happy new year!

Am gestrigen Silvester waren wir mit Freunden in der Stadt Zürich. Nach einem feinen Eseen und einem kurzen Disco-Abstecher entschieden wir uns, ans Seebecken zu pilgern um das Neujahrsfeuerwerk anzusehen. Das war dann auch wieder grandios, auch wenn der Nebel die am höchsten gezündeten Raketen (und somit auch die Grössten) etwas verdeckte. Dem grossartigen Erlebnis und der guten Stimmung tat dies jedoch keinen Abbruch.

Heute verlebten wir dann einen ruhigen Tag zu Hause. Ich habe gelesen, etwas im Internet gesurft und dann noch die Jahresstatistik fertig gemacht. Für mich selbst habe ich dann das Jahr 2010 auch geistig abgeschlossen. Natürlich könnte ich die Zahlen noch etwas analysieren, doch dazu habe ich nicht wirklich Lust. Nur so viel: Der Durchschnitt von 1:30 Std. Sport pro Tag lag so hoh wie nie zuvor, auch wenn ich schon mehr Velokilometer gefahren bin, so hat demgegenüber der Anteil an alternativen Tätigkeiten zugenommen und das hat mir mehr verschiedene Eindrücke vermittelt, was ich bestimmt als Plus in Erinnerung behalten werde.

Nun ist das neue Jahr angebrochen und naturgemäss richtet man am 01.01. den Blick etwas nach vorne. Was mag dieses Jahr wohl bringen? Dabei liegt mein diesjähriges Augenmerk etwas mehr auf der beruflichen Seite. Ich weiss, dass Änderungen kommen werden und weil ich diese noch nicht einschätzen kann oder auch, weil ich sie noch bewusst weit offen lasse, weiss ich noch nicht genau, was ich darüber denken soll. Es ist ein Gemisch aus Vorfreude und Unbehagen. Denn, wer verlässt schon gerne die Komfortzone? Dazu noch freiwillig? Und ohne konkreten Plan? Ja, das wird spannend.

Ich umschreibe die Ausgangslage mal so: Das erarbeitete Fundament bietet nun viele Möglichkeiten und Freiheiten. Dieses Fundament erarbeitete ich mir durch Tätigkeiten die mir persönlich (leider) nicht entsprochen haben, deshalb will ich etwas ändern. Das kitzekleine Problem dabei ist, dass mich die Schaffung dieses Fundaments von mir selbst entfernt hat und ich deshalb heute kaum mehr weiss, was mir denn wirklich entspricht. Ich muss also erstmal zum Stillstand kommen, in mich gehen und all den geistigen Schutt der letzten Jahrzehnte abwerfen. Nach der Befreiung brauche ich eine Phase der Reinigung und Läuterung. Dies erscheint mir sehr wichtig und bevor ich da durch bin, will ich mich nicht festlegen.

Natürlich drängt mein Geist/Verstand dazu, sofort die Zukunft zu planen und möglichst keine Unsicherheiten einzugehen, doch wenn man nur noch im Nebel steht ist es halt schwierig, eine neue (und richtige) Richtung zu erkennen. Man braucht etwas Zeit, muss etwas aufsteigen und die Wolken hinter sich lassen um den Überblick zu erlangen. Dann kann man wählen und entscheiden. Natürlich birgt dies Risiken und natürlich bewege ich mich auf unbekannten Terrain, doch auch mir bleibt nicht ewig Lebenszeit. Nur zu funktionieren reicht einfach nicht mehr. Ich habe in den letzten Jahren auf einiges verzichtet, habe Abhängigkeiten abgebaut und nun beschleicht mich das ungute Gefühl, dass ich Handeln muss, dass ich den Sprung ins Ungewisse wagen muss, weil ich sonst irgendwann den Mut und die Kraft nicht mehr aufbringe um überhaupt noch zu springen. Also werde ich 2011 springen!

Ich wünsche allen Lesern ebenfalls ein gutes und ereignisreiches neues Jahr! Möge uns das Vertrauen in uns selbst und in die Zukunft an neue Ufer führen!

wechselnder Rhythmus

Gegen elf Uhr war ich im Fitnesscenter und machte mich für eine Spinning Lektion bereit. Heute wechselten sich zwei Trainerinnen ab und so war rasch klar, dass es anstrengend wird und ich ganz kräftig abschwitzen werde. Die mir bisher unbekannte Leiterin fuhr gerne hohe Trittfrequenzen und liess uns richtig wirbeln. Bei nur geringem Widerstand sehr schnell kurbeln und dabei den Musikrhythmus zu treffen und halten zu können, das fordert ganz schön. Die steten Positionswechsel halten den Puls lange ziemlich hoch...

Nach der Stunde bin ich klatschnass und freue mich auf den heissen Teil meines Sonntagsprogramms. Zuerst setzte ich mich 10 Minuten ins Dampfbad und nach 10 Minuten Ruhe auf der Liege gönnte ich mir noch 10 Minuten in der 80° Grad heissen Sauna. Danach eiskalt duschen und nochmals etwas Entspannung. Sehr schön - ich mag das.

Den Nachmittag verbrachte ich in der warmen Stube, mit einem guten Buch. Ich freute mich auf das ATP World Tour Finalspiel zwischen Rafael Nadal (1) und Roger Federer (2). Das heutige Fernsehsport-Highlight. Das Spiel hielt dann auch, was es versprach und mit Roger Federer siegte aus meiner Sicht auch der richtige Spieler (6:3, 3:6, 6:1). Auch sehr schön.

Damit lassen sich die heutigen Abstimmungsresultate auch etwas einfacher verdauen. Ich bin mal wieder völlig überstimmt worden. Meine poltischen Ansichten sind scheinbar derzeit nicht Mehrheitsfähig...

Frauen und SUV

Fällt eigentlich nur mir auf, dass je grösser das Auto, desto eher eine Frau am Steuer? VW Touareg, Porsche Cayenne, Audi Q7, Volvo XC90, Jeep Cherokee und wie sie alle heissen. In der Umgebung von Zürich sitzen mehrheitlich Frauen am Steuer. Das irritiert mich etwas. Denken die Frauen vorwiegend an ihre eigene Sicherheit und die Sicherheit ihrer eigenen Familie? Nehmen Sie demzufolge bewusst in Kauf, dass andere Verkehrsteilnehmer bei einem Aufprall schlechte Karten haben, dass diese Autos besonders viel Treibstoff verbrauchen und die Umwelt in unnötiger Weise belasten?

heute

Eigentlich habe ich mich heute furchtbar aufgeregt. Und zwar wegen der UBS-!!!-6-Milliarden-Schulden-beim-Steuerzahler-machen-und-locker-2-Milliarden-Bonus-auszahlen Geschichte. Das gibt es doch einfach nicht! 2'000'000'000 Franken dividiert durch 80'000 Mitarbeiter = 25'000 Franken Bonus pro Kopf! Im Schnitt! Für Mitarbeiter einer Firma, die so gut gearbeitet haben, dass sie dutzende von Milliarden verloren haben. Da verteilen die Chefs Geld, das sie gar nicht haben!

Das ist einfach Unglaublich! Und unsere Politiker nicken das alles noch ab! Wo sind wir denn hier? In Seldwila? Und ich gehöre zu den Schildbürgern, die das auch noch bezahlen? 2'000'000'000 Franken dividiert durch 7'000'000 Einwohner der Schweiz macht 285 Franken pro Kopf! Pro effektivem Steuerzahler wird das wohl gegen 1'000 Franken betragen! Als Bonus für notleidende Bankangestellte... Das ist DIEBSTAHL, gemeiner Raub! Und alles ganz legal! Das ist wirklich unglaublich! wo wird das noch hinführen?

Anyway. Ich habe mich ja nur "eigentlich" aufgeregt. ;-)


Denn so als Grundstimmung war ich heute doch recht positiv, war tagsüber gut motiviert und nun freue mich auf die Tage die da kommen. Wettermässig sieht es recht gut aus und für Freitag muss ich diesmal nicht sonderlich viel lernen. So kann ich also Pläne für den freien Donnerstag schmieden. Soll ich etwas in die Berge und eine Strassentour mit dem Bike fahren oder eine erste Schneeschuhwanderung unternehmen? Soll ich hier bleiben und eine lokale Bikerunde drehen? ... Möglichkeiten... schöne Möglichkeiten.

Anpassungs- und Verständnisschwierigkeiten

Die Ferien sind vorüber, das warme Wetter und die Meerbrise sind nur noch Erinnerung. Ich muss Acht geben, dass ich mich nicht gleich erkälte. Im Kopf habe ich noch warm doch draussen wird es zunehmend kälter...

Dieses Finanzkrisenzeugs geht mir langsam auf den Keks. Es ist so unfassbar das Ganze. Da werden jeden Tag neue, aberwitzige Zahlen präsentiert, die ein "normaler" Mensch gar nicht mehr einordnen kann. Millionen und Milliarden was auch immer. Ob Franken, Euros oder Dollars. Egal, Hauptsache Milliarden oder noch besser Billionen... einfach unvorstellbar. Nach den Staatshilfen für Banken, sollen nun Konjunkturförderprogramme für weitere Milliarden zusammengestellt werden... Hallo? Können Staaten neuerdings Geld scheissen? Staatssozialismus für Reiche auf Kosten der Steuerzahler? Man kann das gar nicht mehr verstehen und mittlerweile vermute ich sogar, dass das auch gar niemand wirklich versteht. Man versucht nur immer grössere Pflaster auf die Wunden des darniederliegenden "freien Marktwirtschaft" zu kleben und die Geldinfusionen werden immer grösser und absurder. Es müssen immer neue Symptome bekämpft werden und das Tempo nimmt weiter zu. Es bleibt kaum Zeit um einmal gründlich nachzudenken und über die Ursachen nachzudenken. Oder wenn man darüber nachdenkt stellt man fest, dass in einer globalisierten Finanzwelt einzel agierende Staaten wohl immer hinterher hinken werden und ohne eine ebenso globalisierte Strategie (Regulierung und Gesetzgebung) die Geschichte wohl nicht in den Griff zu kriegen sein wird. Demgegenüber stehen jedoch überall nationale Interessen und Eigenheiten. Jeder Staat hofft derzeit, selbst nicht zu tief in den Strudel gezogen zu werden und später wenn möglich von der Schwäche der Anderen zu profitieren. Doch wirklich nur abwarten kann wohl niemand oder höchstens die energieexportierenden Staaten, denn da ensteht täglich Finanzwert ohne dass jemand diesen Mehrwert erschaffen muss.

Schlimm ist doch eigentlich, dass man sich je länger je mehr einfach nur noch angewidert wegdreht und das Heil im Kleinen und Privaten sucht. Nichts ist mehr verlässlich und alle "wichtigen" Leute in Politik und Wirtschaft ändern mittlerweile so schnell ihre Meinung, dass man zu glauben beginnt, dass letztendlich alle lügen und ausschliesslich auf ihren eigenen Profit bedacht sind. Unser Individualismus hat sich wohl ziemlich übersteigert und herausgekommen ist nur noch Egoismus, Gier und Entsolidarisierung. Auf persönlicher Ebene ist es also fast das Gleiche, wie oben beschrieben auf der Ebene der Staaten. Wer über genügend Finanzkraft verfügt wartet einfach mal ab, was passiert... und hofft, diesen Sturm aussitzen zu können.

Und noch schlimmer ist doch, dass man sich auch als Kleiner diesem ganzen Schlamassel überhaupt nicht entziehen kann. Im Gegenteil, man fühlt sich hilflos und ausgeliefert. Wir sind die Teilnehmer, die es sich halt eben nicht leisten können um einfach mal abzuwarten. Wir sind beteiligt durch unsere Pensionskassengelder auf der einen Seite und betroffen von der weiteren Entwicklung der Realwirtschaft auf der anderen Seite. Das kann sehr rasch und sehr stark auf die Arbeitswelt durchschlagen und sollte dadurch die Arbeitslosigkeit wirklich derart ansteigen wie z.B. nach der Weltwirtschaftskrise anno 1929, dann ist das Alles erst der Anfang einer düsteren Zeit. Es überkommt mich das ungute Gefühl, dass bald Schluss sein könnte mit all der Bequemlichkeit und all dem Luxus, in den ich mich in den vergangenen Jahrzehnten so nett eingekuschelt habe. Logisch, ist das kein gutes Gefühl ist. Es war ja schön, wenn die grössten Probleme waren, welches Fahrrad man sich als Nächstes kauft oder wohin man als nächstes in die Ferien fährt...

Diese Themen sind viel zu gross und zu komplex um mal so rasch in einem Blogbeitrag abgehandelt zu werden. Ich will mit diesem Eintrag einfach nur anzeigen, dass ich mir diesbezüglich sehr wohl Gedanken mache und dass die Konzentration auf bikespezifische Themen wohl nur so lange möglich ist, wie nirgends anders ernsthaft der Schuh drückt.

Schweizer Bevölkerungsstatistik

Im heutigen Tagesanzeiger gelesen. Eine Meldung von AP. Will ich einfach als Zeitdokument speichern. Unkommentiert und wertfrei.

Zum ersten Mal hat die Zahl der in der Schweiz wohnhaften Personen aus der EU und der Efta die Millionengrenze überschritten. Am grössten war die Zuwanderung aus Deutschland, wie das Bundesamt für Migration gestern mitteilte. Ende August lebten rund 224'000 Deutsche in der Schweiz, über 36'000 mehr als noch vor Jahresfrist.. Am zweitgrössten war die Zuwachsrate bei Staatsangehörigen aus Portugal mit einem Plus von rund 14'000 Personen, gefolgt von denjenigen aus Frankreich, Grossbrittanien und Österreich.

Am 31 August lebten rund 1,6 Millionen Ausländer in der Schweiz. Innert Jahresfrist stieg die Zahl um 0,7 Prozent. Der Anteil der Ausländer an der Gesamtbevölkerung machte damit 21,3 Prozent aus. Die Zunahme ist insbesondere auf Personen aus der EU- und der Efta-Staaten zurückzuführen. Deren Zahl erhöhte sich innerhalb eines Jahres um 7,9 Prozent auf 1'007'017 Personen. Die Zahl der Ausländer aus Nicht-EU-Staaten nahm nur um 0,5 Prozent zu. Der grösste Rückgang wurde bei Staatsangehörigen aus Serbien verzeichnet, gefolgt von Bosnien-Herzegovina, Kroatien, Sri Lanka und der Türkei.

Gemäss diesem Bericht lebten per Ende August 2008 insgesamt 7,5 Millionen Menschen in der Schweiz.

geschenkte Zeit

Die Nacht war kurz, der Arbeitstag anstrengend und so verliess ich ziemlich müde das Büro kurz vor sechs Uhr abends. Auf dem Nachhauseweg fiel der Druck von mir ab, weil ich heute Abend ganz bewusst "Nichts" vorhatte. Ich setzte mich mit der Zeitung bewaffnet auf die Gartensitzplatz und genoss den schönen Abend...

So richtig interessant fand ich die Zeitung dann aber doch nicht und beim umherschauen mir fiel auf, wie das Unkraut im Garten in den letzten Tagen gewachsen ist. Ich entschloss mich, zuerst eine weitere Lackschicht auf die Federgabel zu sprühen und danach noch etwas Unkraut zu jäten. Und, man kennt es ja: fängt man erst einmal an, entdeckt man immer neues Unkraut und schnell vergeht die Zeit. Als es langsam eindunkelte war's Zeit für das Abendessen. Danach gemütlich die aktuelle MountainBike lesen. Gründlich ;-) . Zum Abschluss des Tages noch etwas surfen, Foren abklappern und bloggen.

Den ganzen Abend kein Radio, keine Musik, kein TV. Ruhe. Einfach Ruhe. Ich musste nach 18:00 Uhr kein einziges Wort mehr reden. Das ist ein seltener Genuss für mich. Freiheit liegt oftmals im freiwilligen Verzicht.

spiralförmig

Nehmen wir einmal an, die Zeit ist ein Lichtstrahl. Irgendwann werden wir aus diesem Strahl geboren und nach spätestes 120 Jahren tauchen wir wieder in ihn ein. Was vorher war wissen wir nicht und was nachher kommt auch nicht. Vielleicht haben wir eine Ahnung davon, glauben etwas oder wünschen uns etwas, aber wirklich wissen tun wir es nicht. Aber das ist jetzt auch egal, darum geht's hier gar nicht.

Ich denke zeitweise, dass wir uns im Leben um diesen Lichtstrahl drehen. Sind wir glücklich, so drehen wir nahe beim Zeitlichtstrahl und fühlen uns in gewisser Weise geborgen. Wenn wir unglücklich werden, werden die Radien des Lebens wieder grösser und wir entfernen uns vom Zentrum und fühlen uns dadurch in gewisser Weise einsam. Die Bewegungsgeschwindigkeit erhöht sich zwar, doch wir entfernen uns vom Kern. Die Tage sind vollgepackt und man ist immer am rotieren, alles ist intensiv und schnell.

Diese Idee gefällt mir. Viele Fragen lassen sich dadurch beantworten. Man kann es auch noch weiter denken. Die Zeit könnte kein Strahl (1) sondern ein Kreis oder ebenfalls eine Spirale (2) sein. Oder noch extremer: Die Zeit gibt es gar nicht. Alles dreht sich um einen Punkt... (3)

Nette Gedankenspiele...

Wie auch immer. Alles verläuft in Wellen, in Kreisen oder Spiralen. Solange wir in dieser dreidimensionalen Welt leben, pendeln wir zwischen Polen, zwischen Zentrum und Peripherie. Wir können nicht stehen bleiben; nur sterben.

Mit diesem Gedanken lassen sich schwerere Tage besser durchleben, weil man weiss, dass man sich irgendwann -meist auch ohne eigenes Zutun- wieder dem Zentrum, dem Lichtstrahl annähert. Das liegt in der Natur des Lebens und das ist gut so.