Statistiken (und deren Nebenwirkungen)

Seit ich Excel bedienen kann, führe ich Statistiken über meine Freizeitaktivitäten. Dies dient mir einerseits als Zielsetzung und andererseits als Trainingskontrolle. Gegen Ende des letzten Jahres wurde ich jedoch zunehmend statistikmüde was vielleicht auch daran lag, dass durch meinen Sturz vom 11.12. die zwar ungenannten aber doch im Hinterstübchen festgesetzten Ziele (6'000km und 120'000Hm) plötzlich ausser Reichweite gerieten. Ich geriet plötzlich in die Situation, das Bikejahr als "nicht erfüllt" abzutun, denn 5'920 Kilometer sind keine 6'000 und 117'250 Höhenmeter sind keine 120'000...

Ich habe mich weniger über die Zahlen an sich geärgert als über den Umstand, dass mein Denkorgan scheinbar so zahlenfixiert arbeitet. Zwar war mir durchaus bewusst, dass die Kilometerleistung gegenüber dem Vorjahr deutlich höher lag und doch... "nicht erfüllt". Wieso denke ich so komisch? Wieso konzentriere ich mich scheinbar lieber auf das Haar in der Suppe als auf das an sich feine Essen? "Scheiss doch auf die fehlenden 80 Kilometer!" Meine "alternativen Tätigkeiten" haben ungeahnte Höhen erreicht und wenn ich die Gesamtdauer aller Aktivitäten betrachte, war 2010 das absolute Spitzenjahr (547 Std.). Daran sollte ich mich orientieren! Im Vergleich dazu bin ich 2006 zwar total 8'098 Kilometer Velo gefahren, trieb insgesamt jedoch "nur" 450 Stunden Sport (95% Velo + 5% Squash). Also warum war ich wegen dieser paar fehlenden Kilometern so enttäuscht? Keine Ahnung... Vielleicht hatte ich wegen der sturzbedingten Pause einfach zuviel Zeit um über einen solchen Mist nachzudenken.

Wie auch immer. Mein innerer Ärger führte dazu, dass ich eigentlich im neuen Jahr auf jegliche Art von Statistik verzichten wollte. Denn wie geschildert, beschäftigen solche Statistiken ja vorwiegend meinen Ehrgeiz und mein Ego. Ausser mir selbst interessieren diese Zahlen ja eh niemanden und für jeden Aussenstehenden sind die fehlenden 80 Kilometer vernachlässigbar, lächerlich und nicht der Rede wert. Und wenn ich mich wirklich darüber geärgert habe, sollte ich solche Statistiken wirklich besser bleiben lassen.

2011 war ich noch nicht auf dem Rad, also hat sich "das Problem" konkret noch nicht gestellt. Der Wetterbericht ist fürs Wochenende jedoch gar nicht so schlecht und nach einem Monat Veloabstinenz habe ich schon das reissen. Vermutlich werde ich auch dieses Jahr wieder eine Excel-Tabelle führen... Das Problem ist ja nicht die Statistik an sich, sondern meine Interpretation. Da möchte ich mich -zumindest mir selbst gegenüber- zukünftig etwas zurückhalten.

Wie handhaben denn die mitlesenden Freizeitsportler dieses Thema? Das würde mich interessieren.

happy new year!

Am gestrigen Silvester waren wir mit Freunden in der Stadt Zürich. Nach einem feinen Eseen und einem kurzen Disco-Abstecher entschieden wir uns, ans Seebecken zu pilgern um das Neujahrsfeuerwerk anzusehen. Das war dann auch wieder grandios, auch wenn der Nebel die am höchsten gezündeten Raketen (und somit auch die Grössten) etwas verdeckte. Dem grossartigen Erlebnis und der guten Stimmung tat dies jedoch keinen Abbruch.

Heute verlebten wir dann einen ruhigen Tag zu Hause. Ich habe gelesen, etwas im Internet gesurft und dann noch die Jahresstatistik fertig gemacht. Für mich selbst habe ich dann das Jahr 2010 auch geistig abgeschlossen. Natürlich könnte ich die Zahlen noch etwas analysieren, doch dazu habe ich nicht wirklich Lust. Nur so viel: Der Durchschnitt von 1:30 Std. Sport pro Tag lag so hoh wie nie zuvor, auch wenn ich schon mehr Velokilometer gefahren bin, so hat demgegenüber der Anteil an alternativen Tätigkeiten zugenommen und das hat mir mehr verschiedene Eindrücke vermittelt, was ich bestimmt als Plus in Erinnerung behalten werde.

Nun ist das neue Jahr angebrochen und naturgemäss richtet man am 01.01. den Blick etwas nach vorne. Was mag dieses Jahr wohl bringen? Dabei liegt mein diesjähriges Augenmerk etwas mehr auf der beruflichen Seite. Ich weiss, dass Änderungen kommen werden und weil ich diese noch nicht einschätzen kann oder auch, weil ich sie noch bewusst weit offen lasse, weiss ich noch nicht genau, was ich darüber denken soll. Es ist ein Gemisch aus Vorfreude und Unbehagen. Denn, wer verlässt schon gerne die Komfortzone? Dazu noch freiwillig? Und ohne konkreten Plan? Ja, das wird spannend.

Ich umschreibe die Ausgangslage mal so: Das erarbeitete Fundament bietet nun viele Möglichkeiten und Freiheiten. Dieses Fundament erarbeitete ich mir durch Tätigkeiten die mir persönlich (leider) nicht entsprochen haben, deshalb will ich etwas ändern. Das kitzekleine Problem dabei ist, dass mich die Schaffung dieses Fundaments von mir selbst entfernt hat und ich deshalb heute kaum mehr weiss, was mir denn wirklich entspricht. Ich muss also erstmal zum Stillstand kommen, in mich gehen und all den geistigen Schutt der letzten Jahrzehnte abwerfen. Nach der Befreiung brauche ich eine Phase der Reinigung und Läuterung. Dies erscheint mir sehr wichtig und bevor ich da durch bin, will ich mich nicht festlegen.

Natürlich drängt mein Geist/Verstand dazu, sofort die Zukunft zu planen und möglichst keine Unsicherheiten einzugehen, doch wenn man nur noch im Nebel steht ist es halt schwierig, eine neue (und richtige) Richtung zu erkennen. Man braucht etwas Zeit, muss etwas aufsteigen und die Wolken hinter sich lassen um den Überblick zu erlangen. Dann kann man wählen und entscheiden. Natürlich birgt dies Risiken und natürlich bewege ich mich auf unbekannten Terrain, doch auch mir bleibt nicht ewig Lebenszeit. Nur zu funktionieren reicht einfach nicht mehr. Ich habe in den letzten Jahren auf einiges verzichtet, habe Abhängigkeiten abgebaut und nun beschleicht mich das ungute Gefühl, dass ich Handeln muss, dass ich den Sprung ins Ungewisse wagen muss, weil ich sonst irgendwann den Mut und die Kraft nicht mehr aufbringe um überhaupt noch zu springen. Also werde ich 2011 springen!

Ich wünsche allen Lesern ebenfalls ein gutes und ereignisreiches neues Jahr! Möge uns das Vertrauen in uns selbst und in die Zukunft an neue Ufer führen!

Velokilometer

Ich habe vorhin meine Aktivitätsliste 2009 überarbeitet und abgespeichert. Von den bisher  dokumentierten fünf Jahren, ist 2009 das Jahr mit den wenigsten Velokilometern. Angestrebt waren 5'000, erreicht habe ich aber nur 4'600. Immerhin 4'600. Gegenüber 5'600 im Jahr zuvor. Interessant ist, dass die Gesamtdauer aller Aktivitätenim 2009 um fünf Stunden höher lag als 2008, obwohl ich da ziemlich genau 1'000 Kilometer mehr Velo gefahren bin. Das liegt an der Zunahme der alternativen Aktivitäten wie Nordic Walken, AquaFit oder Gymnastik. Da liegt das Plus bei etwa 50 Stunden gegenüber 2008. Insgesamt bin ich mit dem Jahr 2009 zufrieden, denn mein langfristiges Motto "Im Schnitt eine Stunde Bewegung pro Tag" habe ich erreicht. Die 368 Stunden passen ziemlich genau auf die 365 Tage.

Trotzdem, ich würde gerne wieder etwas mehr Zeit im Sattel verbringen und 5'000 Velokilometer sind schon mein erklärtes Ziel für 2010. Ohne Schule muss das dieses Jahr eigentlich gut möglich sein, da sollten auch 6'000 drin liegen. Doch das wäre dann wirklich reine Zugabe, denn ich möchte in diesem Jahr meine alternativen sportlichen Tätigkeiten noch weiter ausbauen. Ich will meine eigenen Gymnastikübungen wieder vermehrt machen und auch Nordic Walken macht mir Spass, da möchte ich weiter dran bleiben. Diesen Winter würde ich gerne mehr als 1x Schneeschuh laufen und auch mit dem Thema Fitness-Center und Kraftraum freunde ich mich langsam wieder an. Da tut sich also noch was.

pampig

Ich bin jetzt eine Woche ohne Velo fahren und gestern Abend hat mir der Blick auf die Waage auch noch einen Stubbs gegeben. Ich muss mich bewegen.

Kurz nach Mittag setzte ich mich dann -seit langem wiedereinmal- auf das Intense Spider29. Und dies obwohl ich wusste, dass es vorwiegend eine Strassentour geben werde. Ich wollte dieses schöne und bequeme Bike einfach wiedereinmal fahren. Seit genau einem Monat stand es sauber geputzt in der Garage und wollte eigentlich raus und spielen. ;-)

Das Wetter war trocken, doch stark bewölkt und irgendwie nicht so warm, wie ich mir das im Kopf zurecht gelegt hatte. Gestern war es 13 oder 14° Grad, heute noch etwa 9 oder 10° Grad. Sicher wärmer als Temperaturen um Null, doch halt auch noch keine 15 oder 20° Grad. So war ich heute eher etwas zu leicht bekleidet und hatte deshalb doch das Gefühl, dass es richtig kalt ist.

Während der Bikerunde fühlte ich mich wie im Titel geschrieben "pampig". Das ist eine Zusammenfassung für zu schwer, zu träge, zu satt, zu bequem. Eine Bezeichnung für ein Befinden, welches nicht gerade positiv ist. Es fällt mir dann auch schwer, mich zu fordern und nicht einfach nur etwas zu rollen. Auf der anderen Seite bietet das pampige Gefühl auch Potiential und Motivation für Veränderungen, weil es irgendwie verärgert. So habe ich mir vorgenommen, bis zu den Bikeferien in einem Monat wieder etwas bewusster auf meine Essgewohnheiten zu achten und den Menueplan etwas gesünder und ausgewogener zu gestalten. Zwei bis drei Kilo Gewichtsreduktion sind realistisch und wurden durch die heutige Fahrt zu einem Ziel erklärt.

Ein Foto habe ich heute nicht gemacht - zu pampig ;-) Der Tacho sagt: 49 km., 2:41 Std., 540 Hm.

10% Prozent

Zunehmend lese ich anderen Blogs von Velo-Zielen für das neue Jahr. So auch beim Aargauer, der unterwegs ist.

Ich habe mir natürlich schon auch so einiges vorgenommen. Wie der Titel schon verraten hat, heisst das zusammengefasst: 10% Prozent. Ich will 10% schneller fahren können. 10% weiter, höher, härter. Mein neues Bike hat um 10% grössere Räder also muss ich zukünftig eine 10% grössere Übersetzung treten können und dazu brauche ich 10% mehr Kraft. Eine Art um schneller zu werden wäre nun 10% Körpergewicht abzubauen. Abspecken von 99 Kilo auf 90. Das bei 10% mehr Training müsste am Schluss locker 10% mehr Leistung ergeben.

Fragt sich nur, wie realistisch die Gewichtsabnahmegeschichte ist. Ich bin bestimmt schon über 15 Jahre zwischen 92 und etwas über 100 Kilo. Ich kann mich nicht an Zeiten unter 90 Kilo erinnern. Also wie soll das gehen?

Wie auch immer. Nehme ich nicht ab, muss ich halt noch besser trainieren. Das hilft bestimmt und vielleicht lässt sich so das Gewicht noch etwas tunen. ;-) Trainingsmässig habe ich dieses Jahr viele Optionen offen. Es gibt bestimmt eine Trainingswoche im Frühling und die Gigathlon-Bikewoche Anfang Juli. Im Hochsommer dann noch eine Woche mit Freunden in den Alpen. Schöne Aussichten!

Also los: plus 10% Prozent!