbeiten. Heute wollte ich aber doch mal wieder nach Draussen, auch wenn es nur für einen kurzen Spaziergang sein sollte. In der Luft lag förmlich der Geschmack von Schnee...

alte Freu(n)de

Mein geliebtes Strassen- und Tourenvelo hat in den letzten sieben Monaten, wo es traurig und ungenutzt in der Garage verbrachte, schon etwas Staub angesetzt. Nachdem es im letzten Sommer ganz Italien bereisen konnte, musste es diesen Sommer ein tristes und unbeachtetes Dasein fristen. Höchste Zeit also um es endlich wieder einmal auszuführen. 

Es stand eine kleine Besorgung an, die ich heute zu erledigen hatte und weil ich nicht wirklich auf das Motorrad steigen wollte war endlich der Moment gekommen um die Reifen am KISH wieder auf Normaldruck zu pumpen, den Staub von Sattel und Oberrohr zu wischen und es somit startklar zu machen. Der Himmel war zwar wolkenverhangen und die +2° Grad waren auch nicht gerade berauschend, doch immerhin waren die Strassen meist trocken und somit bot sich eine Fahrt mit dem Velo geradezu an.

Sofort kam Heimweh auf. Dieses Fahrrad rollt einfach fantastisch. Die Sitzposition ist perfekt und natürlich kamen gleich Erinnerungen vom letzten Sommer hoch. War das schön! Es war, wie wenn man einen alten Freund wieder einmal trifft, nachdem man sich schon lange Zeit nicht mehr gesehen hat. Alles ist sofort vertraut und man geniesst es einfach, wieder einmal Zeit miteinander zu verbringen. Ich habe es sehr genossen... Das GPS sagt: 1:12 Std., 21 km., 280 Hm.

erster Schnee

Der Wetterbericht hatte also tatsächlich recht. Am Samstagabend ging der Regen ganz langsam in Schnee über und heute Morgen war dann die Umgebung vorwiegend weiss und schneebedeckt. Eine kalte Bise wehte übers Land und fast den ganzen Tag durch fielen weiter, wenn auch nur wenige, Schneeflocken.

Am frühen Nachmittag suchten wir unsere Winterkleider hervor und unternahmen einen kurzen Spaziergang. Das fühlt sich schon komisch an. Vor zwei Wochen lagen wir noch bei 30° Grad am Sandstrand und nun stapfen wir durch den Schnee...

Natürlich wird sich dieser Oktoberschnee nicht lange halten können. Mitte Woche sind auch schon wieder Temperaturen um die 10° Grad prognostiziert. So bleibt uns also doch noch etwas Zeit um uns an den kommenden Winter zu gewöhnen. A propos Winter: Letzte Nacht konnten wir eine Stunde länger schlafen, da ab heute wieder Winterzeit gilt. Nun wird es also schon kurz nach fünf Uhr abends dunkel. Ja, die Rikschazeit scheint definitv zu Ende...