Bewegungslektion

Um 18:30 Uhr startete unsere bisher 26. Lektion Power-Yoga. Seit Anfang Jahr besuchen Karin und ich regelmässig am Montagabend eine Stunde Pilates und mittwochs die Stunde Power-Yoga. Ich geniesse diese selbst verordnete Bewegung denn sie tut mir gut, ungelenk, wie ich bin...

Montags, in der Pilateslektion, liegt man oft auf der Matte und macht Übungen mit angehobenen Armen oder Beinen. Dabei wird die Bauch- und untere Rumpfmuskulatur sowie der Beckenboden trainiert. Dabei komme ich leicht ins schwitzen.

Mittwochs jedoch, bin ich nach den 50 Minuten Power-Yoga richtig fertig. Trotz der 26 Lektionen schaffe ich vieles noch immer nur im Ansatz. Mit den Händen komme ich vorne runter bei gestreckten Beinen noch immer nicht bis zum Boden. Egal. Ich mag die Dynamik der verschiedenen Übungen. Das Halten von Positionen zwischendurch erscheint mir oft als sehr, sehr lang. Da lerne ich auszuhalten, zu leiden und gleichzeitig zu entspannen, zu ertragen. Alles zusammen. Während der Lektion zittern oft meine Muskeln, der Atem geht schwer und der Schweiss tropft mir von der Stirn. Zum Schluss ist mein T-Shirt meist völlig durchgeschwitzt. Ich werde richtig durchgeknetet. Das mag ich!

doch ganz anders

Um acht Uhr morgens fühlte ich mich wie vom Zug überfahren und deshalb verschob ich meine Biketour auf den späteren Vormittag und drehte mich nochmals um. Ich musste mich noch besser erholen und Schlaf ist dazu eine ausgezeichnete Möglichkeit. Um halb zehn Uhr bin ich dann wirklich aufgestanden und stellte mich erstmal unter die heisse Dusche. Ich fühlte mich leer und ausgelaugt. Nur schon rasieren fiel mir schwer. Die letzten Wochen waren etwas gar anstrengend und die Vorstellung einer 100 Kilometertour motivierte mich überhaupt nicht. Muss das wirklich auch noch sein?

Nein, muss es nicht! Überhaupt "muss" an diesem freien Freitag rein gar nichts!

Dafür mache ich etwas ausgedehntere Morgengymnastik und bewege meinen müden Körper ein. Dann fahre ich kurz mit dem Velo zu Bäckerei und kaufe ein frisches Brötchen zum Frühstück. Huh! Kalt heute! Zum Frühstück die Zeitung und einen Beat-Spezial Latte Macchiato. Fein. Das nenne ich doch mal Regeneration!

Wenn ich mich schon körperlich erhole, kann ich mich auch geistig etwas erholen und wieder einmal länger als nur ein paar Minuten in einem Buch lesen. Dazu überfliege ich die Buchrücken meiner "geistigen Ecke" des Bücherregals und bleibe bei "Yoga, Rückkehr zur Einheit" hängen. Der Buchrücken ist schon ziemlich verblasst, es muss schon ewig her sein, als ich dieses Buch gekauft habe. Damit ziehe ich mich in die Leseecke zurück und schon bald gesellt sich auch unser Kater hinzu. Schön, wenn man so Zeit hat.

Weil draussen aber doch meistens die Sonne scheint und der Wetterbericht für Morgen Schnee angesagt hat, entschliesse ich mich um halb Zwei Uhr doch noch dazu, eine flache Bikerunde zu drehen und das Wetter noch etwas zu geniessen. Sonne und Wolken wechseln sich ab, bei leicht böigem Nordwind und knappen drei oder vier Grad über Null. Es war also schön, aber frisch. Genau richtig um an die zwei Stunden ganz locker zu kurbeln, frische Luft in den Körper zu bringen und etwas den edlen Gedanken nachhängen, die ich zuvor gelesen hatte. Das fand ich tip top und habe während der Bikerunde noch selten so wenig auf den Tacho gesehen. Das war mir nicht wichtig. Ich wollte eher den Gleichklang von Atmung, Bewegung und Belastung finden. Dazu eignen sich flache Runden sehr gut, weil man da einfacher die Belastung steuern kann. Ja, war schön und interessant. Heute reichten mir etwas mehr als 40 Kilometer. Die angedachte 100km-Tour wäre wohl eine Tortour geworden. So war es bestimmt besser. Das GPS sagt: 44 km., 1:54 Std., 300 Hm.

am siebten Tag sollst Du ruhn

Heute verlebten wir einen ruhigen und gemütlichen Sonntag. Am Nachmittag unternahmen wir einen kurzen Spaziergang und trafen meine Eltern zu Kaffee und Kuchen. Ansonsten blieben wir zu Hause und genossen die warme Stube.

Ich las wieder einmal in alten Yoga-Büchern und stellte mir dann für nächste Woche ein neues Morgengymnastik-Programm zusammen. Das wollte ich schon lange tun, denn bisher übte ich morgens eher aus der Erinnerung heraus und die Übungen waren deshalb auch nicht aufeinander abgestimmt. So war das nicht wirklich stimmig. Ein gutes Gymnastikprogramm braucht eine Choreografie. Eine Einstimmung, ein Hauptteil und ein Ausklang. Und in den Büchern von Selvarajan Yesudian finden sich ja wirklich unzählige Vorschläge und Lektionsbeispiele. Wirklich sehr empfehlenswert. Ja, ich will die Yoga-Geschichte wieder aufnehmen. 2006 trat Yoga für mich in den Hintergrund, jetzt drängt es wieder weiter nach vorne. Schön, das tut mir gut.

Group-Fitness, Power Yoga

Heute Abend testeten Karin und ich das dritte Fitnesscenter, diesmal mit einer Probelektion Power-Yoga. Yoga kenne ich ja schon lange, auch wenn meine aktiven Erfahrungen nun doch schon ein wenig zurückliegen. Deshalb war ich gespannt, wie mir die "verwestlichte" Variante, mit mehr Dynamik zusagt.

Das Center war nicht ganz so neu und so gross wie das von letzter Woche, doch es war liebevoll eingerichtet, so dass einem die vielen technischen Geräte nicht gleich so erschlagen. Auch der Gymnastikraum war schön vorbereitet und mehrere, arrangierte Kerzen verbreiteten eine warme Ambiance. Heute waren wir 11 Personen. 9 Frauen, 2 Männer. Das fand ich eine angenehme Gruppengrösse.

Die Kursleiterin erklärte uns vorab den Ablauf einer Power-Yoga-Stunde in groben Zügen und sagte, worauf wir in etwa achten sollten, dann ging es los. Nach einem kurzen Ankommen und Aufwärmen folgte eine Variante des Sonnengrusses, die wir bestimmt 10x hintereinander durchführten. In jeder Runde wurde eine andere Position etwas länger gehalten (und instruiert), was meine Muskeln doch ziemlich beanspruchte. Schon bald begann ich zu schwitzen, was ich jeweils als gutes Zeichen werte. Dann folgten andere Übungen, die irgendwie immer wieder in den Sonnengruss überführten. Ich fand es echt dynamisch und anforderungsreich. Auch hier wurde uns bald klar, dass man mehr Übung braucht um gut folgen zu können. Wir waren doch sehr beschäftigt mit aufnehmen, verstehen, abgucken und nachmachen. Wenn man die verschiedenen Formen und Abläufe schon etwas besser kennt, erlebt man die Stunde bestimmt etwas entspannter. Interessant war es auf jeden Fall und ich bin mir sicher, es wird ein teils kräftiger Muskelkater folgen.

körperlich

Schon am Mittwochabend nach der Stunde Body Shape war klar, dass dies Muskelkater absetzen würde. Am Donnerstag unternahm ich dann die lange und anstrengende Schneeschuhtour, so dass ich am Freitagmorgen wie ein alter Mann aus dem Bett stieg. Zum Muskelkater in den Waden, kam nun noch Muskelkater im unteren Rücken und vorne an der Brust (von Stockeinsatz beim Schneeschuhlaufen). 

Seit mein Gymnastikraum im Keller eingerichtet ist, nutze ich diesen nun um mich zu pflegen. Ich mache da meine eigene Bewegungstherapie, zusammengesetzt aus Yoga-Übungen, Thai Chi und den fünf Tibetern. Alles, was ich in den letzten 20 Jahren einmal gelernt habe und ich mich noch daran erinnere. Je nach Lust und Laune. So habe ich zum Beispiel den Kopfstand wieder entdeckt. Morgens, als Abschluss der Yoga-Übungen, ist das eine wahre Energiequelle.

Als ich gestern Samstag aufgestanden bin, fühlte ich mich überhaupt nicht nach biken und ich war froh, dass ich noch genügend Zeit hatte um vorher etwas zu turnen. Ich hatte nicht richtig Lust und wollte eigentlich nur 15 Minuten, doch weil ich spürte wie gut mir die Bewegung tat, hängte ich noch weitere Yoga-Figuren an. Ich konnte richtig fühlen, wie sich die Muskeln und Gelenke aufwärmten, wie Abfallstoffe wegtransportiert und frisches Blut neuen Sauerstoff zu den Zellen brachte. Die Morgengymnastik erfrischte und belebte mich. Sehr gut. So war ich dann für die Biketour gerüstet.

Abends vor dem zu Bett gehen, möchte ich mir noch eine ganz bestimmte Thai Chi Abfolge einprägen. Dafür habe ich mir aus dem Internet die 8 Übungen heruntergeladen und kann sie nun hintereinander auf dem PC abspielen und gleich mitmachen. Eine super Sache. In ein paar Wochen werde ich die Übungen bestimmt auswendig können. Die fliessenden, runden und harmonischen Bewegungen sagen mir sehr zu. Gekoppelt mit einem gleichmässigen Atem finde ich diese Übungen sehr entspannend und es vermittelt mir ein ruhiges, stimmiges Gefühl.

In den nächsten Wochen möchte ich weiter an meiner körperlichen Verfassung arbeiten. Ich versuche meinen Geist durch einen gesunden Körper zu beeinflussen. Vielleicht zieht gesteigerte körperliche Beweglichkeit auch mehr geistige Flexibilität nach sich. Schön wär's. Versuchen kann ich's ja mal. Ich kann eigentlich nur gewinnen.

dies und das

Die letzten drei Tage waren von der Erkältung und dem nach wie vor kalten Wetter bestimmt. Mir war nicht nach draussen gehen und so blieb ich vorwiegend zu Hause und erledigte so dies und das. In der Hauptsache wollte ich den Bastelraum soweit entleeren, dass ich da eine ausreichend grosse Gymnastikfläche erhalte.

Das hat alles eine lange Vorgeschichte. Früher lag meine Gymnastikmatte im Gästezimmer, welches nun unser Büro ist, wo ich viel Zeit verbringe. Seither gab es aber nicht mehr viel Gymnastik und es war rasch klar, dass es nur die Lösung mit dem Bastelraum gibt. Nur, der Bastelraum wurde in den letzten Jahren irgendwie zugemüllt. Alte PCs, Kopierer, Drucker, Velos, alte Verpackungen, Gerümpel, der sich halt so anhäuft und von dem man sich -oft auch aus Faulheit- nur schwer trennt.

In der Zwischenzeit entsorgte ich all den Elektro- und Elektronikschrott und räumte nach und nach aus. Karton und Verpackungsmaterial wurden entsorgt und das was da blieb, sollte seinen richtigen Platz finden (oder zumindest vorübergehend). Zum Schluss rückte ich die übrig gebliebenen Möbel an die Wand, so dass ich möglichst viel Fläche in der Raummitte erhalte.

Das hat alles Zeit gebraucht und die letzten drei Tage gaben mir die Möglichkeit hier dran zu bleiben und "meinen eigenen Gymnastikraum" endlich fertig zu machen. Auf dem alten Büropult steht nun nur noch mein altes Notebook mit Zusatzlautsprechern. Ich kann mir da nun Trainingsvideos anschauen und dazu die Übungen gleich mitmachen. Das habe ich dann heute Nachmittag gleich getestet. Zuerst sah ich die DVD "Die Fünf Tibeter" und turnte die Übungen je 5x mit. Danach sah ich mir noch "Power Yoga Basic" an. Das heisst, ich versuchte schon ab und zu mitzumachen, doch stimmte für mich das Tempo der Übungen nicht. Wenn man drei Mal tief atmen soll und die Anweisungen dann aber gleich weitergehen, dann komme ich nicht mit. Die Übungen an sich finde ich schon gut.

Nun ist also alles fertig und ausgetestet. Ich kann starten. Es ist wichtig, dass ich an meiner Beweglichkeit arbeite, denn wirklich beweglich bin ich nicht. Beuge ich mich beispielsweise vornüber, komme ich mit den Händen nie und nimmer bis zum Boden. Die Fünf Tibeter und der Yoga Sonnengruss will ich in den nächsten Tagen als Morgengymnastik durchführen. Das gibt einen guten Start in den Tag. Da freue ich mich drauf.

PS: Die DVDs habe ich vor Weihnachten eher zufällig und stark preisreduziert gekauft. Ich dachte mir, das Thema spricht mich an und für 9.90 kann man nicht viel falsch machen. Stimmt.

das Fleisch ist schwach

Eigentlich wollte ich heute abend wiedereinmal eine Yogalektion besuchen. Die Übungen und die Bewegung würde mir gut tun. Am 26. Januar 2006 war es das letzte Mal... vor fast zwei Jahren...

Ich habe mich zuhause hingesetzt, die Zeitung in die Hand genommen und dann hat mich der innere Schweinehund gekriegt ;-) . Jetzt wieder aufstehen, Kleider parat machen und zum Übungsraum fahren wurde mir plötzlich zu viel. Nein, heute nicht. Der Geist war willig, doch das Fleisch ist schwach.

Besinnung

Obwohl's derzeit nicht in allen Dingen so richtig rund läuft und ich das Gefühl habe, dass sich etwas Sand im Getriebe befindet habe ich mich bewusst entschieden, ruhig zu bleiben. Darin liegt meine Stärke. In der Ruhe, der Stille, der Besinnung.

Klarerweise lassen sich solche Vorsätze nicht einfach so ruck zuck umsetzen, doch es hilft schon, wenn ich zwei, drei Mal pro Tag bewusst abschalte. Die Augen schliesse, die Wirbelsäule gerade halte und nur ruhig und gleichmässig zu atmen versuche. Beim Einatmen Energie tanken und beim Ausatmen schlechte Gedanken und Gefühle von mir stossen. Das habe ich heute immerhin zwei Mal gemacht und schon das hat mir gut getan. Es gibt eigentlich so Vieles, so Einfaches, was ich vor einiger Zeit im Yogaunterricht gelernt und schon damals als sehr positiv empfunden habe. Nur habe ich es in der Zwischenzeit wieder vergessen oder einfach beiseite gewischt, weil ich dachte, das ist nicht so wichtig. Doch nun, bei zunehmendem Stress merke ich, dass eben diese kleinen bewussten Pausen für mich sehr wichtig sind. Sonst entferne ich mich einfach zu sehr von meiner Mitte und genau das macht mir dann zu schaffen.